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Ärzte müssen am Luzerner Kantonsspital Sekretariatsarbeiten übernehmen

Derzeit wird am Luzerner Kantonsspital die Einführung des neuen, 66 Millionen teuren Informationssystems vorbereitet. Dabei können nicht alle Termine automatisch übertragen werden. Gewisse Daten müssen von Hand eingetippt werden – von Ärzten.
Niels Jost

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) wird digital: Am 21. September wird das neue Klinikinformationssystem Lukis aufgeschaltet. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits. So wurden nun die verschiedenen Kliniken und Departemente unter anderem darüber informiert, wie die Daten der Patienten aus den heutigen Systemen oder auch Papierdokumentationen auf die neue digitale Plattform übertragen werden können.

Darunter sind auch Termine, welche für den Zeitraum ab Herbst bereits vereinbart wurden. Der Grossteil dieser Daten kann elektronisch ins neue System übertragen werden. Die restlichen ungefähr 10 bis 15 Prozent müssen jedoch manuell in Lukis eingetippt werden – zum Teil von Assistenzärzten, und dann noch an den Wochenenden, wie unsere Zeitung erfahren hat.

Altes System verunmöglicht automatische Übertragung

Wie viele Patienten-Termine von Hand in Lukis eingetippt werden müssen, kommuniziert das Luzerner Kantonsspital nicht, heisst es auf Anfrage. «Bei diesen Daten handelt es sich um komplexe Termine, wie zum Beispiel Serientermine mit Abhängigkeiten», erklärt Xaver Vonlanthen, Projektleiter von Lukis. Dass diese Daten manuell übertragen werden müssen, liege nicht am neuen 66-Millionen-System, sondern an der Datenstruktur im alten System und der bisherigen Datenführung auf Papier, betont Vonlanthen und nennt ein Beispiel: «Freitext kann nicht einfach in strukturierter Form übernommen werden.» Gemeint sind damit etwa handschriftliche Notizen oder nicht kompatible Word-Dokumente.

Dass bei Systemablösungen nicht sämtliche Daten elektronisch übertragen werden können, sei üblich, versichert Vonlanthen. Der Projektleiter fügt an: «Das haben wir im Vorfeld bereits gewusst.»

Medizinische Daten werden von Ärzten übertragen

Doch wieso werden ausgerechnet Assistenzärzte damit beauftragt, die Termine manuell in Lukis einzutragen, und nicht etwa Angestellte des Sekretariats? Gemäss Xaver Vonlanthen entscheide jede Klinik und jedes Departement selber, wer diese Arbeit zu welchen Zeiten ausführt. «Das Übertragen der Termine übernehmen in den meisten Fällen die Terminplaner der jeweiligen Klinik», so Vonlanthen. Aus Gründen der Patientensicherheit werden Fachinformationen aber auch von medizinischem Fachpersonal wie Ärzten oder Pflegenden übernommen. Zum Beispiel dann, wenn Patienten bei der Aufschaltung von Lukis bereits im Spital behandelt werden.

Bis zum Abschluss der manuellen Daten-Übertragung dauert es nun noch einige Monate. Denn das Luzerner Kantonsspital empfiehlt seinen Kliniken und Departementen, die Daten unter anderem an den Wochenenden im September vor der definitiven Aufschaltung des neuen Informationssystems zu übertragen. So werde der Normalbetrieb nicht zusätzliche belastet, sagt Vonlanthen. Die Arbeit am Wochenende sei in einem Spital mit einem ganzwöchigen 24-Stunden-Betrieb denn auch nicht unüblich.

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