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ADLIGENSWIL: Bevölkerungsschwund ist gestoppt

Erstmals seit 2010 nimmt die Einwohnerzahl in der Gemeinde wieder zu – wenn auch nur minim. Noch immer ziehen viele junge Leute weg. Das soll sich nun ändern.
Hugo Bischof
Es werden wieder mehr. Hier einige Adligenswiler bei ihrer letzten Gemeindeversammlung im Zentrum Teufmatt. (Bild: Dominik Wunderli24.11.2015)

Es werden wieder mehr. Hier einige Adligenswiler bei ihrer letzten Gemeindeversammlung im Zentrum Teufmatt. (Bild: Dominik Wunderli24.11.2015)

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

«Adligenswil wächst wieder – ganz leicht», heisst es im Mitteilungsblatt «Info Adligenswil» vom Februar. Die Bevölkerungszahl der Gemeinde Adligenswil ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um fünf Personen angestiegen – von 5309 auf 5314 Einwohner (siehe Tabelle).

Das ist zwar nur eine minime Zunahme. Aber immerhin: Damit ist der Abwärtstrend der vergangenen Jahre gestoppt. Von 2010 bis 2016 hat die Einwohnerzahl von Adligenswil in kleinen Schritten stetig abgenommen – von 5485 Personen auf eben 5309.

Neue Wohnungen und Alterszentrum

Gibt es Erklärungen für die Trendumkehr? «Die leichte Bevölkerungszunahme kann auf eine neue Überbauung mit 48 Wohneinheiten im Zentrum von Adligenswil zurückgeführt werden», sagt die Gemeindepräsidentin Ursi Burkart-Merz (CVP). Sie rechnet mit einer weiteren Bevölkerungszunahme in den kommenden Jahren. Der Grund dafür ist, dass im Rahmen der Gesamtrevision der Ortsplanung zusätzliches Land eingezont wurde (wir berichteten). Die Revision ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Entsprechend ist die Planung der Neuüberbauungen erst im Anfangsstadium.

Zusätzlicher Wohnraum in Adligenswil dürfte mit der Inbetriebnahme des Alters- und Gesundheitszentrums frei werden, «indem ältere Personen in die betreuten Wohnungen ziehen», so Burkart-Merz weiter. Die Bauarbeiten für ebendieses neue Alters- und Gesundheitszentrum verlaufen plangemäss. Die Eröffnung ist im Jahr 2019 vorgesehen. Das Zentrum wird 56 stationäre Pflegeplätze und 46 Wohnungen umfassen.

Zusätzlich prüft die Gemeinde gemäss Burkart-Merz derzeit Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität von Adligenswil als Wohnstandort. Dazu gehören die Einführung von Betreuungsgutscheinen, zeitgemässer neuer Schulraum oder eine Begegnungszone im Dorfzentrum.

Auffällig in der Statistik ist, dass wieder deutlich mehr Personen nach Adligenswil zuziehen. «Es handelt sich um Familien, Paare und Einzelpersonen», sagt die Gemeindepräsidentin. «Etwa 75 Prozent der Zuzüger sind im Jahr 2017 aus dem Kanton Luzern zugezogen, 20 Prozent aus der übrigen Schweiz und 5 Prozent aus dem Ausland.»

45 Prozent der Zuzüger sind bis 30-jährig, 42 Prozent zwischen 31 bis 50 Jahre alt, 13 Prozent sind älter als 50 Jahre. Das ergibt ein relativ tiefes Durchschnittsalter, was der drohenden Überalterung der Gemeinde entgegenwirken könnte. Der Anteil der über 65-jährigen Bewohner hat in Adligenswil im Vergleich zu anderen Gemeinden in den letzten Jahren nämlich überproportional stark zugenommen. Bis 2030 soll er von heute knapp 20 auf 29,1 Prozent steigen, wie Prognosen der kantonalen Statistikstelle Lustat nahelegen (Ausgabe vom 5. August 2017).

6000-Einwohner-Marke ist kein primäres Ziel

Zurück zur Einwohnerzahl: Die Tabelle zeigt auch, dass immer noch mehr Leute von Adligenswil weg- als zuziehen. Das leichte Bevölkerungswachstum konnte auch dank Geburten erzielt werden. «Der Bestand an freien Wohnungen in Adligenswil ist nach wie vor sehr gering», sagt dazu Ursi Burkart-Merz. «Viele junge Erwachsene ziehen, wenn sie von zu Hause ausziehen, in die Stadt oder in eine andere Gemeinde.» Dies wohl auch, weil die Mietzinsen in Adligenswil «nicht die günstigsten» seien. Wie ist es mit dem einst formulierten Ziel, die Bevölkerungszahl in Adligenswil auf 6000 zu steigern? «Durch die Gesamtrevision der Ortsplanung und Massnahmen zur Verdichtung nach innen kann die Schwelle von 6000 Einwohnern erreicht werden», sagt die Gemeindepräsidentin. «Das ist aber nicht unser primäres Ziel. Es wird ein qualitatives Wachstum angestrebt.»

Die neue Version der revidierten Ortsplanung wurde am 26. November 2017 von der Adligenswiler Stimmbevölkerung mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Bevor sie in Kraft treten kann, muss sie nun noch vom Kanton genehmigt werden. Die Stiftung Landschaftsschutz hat durch ihre Beschwerde erreicht, dass anstatt der ursprünglich vorgesehenen rund 70 000 Quadratmeter Neubauland nur noch etwa die Hälfte davon eingezont wird. Insbesondere die geplanten neuen Bauzonen an der Peripherie des Dorfes wurden gestrichen. Eine Einsprache ist noch hängig (wir berichteten).

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