Adligenswil rechnet im kommenden Jahr mit einem Finanz-Defizit

Der Gemeinderat Adligenswil budgetiert im Voranschlag 2020 einen Aufwandüberschuss von 153 792 Franken. Dem Ertrag von rund 37,63 Millionen steht ein Aufwand von rund 37,78 Millionen Franken gegenüber.

Hugo Bischof
Drucken
Teilen

Die wesentlichen Faktoren, die zum Aufwandüberschuss führen, sind die kantonale Aufgaben- und Finanzreform 2018 (AFR 18), der Finanzausgleich und die Mehrabschreibungen. Ohne diese würde ein Ertragsüberschuss von 908 000 Franken resultieren, teilte der Gemeinderat mit.

Steigende Bildungskosten

Beim Personalaufwand ist gegenüber dem Budget 2019 ein Anstieg von 317 000 Franken vorgesehen. Vor allem bei der Bildung steigen die Lohnkosten (eine Klasse mehr, genereller Lohnanstieg). Mehrkosten verursachen auch der Lehrplan 21 (Lehrmittel, ICT) sowie das seit August 2019 neue Angebot der Tagesstrukturen. Ebenfalls besteht ein Nachholbedarf beim Unterhalt der Immobilien. Weil aufgrund von AFR 18 der Kanton neu 50 Prozent der Kosten übernimmt (bisher 25 Prozent), wird Adligenswil in diesem Bereich dennoch insgesamt um 2,1 Millionen Franken entlastet. Mehrkosten von rund 755 000 Franken entstehen dafür im Bereich Gesundheit, Soziales und Gesellschaft.

Weniger Steuereinnahmen wegen AFR18

Mit Mindereinnahmen von rund 849 000 Franken rechnet Adligenswil bei den Steuern der natürlichen und juristischen Personen. Grund dafür ist der Steuerfussaustausch zwischen Kanton (plus 0,1 Einheiten) und Gemeinden (minus 0,1 Einheiten). Gemäss diesem muss Adligenswil seinen Steuerfuss 2020 auf 2,0 Einheiten senken. Ab 2021 können die Gemeinden ihren Steuerfuss wieder frei bestimmen. Er soll gemäss Gemeinderat ab 2021 wieder auf 2,1 Einheiten erhöht werden.

Stärkere Belastung beim Finanzausgleich

Auch beim Finanzausgleich wird Adligenswil stärker belastet. Die guten Rechnungsergebnisse der letzten Jahre führen dazu, dass im Jahr 2020 die Nettozahlung 667 200 Franken beträgt – rund 525 500 Franken mehr als gemäss Budget 2019. Die Nettoinvestitionen der Gemeinde Adligenswil belaufen sich im Jahr 2020 auf 3,6 Millionen Franken. Davon sind 1,3 Millionen Franken für den Unterhalt der Immobilien vorgesehen. Ein wesentlicher Anteil betrifft das Zentrum Teufmatt, das Schulhaus Dorf 2 sowie die Dottenbergturnhalle. (hb)