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Adligenswil hat in der Bildung eine Lücke

Das Präsidium der Bildungskommission in Adligenswil ist zurzeit vakant. Dabei hat die Gemeinde im Schulbereich grossen Handlungsbedarf.
Hugo Bischof
Jacken hängen in einer Garderobe. (Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

Jacken hängen in einer Garderobe. (Bild: Pius Amrein, 8. Februar 2019)

Die Adligenswiler Bildungskommission ist bis auf weiteres ohne Präsidentin oder Präsident. Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen lief Anfang September ab – ergebnislos. Das ist nicht ohne Brisanz, denn gerade im Bildungs- und vor allem im Schulbereich hat Adligenswil in nächster Zeit Grosses vor. Die bisherige Präsidentin der Bildungskommission Gisela Widmer Reichlin musste von diesem Amt zurücktreten, nachdem sie Mitte Juni zur neuen Adligenswiler Gemeinderätin gewählt worden war. Die Ersatzwahl wurde notwendig, weil Finanzvorsteher Pascal Ludin vorzeitig zurücktrat.

Zeitpunkt «vermutlich ungünstig»

Gisela Widmer Reichlin (SP) übernahm im Adligenswiler Gemeinderat das Amt als Bauvorsteherin. Bildungsvorsteherin ist Felicitas Marbach-Lang (CVP). Der Zeitpunkt der Kandidatensuche für das Präsidium der Bildungskommission während der Sommerferien sei «vermutlich ungünstig gewesen», sagt Marbach-Lang. Gerade weil es in Adligenswil im Schulbereich wichtige Themen anzupacken gelte, hätten die politischen Parteien «nicht leichtfertig irgend eine Kandidatin oder einen Kandidaten vorgeschlagen, sondern standen dazu, dass sie über die Sommertage keine valable Kandidatur aufstellen konnten».

Die Bildungskommission berät den Gemeinderat im gesamten Themenbereich der Bildung und der Volksschule. Sie wirkt insbesondere bei der strategischen Schulplanung, bei Fragen zu Schulmodellen und bei der Vorbereitung des politischen Leistungsauftrages der Schule mit. Gemeinderätin Marbach-Lang betont:

«Es ist wichtig, dass eine Kandidatin, ein Kandidat für das Präsidium der Kommission dieses Amt längerfristig ausführen wird, damit Kontinuität gewährleistet ist.»

Ein aktueller Brennpunkt ist die Schulraumplanung. Damit ist man aber gut ein Jahr im Verzug. Mit der Abstimmung über den Baukredit – nach Durchführung des Wettbewerbs und Erarbeitung des Vorprojekts – wird nun frühestens im Jahr 2020 gerechnet. «Durch die veränderte Ausgangslage im Pflegebereich stand unser neu eröffnetes Pflegezentrum Riedbach AG im Fokus der letzten Monate», sagt dazu Felicitas Marbach-Lang. «Es ist deshalb wichtig, die finanzielle Weiterentwicklung und Stabilisierung des Pflegezentrums zu beobachten, bevor weitere Grossprojekte in Angriff genommen werden.» Gemeinderätin Felicitas Marbach-Lang betont:

«Selbstverständlich hat die Schulraumplanung weiterhin sehr hohe Priorität, weil unsere Schulanlagen wirklich dringend sanierungsbedürftig sind.»

Geplant ist, dass die Primarschule und die Kindergärten ins heutige Oberstufenschulhaus Obmatt ziehen. Die Oberstufe zügelt ins Dorfschulhaus, das Schulhaus Dorf 1 wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, das Schulhaus Kehlhof wird abgerissen. «Alle Schulanlagen müssen gesamthaft betrachtet werden, damit die räumlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige und pädagogisch sinnvolle Gesamtschule in Adligenswil geplant werden können», sagt Marbach-Lang. «Ausserdem stehen in Adligenswil bei allen Schulhäusern nötige Sanierungen an, was eine gesamthafte Betrachtungsweise notwendig macht.»

«Führungsvakuum» in der Schule

Handlungsbedarf gibt es auch im Führungsbereich der Schule. Eine externe Evaluation durch den Kanton ergab, dass zahlreiche Wechsel in Schulleitung und Rektorat zu einem «gewissen Führungsvakuum» führten. Der Gemeinderat habe schon vor dem Ergebnis der Evaluation reagiert, als er befristet die Pensen der Schulleitungen erhöhte, sagt dazu Marbach-Lang:

«Es ist klar das Ziel des Gemeinderats, die operative Schulleitung zu stärken, damit Defizite aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden können.»

Ausserdem wolle man mit der operativen Schulführung eine Schulstrategie erarbeiten, «die zu einem gemeinsamen Commitment aller Schulbeteiligten führen soll». Das vakante Präsidium der Bildungskommission soll bei den Gesamterneuerungswahlen 2020 neu besetzt werden. Bis dahin leitet Vizepräsidentin Alexandra Blättler-Derungs die Sitzungen. Weiter gehören der Kommission Lisa Kleger, Petra Waser-Cornel und von Amtes wegen Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin Felicitas Marbach-Lang an. Jährlich finden etwa zehn Sitzungen statt. Das Sitzungsgeld beträgt wie bei allen Kommissionen in Adligenswil 30 Franken pro Stunde (Präsidium 35 Franken). In Adligenswil gibt es insgesamt fünfzehn Kommissionen – von der Betriebskommission Zentrum Teufmatt über die Energiekommission bis zur Kinder- und Jugendkommission. Die Kulturkommission war längere Zeit vakant. Sie konnte jetzt neu besetzt werden. Er freue sich, dass «die kulturpolitische Drehscheibe in der Gemeinde wieder aktiv wird», teilte der Gemeinderat mit. Mitglieder der Kulturkommission sind Michela Grunder (Präsidentin), Niki Bossert, Heidi Duner, Walter Fölmli, Rolf Zöllig und von Amtes wegen Francesca Brignoli Lutz, Rektorin und Abteilungsleiterin Bildung und Kultur.

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