ADLIGENSWIL: Gemeinderat entfernt Poller

Die Strassenverengung im Dorfzentrum sorgte regelmässig für Stau. Nach massiver Kritik hat der Gemeinderat nun reagiert.

Raphael Gutzwiller
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Die Poller in Richtung Dorfzentrum stehen noch, auf der gegenüberliegenden Strassenseite wurden sie entfernt (hinten). (Bild Boris Bürgisser)

Die Poller in Richtung Dorfzentrum stehen noch, auf der gegenüberliegenden Strassenseite wurden sie entfernt (hinten). (Bild Boris Bürgisser)

In Adligenswil sorgten die Fahrbahnverengungen im Rahmen der 30er-Zone in der Dorfstrasse für Aufregung (unsere Zeitung berichtete). Anwohner beschwerten sich, dass die Poller, die beidseitig angebracht worden waren, die Sicherheit nicht erhöhen, sondern lediglich Stau verursachen. Die Anwohner können nun aufatmen: Die kleinen Pföstchen wurden am vergangenen Freitag auf der einen Strassenseite von Gemeindearbeitern entfernt. Dies bestätigt Gemeinderat Markus Sigrist auf Anfrage unserer Zeitung. Grund seien die Stauphasen während der Hauptverkehrszeit: «Es entstehen Stop-and-go-Situationen. Diese beurteilte der Gemeinderat als ökologisch nicht sinnvoll», so Sigrist. Daher habe der Gemeinderat nun entschieden, vorerst einseitig die Poller zu entfernen.

Doch warum nur einseitig? «Die Poller auf der einen Seite dienen insbesondere dorfeinwärts dazu, das Tempo zu drosseln», erklärt Markus Sigrist. Bis September 2015 laufe die Versuchsphase der 30er-Zone auf der Gemeindestrasse noch.

Tempo-30-Schild verschoben

Roger E. Rölli, Anwohner und ehemaliger SVP-Ortspräsident, kritisierte vor zehn Tagen als Privatperson in unserer Zeitung: «Diese Verengung auf der Fahrbahn ist wirklich fragwürdig. Denn nachts fahren die Raser nun Slalom, und am Tag gibts Stau im Dorf.» Nun zeigt er sich glücklich über den Entscheid, die Poller auf der einen Seite zu entfernen. «Der Druck scheint sich ausbezahlt zu haben.» Neben den Pollern sorgte auch das provisorische Tempo-30-Schild, das beim Dorfkreisel auf der Fahrbahn aufgestellt wurde, für Verengung. Auch hier hat der Gemeinderat reagiert: Die Tafel wurde nun aufs Trottoir verschoben. Mit dem Entscheid zur Entfernung der Verengungen sei ein erster Schritt in die «richtige Richtung» gemacht, so Rölli. «Wichtig ist nun aber auch, dass wieder ein Fussgängerstreifen im Bereich der Migros gemacht wird.»

Migros will Zebrastreifen zurück

Dem pflichtet Markus Winter, Besitzer der Migros-Partner-Filiale in Adligenswil, bei. «Ein Fussgängerstreifen ist insbesondere für Kinder an dieser Stelle notwendig.» Die Entfernung der Poller sei von der Kundschaft im Migros Partner positiv aufgenommen worden, so Markus Winter. «Zudem vereinfacht diese Änderung auch die Zu- und Wegfahrt zu unserem Parkplatz.

Josef Zemp, ebenfalls Anwohner, gibt zu bedenken, dass es mit der einseitigen Entfernung der Poller nicht getan sei. Denn die Busse und Postautos hätten auch jetzt noch Mühe, auf der Dorfstrasse zu kreuzen. Zemp fordert deshalb weitere Massnahmen vom Gemeinderat. Er hofft, dass dieser seinen «Fehler» zugeben werde. «Die 30er-Zone ist am falschen Ort. Daher sollen alle Poller entfernt und die 30er-Zone wieder in eine 50er umgewandelt werden.» Ein weiterer Anwohner, Dieter Kutschera, findet, die Entfernung der Poller sei «eine Reaktion, die etwas bringt». Kutschera fügt hinzu: «Aus meiner Sicht sollte der Verkehrsfluss nun besser sein.» Dass der Gemeinderat auch den Entscheid zur 30er-Zone rückgängig machen wird, glaubt er indes nicht. «Der Gemeinderat wird kaum zurückkrebsen», so Kutschera.

Poller behinderten Postautos

Beat Wiget, Leiter Postauto Zentralschweiz, bestätigt, dass das Kreuzen durch die Verengungen in Adligenswil schwieriger geworden sei. «Je weniger Hindernisse auf der Strecke sind, desto einfacher ist es für die Chauffeure zu fahren», so Wiget. Rückmeldungen zu der Entfernung der Poller habe er noch nicht erhalten.