ÄLTESTE STADTLUZERNERIN: Zum 106. Geburtstag gibts Schwarzwälder

Olga von Rotz-Achermann hat heute Geburtstag. Die älteste Stadtluzernerin hat ein einfaches Gesundheitsrezept.

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Die 106-jährige Olga von Rotz-Achermann in Ihrem Zimmer im Blindenheim in Horw. (Bild Juliette Ueberschlag/Neue LZ)

Die 106-jährige Olga von Rotz-Achermann in Ihrem Zimmer im Blindenheim in Horw. (Bild Juliette Ueberschlag/Neue LZ)

Der Teller auf dem kleinen Tischchen ist gut belegt mit Schokoladen-Guetzli. Immer wieder greift Olga von Rotz-Achermann zu. «Die sind schon fein, nehmen sie doch eins», sagt sie zur Fotografin und kaut zufrieden an den Plätzchen. Olga von Rotz wird in den nächsten Tagen aufgrund ihres heutigen Geburtstages wohl noch etliche Süssigkeiten essen.

Zum Frühstück ein Brötchen und schwarzen Kaffee
106 Jahre alt wird die gelernte Damenschneiderin, die 1902 in Ostpreussen geboren wurde; im ersten Weltkrieg mit ihrer Familie vor der russischen Armee flüchtete und lange Zeit in der Neustadt wohnte, bevor sie 2004 ins Blindenheim nach Horw kam. Das Sehen und das Hören hat bei ihr zwar abgegeben, aber die Jubilarin ist gesund. Stolz sagt sie: «Ich laufe noch selber.» Und fügt hinzu: «Ich muss nicht einmal Medikamente zu mir nehmen.»

«Warum sind sie so gesund? Verraten sie uns ihr Geheimnis?», fragt Pflegeleiterin Monika Arnold Olga von Rotz laut. Diese erwidert knapp: «Ja. Gut essen eben.» Arnold schmunzelt. «Das scheint wirklich das Rezept zu sein. Sie hat einen guten Appetit und nimmt auch jeden Morgen ein Brötchen und einen Kaffee, diesen mag sie am liebsten schwarz.»

Vor dem Einschlafen ein Ricola-Dröpsli
Gut essen wird sie an ihrem Geburtstag bestimmt. «Ich wünschte mir Kartoffelstock und Fleischvögel als Geburtstagsessen», sagt sie und ein kurzes Strahlen huscht über ihr Gesicht. Doch damit nicht genug. «Zum Dessert gibts eine Schwarzwäldertorte, darüber wird sie sich ganz bestimmt freuen», sagt Pflegeleiterin Monika Arnold.

Das Zimmer teilt sich die Jubilarin, die seit 37 Jahren verwitwet ist, seit etwas mehr als einem Jahr mit der 96-jährigen Verena Schläfli. «Ich gebe Olga von Rotz jeden Abend ein Ricola-Dröpsli, bevor wir schlafen gehen», sagt diese. Die Frauen haben ein herzliches Verhältnis zueinander. Bevor sie sich schlafen legen, nehmen sich die beiden für einen Moment in die Arme. «Das Herzen tut uns beiden gut», sagt Schläfli und lächelt.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.