Adligenswiler Fasnacht fällt aus

Die Gemeinde Adligenswil muss 2011 auf die Fasnachtsparty und den Umzug verzichten. Schuld sind minderjährige Rauschtrinker.

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Daraus wird heuer nichts: Die «Mörlibach Geischter Adlige» am Umzug vom 13. Februar. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Daraus wird heuer nichts: Die «Mörlibach Geischter Adlige» am Umzug vom 13. Februar. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Vereine bauen kreative Wagen für den Umzug durchs Dorf, Kinder verkleiden sich als Ritter oder Prinzessinnen, die Guuggenmusigen untermalen das Geschehen mit der passenden Musik und am Abend feiern Tausende den die Adligenswiler Fasnacht bei einer rauschenden Feier. Die Fasnacht gehört fest ins Adligenswiler Jahresprogramm. Doch damit ist es nun vorbei: 2011 wird es in der Gemeinde keinen Rüüdigen Samschtig geben.

Türen und Postauto beschädigt
«Der Vandalismus und die Aggressivität nehmen jährlich zu», heisst es auf der Homepage des Adligenswiler Fasnachtskomitees (AFK). So hätten Partygäste vergangenes Jahr Türen im Schulhaus eingetreten und ein Postauto beschädigt. Ausserdem wachse der Missbrauch von Ausweisen durch Minderjährige jährlich «beinahe exponenziell», heisst es weiter.

Situation analysiert
Auf Nachfrage unserer Zeitung kommentiert das AFK das Fasnachts-Aus in einer schriftlichen Mitteilung. AFK-Präsident Rolf Lötscher erklärt darin, dass eine eingehende Analyse der Sachlage das AFK bereits am vergangenen Rüüdigen Samschtig zu zwei Massnahmen veranlasst habe: «Das Mindesteintrittsalter wurde auf 18 Jahre angehoben und das Sicherheitsdispositiv wurde massiv erhöht.» Dadurch habe sich das AFK erhofft, die Attraktivität für Minderjährige Rauschtrinker zu senken. Den erwünschten Effekt habe man jedoch nicht erzielen können.

Guugenmusig gibt Rückenwind
Die Adligenswiler Guuggenmusig «Mölibach Geischter» steht hinter dem Entscheid des AFK. «Es ist schon so, dass es immer mehr vandaliert wird. Ich finde es gut, dass das AFK eine Pause einlegt», sagt Pirmin von Burg, Programmchef der Musik. Grundsätzlich finde er es aber schade, dass die Fasnacht in seiner Gemeinde nicht stattfinden werde: «Wir haben uns überlegt, selber etwas zu organisieren, aber die Zeit war zu knapp.» Erfahren habe man erst Ende November, dass das AFK den Rüüdigen Samschtig 2011 ausfallen lasse.

«Unpopuläre Entscheidung»
Mit diesem Entscheid rennt das OK bei der Gemeinde offene Türen ein. «Man muss manchmal den Mut haben, eine unpopuläre Entscheidung zu treffen», sagt Gemeinderat Markus Sigrist. Das AFK handle vernünftig, indem es ein Zeichen setze, bevor noch irgendetwas passiere. Von den rund 5000 Besuchern jedes Jahr komme nur ein verschwindend geringer Teil aus Adligenswil. «Unserem Rüüdigen Samschtig eilt der Ruf voraus, dass man hier richtig Gas geben kann», sagt Sigrist. Auch wenn nur einzelne vandalieren würden, so hätten aber der Alkoholmissbrauch und die Gewaltbereistschaft bei Jugendlichen stark zugenommen. Das AFK will nun das Konzept für die Adligenswiler Fasnacht überdenken. Man sei überdies zuversichtlich, dass der Rüüdige Samschtig 2012 in Adligenswil wieder stattfinden könne.

Aleksandra Mladenovic