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Adligenswil: Markus Gabriel (SVP) fordert Gisela Widmer (SP) heraus

Finanzvorsteher Pascal Ludin (SP) ist Ende Mai vorzeitig aus dem Adligenswiler Gemeinderat zurückgetreten. Am 16. Juni kommt es zur Kampfwahl um seine Nachfolge. Wir stellten den beiden Kandidaten vier Fragen.
Hugo Bischof

Die beiden Kandidaten beantworten vier Fragen zu den Themen Überalterung, Entwicklung des Dorfkerns, zum kürzlich eröffneten Pflegezentrum Riedmatt und der in Ebikon geplanten Deponie Stuben.

Markus Gabriel (SVP)

Gemeinderatskandidat Markus Gabriel (SVP) vor der markanten Skulptur beim Gemeindehaus in Adligenswil. Bild: Pius Amrein (Adligenswil, 5. Juni 2019)

Gemeinderatskandidat Markus Gabriel (SVP) vor der markanten Skulptur beim Gemeindehaus in Adligenswil. Bild: Pius Amrein (Adligenswil, 5. Juni 2019)

Der SVP-Kandidat Markus Gabriel ist 54-jährig, verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 23, 24 und 26 Jahren. Er wohnt seit 26 Jahren in Adligenswil und ist Geschäftsführer der Gabriel Rebsamen AG in Dierikon. Markus Gabriel ist seit 2015 Co-Präsident der SVP Ortspartei Adligenswil und seit 2015 Mitglied der Controlling-Kommission der Gemeinde Adligenswil. Von 2012 bis 2015 war er Mitglied der Planungskommission Adligenswil, 2011/2012 Vorstandsmitglied im parteiunabhängigen Komitee «Pro Adlige». Er ist unter anderem seit 2003 auch Fachexperte für die Gebäudeversicherung des Kantons Luzern. Markus Gabriel ist auch sozial aktiv. Er engagierte sich etwa für die Jugendtreffsanierung, die Pausenplatzsanierung «Kehlhof» und den Familienpicknickplatz «Oberebnet». «Werde ich als Gemeinderatsmitglied gewählt, liegt mein Schwerpunkt ganz klar auf der Finanzpolitik und der damit verbundenen strategischen Ausrichtung», sagt er. Sein Lebensmotto lautet: «Nach Worten müssen Taten folgen.»

Adligenswil ist überaltert. Von den derzeit knapp 5400 Einwohnern sind etwas mehr als 1000 im Pensionsalter. Wie kann die Gemeinde auch für Familien und junge Leute wieder attraktiver werden?

Mit dem Bauabschluss der Alterswohnungen werden zurzeit grössere Wohnungen und Häuser für Familien frei. Zusätzlich können wir mit dem neuen Zonenplan weitere bedürfnisgerechte Wohnräume planen. Wir besitzen trotz vergangener Turbulenzen eine attraktive Schule mit familienergänzenden Tagesstrukturen, öffentliche Spielplätze, Naturfreiräume in unmittelbarer Nähe etc. Wir sollten Adligenswil nach aussen wieder positiv «vermarkten».

Rund 24 Millionen Franken wird die Entwicklung des Dorfkerns kosten. Dazu kommen gut 30 Millionen für die Schulraum-Entwicklung (inklusive Ersatz- und Erweiterungsbauten). Lohnen sich diese Ausgaben?

In erster Linie müssen wir uns die Frage stellen, ob und wie wir das finanzieren können und wollen. Denn es stehen noch weitere finanzintensive Projekte wie zum Beispiel die Sanierung der Dorfstrasse an. Somit braucht es zuerst zwingend eine Finanzstrategie, bevor weitere Planungsgelder ausgegeben werden. Niemand könnte verstehen, wenn wir schlussendlich mit viel Geld schöne Projekte auf Papier bringen, uns diese aber nicht leisten können.

Die Auslastung des kürzlich eröffneten Pflegezentrums Riedbach liegt klar unter den Erwartungen. Zudem kam es bei der Planung und Inbetriebnahme zu massiven Mehrkosten. Welche Massnahmen braucht es nun?

Das Pflegezentrum wird durch eine eigenständige Aktiengesellschaft und somit strategisch von Verwaltungsräten (VR) geführt. Die massiven Mehrkosten entstanden durch falsche Annahmen und unklare Verantwortlichkeiten bei Schnittstellen zwischen Bauerschaft, Betreiber AG und Gemeinde. Als Massnahme sind die unklaren Verantwortlichkeiten zu klären und es gilt, ein Finanzreporting einzuführen, womit der VR den Gemeinderat regelmässig orientieren wird.

Die in Ebikon geplante Deponie Stuben wird zu Mehrverkehr in Adligenswil führen. Was kann gegen die negativen Auswirkungen getan werden?

Um mir ein persönliches Bild zu machen, fuhr ich mit einem LKW-Fahrer die Strassen durch Adligenswil ab. Für mich ergaben sich drei Erkenntnisse. Erstens: LKW-Fahrten fördern den Langsamverkehr. Zweitens: Sicherheitsmassnahmen wie zusätzliche Sichtspiegel, Demontage von sichteinschränkenden Tafeln sind notwendig. Drittens: Die Dorfstrasse benötigt langfristig eine Gesamtsanierung mit Sicherheitsmassnahmen wie Radweg, Fussgängerstreifen etc.

Gisela Widmer (SP)

Gemeinderatskandidatin Gisela Widmer Reichlin (SP) an der Zufahrtstrasse zu Adligenswil.Bild: Nadia Schärli (Adligenswil, 27. März 2019)

Gemeinderatskandidatin Gisela Widmer Reichlin (SP) an der Zufahrtstrasse zu Adligenswil.
Bild: Nadia Schärli (Adligenswil, 27. März 2019)

Die SP-Kandidatin Gisela Widmer Reichlin ist 44-jährig, verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 9 und 12 Jahren. Sie lebt seit 2012 in Adligenswil, ist Primar-, Gymnasial- und Berufsschullehrerin und hat eine Ausbildung als Museums- und Kunstpädagogin. Bis im Sommer 2018 unterrichtete sie am Berufsbildungszentrum BBZB Weggismatt in Luzern im Fachgebiet Goldschmied. Momentan hat sie keine Anstellung als Lehrkraft. Sie ist politisch sehr aktiv als Präsidentin der Bildungskommission, Mitglied der Steuergruppe Schulraumplanung und als Präsidentin der Kommission Schulische Dienste mit Neuorganisation. Zudem führt sie ein eigenes Atelier für Gestaltung mit Kursangebot. Seit 2018 ist sie Co-Präsidentin der SP Adligenswil. Ein wichtiges Thema ist für sie die Schulraumplanung. Auch bei den familienergänzenden Strukturen will sie einen Schritt weitergehen. Vordringlich ist für sie auch die überregionale Zusammenarbeit, etwa bei der Musikschule, den sozialen Institutionen und den Schulischen Diensten.

Adligenswil ist überaltert. Von den derzeit knapp 5400 Einwohnern sind etwas mehr als 1000 im Pensionsalter. Wie kann die Gemeinde auch für Familien und junge Leute wieder attraktiver werden?

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gezielt zu fördern. Die Wiedereinführung der schulergänzenden Tagesstrukturen und die einkommensabhängige Entlastung durch Betreuungsgutscheine sind ein wichtiges Zeichen. Für junge Familien sind gute Schulen und eine intakte Natur essenziell. Ebenso wichtig sind ein attraktives Musikschulangebot, eine gut bestückte Bibliothek sowie Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und gute ÖV-Anbindungen.

Rund 24 Millionen Franken wird die Entwicklung des Dorfkerns kosten. Dazu kommen gut 30 Millionen für die Schulraum-Entwicklung (inklusive Ersatz- und Erweiterungsbauten). Lohnen sich diese Ausgaben?

Ein attraktiver Dorfkern und eine moderne Schulinfrastruktur sind für mich zentrale Punkte für eine hohe Standortqualität unserer Gemeinde. Hier besteht klarer Handlungsbedarf. Davon profitieren alle – vom lokalen Gewerbe über die Vereine bis zu allen Generationen im Dorf. Priorität hat für mich klar die Schulraumentwicklung. Eine intensive Diskussion über die konkreten Projekte sind, unter Einbezug der ganzen Bevölkerung, unbedingt nötig.

Die Auslastung des kürzlich eröffneten Pflegezentrums Riedbach liegt klar unter den Erwartungen. Zudem kam es bei der Planung und Inbetriebnahme zu massiven Mehrkosten. Welche Massnahmen braucht es nun?

Der weitsichtige Entscheid für das Pflegezentrum Riedbach ist langfristig richtig und bedeutet eine erhebliche Verbesserung der Wohnqualität für die ältere Generation. Die Bewohnerzahlen in den letzten Monaten steigen kontinuierlich und stimmen zuversichtlich. Die aktive Bewerbung zeigt Wirkung. Mit einem engen Controlling gilt es die Kosten im Griff zu halten. Dies liegt in der Verantwortung des Verwaltungsrates und des Gesamtgemeinderates.

Die in Ebikon geplante Deponie Stuben wird zu Mehrverkehr in Adligenswil führen. Was kann gegen die negativen Auswirkungen getan werden?

Mit bis zu 30 Lastwagenfahrten pro Tag quer durch das Dorfzentrum, mehrere Schulwege kreuzend, müssen wir Massnahmen ergreifen. Die Schulwegsicherheit hat für mich oberste Priorität. Die Umsetzung einer Tempo-30-Zone ohne unverhältnismässige Behinderung des Verkehrsflusses muss diskutiert werden. Zudem müssen wir den Lärmschutz beachten; Verkehrslärm mindert die Lebensqualität der Anwohner und verringert den Wert der Liegenschaften.

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