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«Änderung wurde sehnlichst erwartet»

Nachgefragt
Chiara Stäheli
Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien. (Bild: PD)

Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien. (Bild: PD)

Der Dachverband Regenbogenfamilien vertritt die Anliegen von Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen in der Schweiz. Die Geschäftsführerin Maria von Känel erläutert, welche Folgen die seit Jahresbeginn erlaubte Stiefkindadoption für Regenbogenfamilien hat.

Maria von Känel, welche Bedeutung hat die Änderung des Adoptionsgesetzes für gleichgeschlechtliche Paare?

Es war auf jeden Fall ein Befreiungsschlag. Die Änderung wurde sehnlichst erwartet. Viele Regenbogenfamilien sind Ursprungsfamilien. Deren Kinder sind als Wunschkinder geboren worden. Dank der Gesetzesänderung kann nun deren Lebensrealität auch rechtlich korrekt abgebildet werden. Doch es ist wichtig zu erwähnen, dass für solche Familien der Adoptionsprozess eine Herausforderung bedeutet, der sich heterosexuelle Paare nicht stellen müssen.

Was meinen Sie damit?

Möglicherweise könnte der administrative Aufwand und das kostspielige Verfahren einige Familien von einer Adoption abhalten. Auch ist es nicht immer einfach, mit dem unklaren Ausgang des Adoptionsprozesses zurechtzukommen. Da die Vorteile einer rechtlichen Absicherung aber klar überwiegen, gehen wir davon aus, dass in nächster Zeit viele Anträge gestellt werden.

Was bedeutet die Adoption für die Kinder?

Für viele von ihnen ändert sich im Alltag nicht viel, denn die meisten leben seit Geburt mit ihren gleichgeschlechtlichen Eltern zusammen. Betrachtet man jedoch die rechtliche Ebene, gibt es einige Veränderungen. So wird mit der Adoption zum Beispiel sichergestellt, dass Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, im Falle des Todes ihres leiblichen Elternteils bei ihrem zweiten Elternteil verbleiben können und nicht fremdplatziert werden. Zudem haben adoptierte Kinder einen Erbanspruch sowie Anspruch auf Waisenrente.

Gleichgeschlechtliche Paare können nur verwandte Kinder adoptieren. Wie steht der Dachverband zu Fremdadoptionen?

Der Dachverband Regenbogenfamilien setzt sich für die Gleichstellung aller Familien ein. Dies beinhaltet auch die Öffnung der Fremdadoption sowie die Zulassung zu fortpflanzungsmedizinischen Verfahren. Der heutige Ausschluss gleichgeschlechtlicher Paare ist ungerechtfertigt und diskriminierend.

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

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