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ADLIGENSWIL: Trotz Kritik: Tempo 30 bleibt

Die 30er-Zone im Dorfzentrum ist auch nach einem halben Jahr umstritten. Trotzdem bleibt sie wohl über die Versuchsphase hinaus. Der Gemeinderat stellt aber Kompromisse in Aussicht.
Die Verengungen in der Adligenswiler 30er-Zone sorgen für Stau - und für Diskussionen. (Bild Pius Amrein)

Die Verengungen in der Adligenswiler 30er-Zone sorgen für Stau - und für Diskussionen. (Bild Pius Amrein)

Raphael Gutzwiller

Egal wo, 30er-Zonen sorgen für Diskussionen: Die einen fordern sie, die anderen verteufeln sie. Dennoch war der Aufschrei in Adligenswil besonders laut, als der Gemeinderat sich entschied, auf der Dorfstrasse zwischen dem Kreisel Rössli und der Verzweigung ­Obgardi eine Tempo-30-Zone zu testen. Im ­Oktober 2014 wurde die Zone inklusive Strassenverengungen umgesetzt. Anwohner bezeichneten sie in der Folge als Schikane, unnötig und zu teuer. Sogar im Nachbardorf Udligenswil wurde an der Gemeindeversammlung bei einer Diskussion über eine 30er-Zone in einem Quartier gefragt: «Wollen wir etwa denselben Fehler machen wie Adligenswil?»

Rund ein halbes Jahr nach der Einführung der provisorischen 30er-Zone auf der Dorfstrasse ist es ruhiger geworden. «Es hat sich wieder normalisiert», sagt Gemeinderat Markus Sigrist (CVP) auf Anfrage. Dennoch sei die Kritik nie ganz verstummt: «Bei einer 30er-Zone gibt es immer Freunde und Gegner», so Sigrist. Die einseitige Entfernung der Strassenverengungen rund einen Monat nach der Einführung der Zone habe die Situation beruhigt, sagt Sigrist. «Seit da hat es sich merklich gebessert, da sogenannte Stop-and-go-Situationen seltener geworden sind.»

«Effektive Lösung für Sicherheit»

Bis im September dauert die Testphase der 30er-Zone noch. «Nach der Versuchsphase werden die Erfahrungen evaluiert, und der Gemeinderat wird über das weitere Vorgehen entscheiden», sagt Sigrist. Das Beibehalten der Zone scheint aber wahrscheinlich. «Tempo 30 bleibt eine effektive Lösung für eine erhöhte Sicherheit im Dorfzentrum», so Sigrist. «Ein Versuch ganz ohne Poller ist sicher auch noch prüfenswert.»

Für die Überwachung und die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorgabe sorgt seit einigen Wochen auch ein Info-Radar. Dieser misst die Geschwindigkeit und zeigt sie an. «Der Info-Radar hat sich als gute Lösung bewährt», sagt Sigrist. «Wenn es bei einem Autofahrer eine erhöhte Geschwindigkeit anzeigt, geht er im Normalfall schnell auf die Bremse.» Einen «scharfen» Radar soll es in nächster Zeit noch nicht geben. «Während der Versuchsphase sollte man auch ohne auskommen», findet Markus Sigrist. Dennoch ist das Problem vorhanden, dass ortskundige Autofahrer meist wissen, dass keine Busse droht, auch wenn man beim Info-Radar zu schnell fährt. «Autofahrer, die dann zu schnell fahren, provozieren, dass die Polizei einen Radar aufstellt und Messungen macht», erklärt Sigrist.

Nicht die gesamte Adligenswiler Bevölkerung teilt die Meinung des Gemeinderats. Anwohner Dieter ­Kutschera findet, dass sich die Situation wenig gebessert habe. «Am Anfang war auf der Dorfstrasse ein pures Chaos», so ­Kutschera. Dies sei jetzt nicht mehr ganz so schlimm. Grund für die Besserung sei neben der einseitigen Entfernung der Poller auch die Tatsache, dass das Postauto seltener als früher über die Dorfstrasse fährt. «Wenn das Postauto durchfährt, ist es aber immer noch schwierig zu kreuzen», sagt Kutschera. Zwar wüssten die Autofahrer inzwischen besser, wann Kreuzen möglich ist. «Autos können trotz Verengungen im Normalfall problemlos kreuzen. Anfangs hatten da viele Autofahrer vielleicht noch grössere Hemmungen», so Kutschera. Dennoch sei es schon zu Streifkollisionen gekommen. «Die Gefahr, dass Autos sich zum Beispiel bei den Rückspiegeln berühren, ist durch die Verengungen natürlich grösser geworden.» Deshalb findet er auch, dass die verbleibenden Poller entfernt werden müssen.

Dieter Kutschera findet es nachvollziehbar, dass die Geschwindigkeit von den Autofahrern nicht immer eingehalten werde: «Vor allem dorfeinwärts wird wegen des Strassengefälles leicht schneller gefahren.»

Lärmbelastung hat zugenommen

Auch Jean-Pierre Michel, Vizepräsident der SVP Adligenswil, schreibt in einem Leserbrief in unserer Zeitung: «Es ist endlich Zeit, dass der Gemeinderat seinen Fehlentscheid erkennt und zur alten Ordnung zurückkehrt.» Sprich: Es soll auf der Dorfstrasse wieder Tempo 50 gelten.

Durch die Tempo-30-Zone sei es lauter geworden als früher, so Michel. «Die Lärmbelastung hat für die Anwohner massiv zugenommen.» Am Ende der 30er-Zone werde ausserdem nochmals hochtourig beschleunigt, da die Autofahrer möglichst rasch wieder mit der maximal erlaubten Geschwindigkeit fahren möchten.

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