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ADVENT: «Es fehlen überzeugende Argumente»

Private wollen, dass die Weihnachtsbeleuchtung in Luzern länger brennt. Die Stadt stellt den Sinn dieser Massnahme in Frage.
Interview Stefan Dähler
Die Weihnachtsbeleuchtung, hier am Grendel, darf laut geltender Regelung erst ab 16 Uhr eingeschaltet werden. (Archivbild Boris Bürgisser)

Die Weihnachtsbeleuchtung, hier am Grendel, darf laut geltender Regelung erst ab 16 Uhr eingeschaltet werden. (Archivbild Boris Bürgisser)

Interview Stefan Dähler

Beleuchtungen sind ein grosses Thema in der Leuchtenstadt. Nach dem Streit um die farbigen Fenster des Hotels Schweizerhof (wir berichteten) geht es nun um die Adventslichter. Der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern will nämlich, dass diese bereits ab 12 Uhr brennen, um eine schönere Einkaufsatmosphäre zu schaffen. Bisher durfte die Weihnachtsbeleuchtung zwischen 6 bis 8 sowie 16 bis 24 Uhr eingeschaltet sein. Am Samstag gehen die Lichter also erst an, wenn die Geschäfte schliessen.

Die Stadt hat dem Verein einen Kompromissvorschlag gemacht: In einer zweiwöchigen Testphase dürfen die Lichter ab 14 Uhr brennen. Dafür müssen die beiden Stunden zu einem anderen Zeitpunkt – etwa am Morgen oder am späten Abend – kompensiert werden. Daniel Wettstein, Präsident von Weihnachtsbeleuchtung Luzern, bezeichnet diesen Vorschlag «als faulen Kompromiss» (Ausgabe von gestern). Mario Lütolf, Leiter der zuständigen Abteilung Stadtraum und Veranstaltung, nimmt dazu nun im Interview Stellung.

Mario Lütolf, die Weihnachtsbeleuchtung wird privat finanziert. Wieso stellt sich die Stadt gegen längere Beleuchtungszeiten?

Mario Lütolf: Die aktuell geltende Regelung ist ein Konsens, an dem auch Private und Quartiervereine mitgearbeitet haben. Es gibt darunter durchaus Stimmen, die gegen eine Verlängerung sind, die sich eine besinnlichere Weihnachtszeit wünschen. Wir sind aber nicht per se gegen Veränderungen. Das zeigt auch der Kompromissvorschlag.

Die Initianten bezeichnen diesen als «faulen Kompromiss».

Lütolf: Das überrascht mich. Der Vorschlag zeigt vielmehr die Bereitschaft, auf Anpassungswünsche einzugehen.

Wie ginge es weiter, wenn der Vorschlag doch durchkommt?

Lütolf: In der Testphase könnten wir gemeinsam beobachten, ob die frühere Beleuchtung die Einkaufsstimmung tatsächlich positiv beeinflusst. Das geschieht, indem man mit allen involvierten Partnern einen Augenschein vor Ort nimmt und mit Passanten redet.

Wieso muss die frühere Weihnachtsbeleuchtung zwingend kompensiert werden? Durch den Einsatz von LED ist der Stromverbrauch um 80 Prozent gesunken.

Lütolf: Ein Kriterium des Plan Lumière ist, Energie zu sparen. Tatsächlich sinkt der Energieverbrauch dank LED-Technologie. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob eine Beleuchtung zwischen 6 und 8 Uhr und bereits ab 12 bis 23 und 24 Uhr tatsächlich sinnvoll und mit übergeordneten Zielsetzungen vereinbar ist.

Sie haben sich zur Debatte auch auf Facebook geäussert. Wäre es nicht besser, von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren?

Lütolf: Sicher. Dies wird auch getan. Es gibt dazu runde Tische, Echoräume, man kennt und bespricht die einzelnen Anliegen persönlich. Das schliesst aber eine Beteiligung an Diskussionen in sozialen Medien nicht aus. Für faire Diskussionen eignen sich diese aber nicht.

Auch die Verschiebung des Eisfelds vom Europaplatz zum Pavillon hat die Stadt abgelehnt. Wieso?

Lütolf: Die Stadt hat die Haltung, dass der Kurplatz vor weiteren intensiven Nutzungen geschützt werden soll. Generell haben wir eine eher restriktive Haltung gegenüber einer weiteren Zunahme von Anlässen im öffentlichen Raum, und es gilt, den verschiedensten Interessen gerecht zu werden.

Von aussen wirkt es so, dass sich Private um die Attraktivierung Luzerns bemühen, die Stadt ihnen aber Steine in den Weg legt.

Lütolf: Das ist nicht der Fall. Dieser Eindruck entsteht dadurch, dass wir stets nach Kompromissen suchen. Ziel ist, Nutzungen des öffentlichen Raums zuzulassen, die auch tatsächlich von übergeordnetem, öffentlichem Interesse sind. Es gibt eine gewisse Sättigung. Wir erhalten auch Rückmeldungen von Leuten, die sich mehr Ruhe wünschen. Da gilt es, einen Mittelweg zu finden zwischen den Interessen der Anwohner, des Gewerbes und der Besucher.

Zurück zu den Lichtern: Auch mit dem Hotel Schweizerhof besteht ein Konflikt wegen der Beleuchtung. Hat die Stadt Luzern ein Lichtproblem?

Lütolf: Nein, aber wir haben sehr intensive Aktivitäten, besonders zur Weihnachtszeit. Das ist auch richtig so. Wir wollen mithelfen, Luzern auch im Winter als attraktive Reisedestination zu positionieren.

Sind die Fälle «Schweizerhof» und Weihnachtsbeleuchtung vergleichbar?

Lütolf: Beim «Schweizerhof» gibt der Plan Lumière klare gesetzliche Rahmenbedingungen vor. Im November 2008 hat die Luzerner Stimmbevölkerung mit grosser Mehrheit den Plan Lumière angenommen. Bei der Weihnachtsbeleuchtung dagegen steht kein Reglement im Weg. Es fehlen bloss die überzeugenden Argumente für das Einschalten bei Tag. Der Plan Lumière spielt hier nur am Rand eine Rolle, etwa mit dem Ziel, Energie zu sparen.

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