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ADOPTION: «Regenbogenfamilien»: Das neue Adoptionsrecht greift

Gleichgeschlechtliche Paare dürfen seit Anfang Jahr Kinder adoptieren. Offensichtlich haben einige von ihnen auf diese Möglichkeit gewartet. Denn bereits behandelt der Kanton mehrere Gesuche.
Christian Glaus
Seit diesem Jahr dürfen gleichgeschlechtliche Paare Stiefkinder adoptieren. (Bild: Getty)

Seit diesem Jahr dürfen gleichgeschlechtliche Paare Stiefkinder adoptieren. (Bild: Getty)

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Eine bedeutende Modernisierung hat das Schweizer Adoptionsrecht erfahren. Seit diesem Jahr können nämlich auch gleichgeschlechtliche Paare Stiefkinder adoptieren. Für die betroffenen Personen ist diese Veränderung von grosser Bedeutung, sagt Sandra Fasola, juristische Mitarbeiterin bei der Abteilung Gemeinden des kantonalen Justiz- und Sicherheitsdepartements: «Damit wurde rechtlich nachvollzogen, was sozial schon gelebt wird.» Konkret bedeutet das: Wenn eine Frau aus einer früheren Partnerschaft ein Kind mitbringt und jetzt mit einer Partnerin zusammenlebt, darf diese das Kind adoptieren. Gewisse Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein, etwa die Zustimmung des leiblichen Vaters. Entsprechendes gilt für das andere Geschlecht.

Noch in einem weiteren Punkt wurde das Adoptionsrecht gelockert: Paare müssen für die Stiefkindadoption neu nicht mehr fünf Jahre oder länger verheiratet sein. Es reicht, wenn sie seit mindestens drei Jahren im gleichen Haushalt leben.

Die Neuerungen haben nun zu einem deutlichen Anstieg der Gesuche im Kanton Luzern geführt. Seit Anfang Jahr sind zwölf Gesuche für die Adoption von Stiefkindern eingegangen, wie Sandra Fasola auf Anfrage unserer Zeitung bekannt gibt. In der gleichen Periode der Vorjahre behandelte ihre Abteilung jeweils zwischen einem und vier Anträgen.

Mehrere homosexuelle Paare beantragen Adoption

Elf der eingegangenen Gesuche seien klar auf die Lockerung des Adoptionsrechts zurückzuführen, sagt Fasola. Detaillierte Zahlen zur Art der Gesuche gibt sie aufgrund der geringen Menge und mit Verweis auf die Schweigepflicht nicht bekannt. Sie sagt aber, dass mehrere Gesuche von gleichgeschlechtlichen Paaren eingereicht wurden. «Es handelt sich dabei um Frauen- und Männerpaare.» Auch mehrere Paare, welche gemäss altem Recht noch nicht lange genug verheiratet waren, haben Gesuche eingereicht.

Sandra Fasola hat mit den Paaren, die ein Kind adoptieren wollen, meist direkten Kontakt. Sie weiss: «Vor allem gleichgeschlechtliche Paare haben die Änderung des Adoptionsrechts mitverfolgt. Sie haben darauf gewartet, dass sie ein Gesuch einreichen können, und sind nun glücklich über diese Möglichkeit.» Emotional werde es im Kontakt mit den Gesuchstellern allerdings selten: «Auf der emotionalen Ebene besteht die Beziehung bereits. Mit der Adoption wird eine Verwandtschaft auch rechtlich gebildet.»

Adoptiert ein Elternteil sein Stiefkind, hat das verschiedene rechtliche Auswirkungen. So kann die Adoption beim Kind zu einer Änderung des Familiennamens führen. Auch das Bürgerrecht und das Erbrecht des Kindes passen sich an die neuen Familienverhältnisse an. Vorteile können sich ferner bei der Vertretung des Kindes oder bei Auskünften im schulischen oder medizinischen Bereich ergeben.

Bei der Stiefkindadoption dauert es rund ein halbes Jahr, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Der wichtigste und längste Teil betrifft die sogenannten Sozialabklärungen. Dabei werden Gespräche mit den Adoptierenden und – je nach Alter – auch mit dem Kind geführt. Im Zentrum stehen die Beweggründe, die Persönlichkeit und die gegenseitige Beziehung der Betroffenen, wie auch deren erzieherische Eignung und Wertehaltung. Es werden aber auch die Familien- und Wohnverhältnisse und die wirtschaftliche Lage miteinbezogen. Im Fokus steht laut Fasola immer die Frage, ob die Adoption dem Wohl des Kindes dient. In der Regel würden die Gesuche für die Adoption eines Stiefkindes bewilligt, sagt Sandra Fasola: «Sind die Voraussetzungen für eine Adoption nicht erfüllt, werden die Paare schon früh darauf hingewiesen.»

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