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ADVENT: Pro & Contra: Sollen die Lichter auch am Tag brennen?

Ladenbesitzer wollen, dass die Weihnachtsbeleuchtung in Luzern während der Adventszeit bereits ab 12 Uhr brennt. Der Stadt ist das zu früh. Das Thema gibt auch auf unserer Redaktion zu reden.
Die Weihnachtsbeleuchtung in der Hertensteinstrasse sorgt derzeit für Diskussionen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Weihnachtsbeleuchtung in der Hertensteinstrasse sorgt derzeit für Diskussionen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Pro

Erst um 16 Uhr darf die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt Luzern angeknipst werden. Dumm nur, dass am wichtigsten Einkaufstag, dem Samstag, die Läden um diese Zeit bereits schliessen müssen. Dabei sind es ebendiese Läden, welche die Beleuchtung mitfinanzieren. Folglich hält sich der Nutzen für sie in Grenzen, denn auch unter der Woche müssen sie um 18.30 Uhr schliessen.

Einkaufen mit Weihnachtslichtern ist also nur während weniger Stunden möglich. Darum wollen der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern und mehrere Geschäftsbetreiber erreichen, dass die Lichter bereits ab 12 Uhr brennen. So soll das Einkaufserlebnis aufgewertet werden.

Natürlich ist die Frage berechtigt, welchen Nutzen brennende Lichter bei Tag haben. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass man diese bei trüben Bedingungen auch vor 16 Uhr wahrnimmt. Das ist jedoch nicht der springende Punkt. Die Weihnachtsbeleuchtung wird privat finanziert. Daher kann man es auch den Privaten überlassen, wann sie diese einschalten wollen. Zumal der Ausweitung der Beleuchtungszeiten kein städtisches Reglement im Weg steht, wie Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, gegenüber unserer Zeitung sagte.

Die Stadt argumentiert, dass es auch Leute gebe, die sich mehr Besinnlichkeit wünschen würden. Dies ist in der Einkaufsmeile freilich ein frommer Wunsch. Dorthin gehen die Leute, um zu konsumieren, die Läden werben auf verschiedene Weise um deren Gunst. Daran ist nichts Verwerfliches. Mehr Einkäufe bedeuten letztendlich auch mehr Steuereinnahmen. Zu prüfen ist jedoch, ob längere Beleuchtungszeiten bei den Anwohnern auf erheblichen Widerstand stossen würden.

Immerhin hat die Stadt einen Kompromissvorschlag gemacht. Dieser sieht vor, in einer Testphase die Lichter ab 14 statt 16 Uhr brennen zu lassen, dafür müssten die zwei zusätzlichen Stunden kompensiert werden. Am frühen Morgen oder späten Abend sollte dies eigentlich kein Problem sein, da um diese Zeit niemand einkauft. Dass der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern den Vorschlag als «faulen Kompromiss» bezeichnet, ist eine übertriebene Reaktion. Allerdings ist sie auch verständlich. Dass die Stadt jede einzelne Stunde der privat finanzierten Beleuchtung kompensieren will, ist kleinlich – zumal durch den Einsatz von LED-Technik der Stromverbrauch bereits um 80 Prozent reduziert worden ist.

Stefan Dähler

Contra

Wer zahlt befiehlt. Auf diesen Standpunkt stellen sich die Läden im Bereich Hertensteinstrasse/Grendel. Weil sie die Weihnachtsbeleuchtung zum grössten Teil selbst finanzieren, wollen sie auch die grössten Profiteure des Lichterzaubers sein – und machen nun Druck auf die Stadt, damit die Lämpchen künftig früher eingeschaltet werden dürfen. Sie sollen auch tagsüber brennen – dann, wenn die Läden geöffnet sind. Kommt die Stadt den Läden nicht entgegen, wollen diese die Lichter löschen.

Die Forderung ist völlig legitim. Auch ich zahle nicht gern an etwas, das mir kaum Nutzen bringt. Doch die Frage soll erlaubt sein: Was bringt es, wenn die Weihnachtsbeleuchtung schon tagsüber eingeschaltet wird? Viel heller kann es ja nicht werden, und die Lichter kommen höchstens an den schrecklichsten Wintertagen zur Geltung. Es braucht schlicht keine frühere Einschaltzeit. Oder schalten Sie, liebe Leserinnen und Leser, ihre Weihnachtsbeleuchtung zu Hause auch tagsüber ein, damit sie die leuchtenden Lämpchen sehen, wenn sie beispielsweise zum Mittagessen nach Hause kommen?

Eines scheinen die Gewerbetreibenden, die sich offenbar so sehr um unsere Weihnachtsstimmung sorgen, in der aktuellen Debatte komplett auszublenden: Oft sind sie es, die uns die festliche Stimmung nehmen. So geht es zumindest mir. Spätestens ab November sind die Schaufenster weihnächtlich dekoriert, es flattern unzählige Prospekte ins Haus mit Tausenden Vorschlägen, wie ich mein Geld ausgeben kann. Im Radio und Fernsehen hört und sieht man ununterbrochen den Weihnachtsmann (zu uns kommt übrigens das Christkind). Im Dezember, wenn dann die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet wird, hält sich meine Lust auf Weihnachten jeweils in engen Grenzen.

Die Läden dürften mit ihrer Forderung wohl vor allem ein Ziel verfolgen: Im umsatzstärksten Monat noch mehr Geld zu verdienen. Doch mit einer Weihnachtsbeleuchtung, die am helllichten Tag brennt, erreichen sie das nicht. Dessen dürften sich auch die Läden bewusst sein. Dies lässt vermuten, dass sich die Diskussionen bald noch in eine andere Richtung entwickeln wird: längere Ladenöffnungszeiten. Die Läden könnten mehr Umsatz machen, die Konsumenten länger und somit stressfreier einkaufen – und dies erst noch mit einer schönen Weihnachtsbeleuchtung, die man auch sieht.

Christian Glaus

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