ADLIGENSWIL: Ein Abschied, der bewegt

Hunderte haben in der Kirche St. Martin «Kaffee-Franz» Adieu gesagt. Sein Tod lässt sie ratlos zurück.

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Franz Stalder. (Bild: Dominik Wunderli)

Franz Stalder. (Bild: Dominik Wunderli)

Zur Abdankungsfeier für Franz Xaver Stalder kamen am Freitag Hunderte von Wegbegleitern. Gerne wären sie an diesem Tag auf einen Sprung ins Kaffee-Maschinen-Center an der Bleicherstrasse gegangen, um mit ihm auf seinen Geburtstag anzustossen. Doch so weit kam es nicht mehr.

So bleibt das Datum 2. Juni in besonderer Erinnerung, denn es vereint seinen Geburtstag und den Tag seines Gedenkanlasses. Das macht es zwar nicht einfacher, aber es schliesst sinnbildlich den Lebenskreis. Die Kirche und die Empore füllten sich bis auf den letzten Platz, auch vor der Kirche waren Bänke und Lautsprecher aufgestellt. Hunderte Leute gedachten Franz Stalder, der am 27. Mai gestorben ist.

Ein «kommunikativer und gutmütiger» Mann

Zu Beginn der Feier wurde mit der Flamme der Osterkerze Franz Stalders Taufkerze angezündet. Eine Kerze, die ihn seit seiner Taufe in Hochdorf im Jahr 1952 begleitete, wie Diakon Rolf Asal-Steger den Trauergästen erzählte. Asal liess Stalders Leben in kurzen Stationen nochmals Revue passieren. Es ist eine Geschichte eines Mannes, der als besonders «kommunikativ und gutmütig» bekannt war. Dass er sich gerne mit Menschen austauschte, spiegelte sich auch in der Vielfalt der Trauergäste. Es kamen Personen aus Politik, Wirtschaft, Gastronomie, der nahen und weiteren Nachbarschaft, jüngere und ältere. Viele kannten in einfach vom «Geschäft», bezeichneten ihn gar als Retter ihrer «liebsten Kaffimaschine», andere von einem Schwatz, wenn sie mal aus seinem Kaffeemobil bedient wurden. Berührungsängste kannte Stalder nicht. Er suchte und fand immer Kontakt.

Asal fügte in seinen Worten an, dass Stalder in all seinen Aktivitäten stets «authentisch» gewesen sei. Sowohl auf der hellen wie dunklen Seite des Lebens. «Und wer ihn kannte, der kannte auch die dunkle Seite.» Und diese Seite wurde schliesslich übermächtig und liess ihn sein Leben beenden. «Trotz Trauer, Verlassenheit und Schmerz: Wir werden lernen müssen, seine Entscheidung zu respektieren», so Asal. Kein leichtes Unterfangen. Das drückte auch André Bachmann von der City-Vereinigung Luzern (CVL) in seinen Abschiedsworten aus: «Wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Wir sind jetzt ohne ihn hier.»

Noch fünf Tage vor seinem Tod wurde Franz Stalder als Präsident der CVL im Amt bestätigt. Sein Herz schlug für die Kleingewerbler, für die Stadt. Warum nur, fragte Bachmann die Trauergemeinde, warum nur hat er so ein schweres Herz bekommen? Wie konnte das geschehen, mit solch einem grossen Netzwerk? Die Antwort werde ausbleiben, denn es gebe keine Antwort. Franz Stalder habe grossen Wert auf Solidarität gelegt, sah darin die Stärke und betonte die Pflicht, dazu auch Sorge zu tragen, sagte Bachmann und fügte an: «Erinnern wir uns in diesem Sinne an Franz Stalder und tragen Sorge.»

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch


Hinweis: Das Kaffee-Maschinen-Center ist ab 7. Juni wieder geöffnet.