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Adligenswiler sorgen sich wegen geplanter Deponie

In Ebikon soll eine Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial entstehen. Weil ein grosser Teil der Verkehrserschliessung über Adligenswil erfolgt, fürchtet man sich dort nun um die Sicherheit von Anwohnern und Schulkindern.
Hugo Bischof

Die in Ebikon an der Grenze zu Adligenswil geplante Deponie Stuben löst viel Kritik aus. In Ebikon bemängelten die politischen Parteien die nach ihrer Ansicht ungenügende Information durch den Gemeinderat (wir berichteten). Nun regt sich auch in Adligenswil Widerstand. Die Gemeinde werde durch die Deponie an Attraktivität verlieren, schreibt die CVP Adligenswil in einer Mitteilung.

Im Fokus steht die Verkehrserschliessung, die zu zwei Dritteln von Adligenswil her erfolgen soll. Die CVP verlangt vom Gemeinderat deshalb eine «klare Stellungnahme» bezüglich Lärmimmissionen, mögliche Geschwindigkeitsreduktionen und der Sicherheit von Anwohnern und Schulkindern.

FDP: «Auswirkungen abfedern»

Auch die FDP ist besorgt über die Verkehrszunahme durch die Lastwagen, welche Aushubmaterial zur Deponie führen werden. «Unsere Gemeinde muss schauen, dass sie die Sicherheit und Lärmbelästigung kontrollieren kann», sagt FDP-Präsidentin Marion Maurer. Stichworte seien «Tempobeschränkung, Schutz der Kinder durch Lotsendienste und zeitliche Lastwagenbeschränkungen, wenn die Kinder auf dem Schulweg sind». Es sei fraglich, ob man rechtlich etwas gegen die Deponiepläne machen könne: «Vermutlich bleibt nichts anderes, als die Kröte zu schlucken und mit Massnahmen die Auswirkungen abzufedern.»

Für Kopfzerbrechen sorgt der Mehrverkehr auch bei der SVP. Deren Co-Präsident Markus Gabriel sieht die Hauptgefahr beim «Rössli»-Kreisel im Dorfzentrum: «Hier hat es drei Fussgängerstreifen, die von Schulkindern benutzt werden. Deren Sicherheit muss gewährt bleiben.» Sowohl SVP als auch FDP erwarten zudem, dass Adligenswil für die zusätzliche Belastung der Strassen finanziell entschädigt wird.

Einen Vorschlag, um die Verkehrszunahme zu minimieren, haben die Grünen. Deren Präsident Andreas Heggli sagt: «Was aus der Stadt und dem westlichen Teil von Meggen angeliefert wird, darf nicht durch das Dorfzentrum von Adligenswil geführt werden, sondern muss den Weg über Schlösslihalde-Unterlöchli nehmen.» Das Dorfzentrum dürfe nur mit Fahrten aus Udligenswil, Meierskappel und dem östlichen Meggen belastet werden.

Grüne: Aushubmaterial schonender verwenden

Für die Grünen stellen sich überdies grundsätzliche Fragen. Man müsse bei jedem Kubikmeter Aushubmaterial überlegen, «ob dafür nicht eine schonendere und sinnvollere und letztlich kostengünstigere Verwendung möglich ist – und dies möglichst nahe dort, wo das Material anfällt», sagt Heggli. Dafür fehlten Ideen, Konzepte, Experimente und vor allem Anreize. Die Grünen schlagen dem vorgesehenen Betreiber der Deponie, die Firma Gloggner AG, vor, drei Prozent des Umsatzes «der Luzerner Hochschule für Technik und Architektur in Horw für entsprechende Studien und begleitende Beobachtungen zur Verfügung zu stellen». SP und GLP waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die politischen Parteien stossen mit ihren Bedenken beim Adligenswiler Gemeinderat auf offene Ohren. Bauvorsteher Peter Stutz (FDP) betont: «Der Gemeinderat Adligenswil ist sich bewusst, dass es solche Deponien braucht. Er hat aber grösste Bedenken wegen des Mehrverkehrs, zumal zwei Drittel davon durchs Dorf Adligenswil zu erwarten sind.» Die Lärmbelastung an der Dorfstrasse sei bereits heute zu hoch «und wird mit der Deponie noch steigen, da vor allem im Sommerhalbjahr die meisten Aushubtätigkeiten und damit verbundenen Lastwagenfahrten zu erwarten sind». Zudem beurteile man auch die Auswirkung auf die unmittelbar angrenzende Wohnzone der Deponie «als kritisch», so Stutz.

Gemeinderat: Suche nach verträglicher Lösung

Auch der Gemeinderat befürchtet, dass durch den Mehrverkehr die Sicherheit im Dorfzentrum «mit weit über 600 Schulkindern» beeinträchtigt werde. «Deshalb sind wir in Kontakt mit dem Gemeinderat Ebikon, dem Planungsbüro und dem Deponiebetreiber», sagt Peter Stutz, «mit dem Ziel, eine für Adligenswil möglichst verträgliche Lösung zu erreichen.» Für die Errichtung der Deponie ist in der Gemeinde Ebikon eine Teilzonenplanänderung nötig. Zurzeit befindet sich das Baugesuch beim Kanton Luzern zur Vorprüfung.

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