Ärger mit Bewilligungen von Fasnachtspartys

Fasnachtsbälle haben Hochsaison. Für die organisierenden Guuggenmusigen werden aber die bürokratischen Hürden immer grösser.

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Fasnachtsbälle locken jeweils Hunderte von Besuchern an. Bild vom Ball im «Schweizerhof», Luzern, im Januar 2010. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Fasnachtsbälle locken jeweils Hunderte von Besuchern an. Bild vom Ball im «Schweizerhof», Luzern, im Januar 2010. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Auf der Landschaft ist wieder der Bär los: Die Guuggenmusigen laden zu ihren alljährlichen Fasnachts- und Maskenbällen. Wie gut laufen diese Veranstaltungen, wo doch in der Stadt das ganze Jahr Party angesagt ist und die Fasnacht noch nicht voll begonnen hat? Sehr gut, sagt etwa Jasmin Blumer, Präsidentin der Høitrøchner Altwis. Die Guuggenmusig hat am letzten Wochenende an zwei Abenden ihre Party veranstaltet, die von total 2000 Personen besucht wurde. «Das Fest ist die grösste Einnahmequelle des Vereins, entsprechend gross ist der Einsatz aller Mitglieder», sagt Blumer.

Grosser Aufwand für Bewilligungen

Allerdings würden die Hürden für die Organisation eines solchen Festes für Vereine immer höher, sagt Jasmin Blumer: «Mit jedem Jahr sind mehr Bewilligungen nötig.» Nebst der Bewilligung für das Fest selber braucht der Verein eine Wirtebewilligung, eine Bewilligung für die Parkplätze und eine Bewilligung von Gemeinde und Landeigentümern für das Aufstellen der Plakate. Gemäss einem OK-Chef eines anderen Fests kosten die Gebühren mehrere tausend Franken. Ausserdem sei man stets in einem Spannungsfeld zwischen den Nachbarn, die man nicht stören wolle mit dem Lärm, und der Notwendigkeit, wegen Strom- und Wasseranschlüssen das Fest doch in Siedlungsnähe durchzuführen, sagt Blumer.

Ähnliche Erfahrungen macht Pascal Weibel, Präsident der Dorfguugger Knutu-Teret aus St. Erhard, welche die Tereter Nächt von heute und morgen organisieren. «Vor 10 Jahren war es sicher einfacher mit den Bewilligungen», sagt er. Der Aufwand für das Fest sei auch abgesehen vom Einholen der Bewilligungen enorm: Eine gute Woche ist der Verein jeweils abends mit dem Einrichten und Dekorieren der Zelte und der Halle beschäftigt, während des Festes stehen 60 bis 80 freiwillige Helfer im Einsatz, und auch nach dem Fest ist noch lange nicht Schluss. «Während vier bis fünf Stunden sind bis zu zehn Leute damit beschäftigt, im Dorf zu ‹fötzelen›», sagt Pascal Weibel. Das sei man der Dorfbevölkerung schuldig. Die Dorfguugger rechnen mit 3000 Gästen.

Guuggenmusig-Tausch

«Wir konnten bisher nicht über Besuchermangel klagen», sagt Weibel. Das Erfolgsgeheimnis sieht er in der aufwendigen Deko, den vielen Guuggenmusigen und dem Alternativprogramm mit Bar und Schnupfhütte, das die weniger jungen Besucher anziehe. Auch die Guuggenmusigen sind ein Tauschgeschäft: «Sie spielen bei uns, wir spielen bei ihren Festen», sagt Weibel. Noch eine Nummer grösser als die Tereter Nächt ist die Fäger-Fägete Wolhusen. Inklusive der eingeladenen Guuggenmusigen rechnen die Weidfäger Wolhusen, die das Fest organisieren, mit 4500 Besuchern. Präsident Urs Brügger redet von einer Erfolgsgeschichte. «Seit einigen Jahren haben wir eine Kostümpflicht», erklärt Brügger. Damit wolle man bewirken, dass nicht das «normale» Ausgehpublikum angelockt werde, das genügend Ausgehmöglichkeiten habe. Ausserdem bieten die Fäger ein Exklusiv-Zelt für die Dorfbevölkerung. An der Fäger-Fägete vom 17. Februar werden rund 200 Helfer im Einsatz sein. «Andere Vereine helfen uns, dafür unterstützen wir sie im Gegenzug bei ihren Festen», sagt Brügger.

Trotz dem grossen Aufwand für eine solche Party lassen sich die meisten Guuggenmusigen nicht davon abhalten, mit den Bällen ihr Budget aufzubessern. Tobias Amrein von der Neudorfer Joggumusig: «Wenn man einen guten Ball organisiert, kommen die Leute auch.» Am Ball vom letzten Samstag zählte man rund 1000 Leute, im Einsatz standen 40 freiwillige Helfer. «Das Fest ist gut gelaufen – wir müssen uns höchstens einen Datumwechsel überlegen, um nicht von anderen Bällen konkurrenziert zu werden», sagt Amrein.

Luzia Mattmann