Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AESCH: Auf dem Wasser wird es ihr nie langweilig

Die Stand-up-Paddlerin Siri Schubert setzt sich ehrgeizige Ziele. Dazu ist sie fast jeden Tag auf dem Hallwilersee unterwegs. Aber auch in den Niederlanden oder auf Hawaii paddelt sie grosse Distanzen.
Stand-up-Paddeln ist Siri Schuberts grosse Leidenschaft. (Bild: PD)

Stand-up-Paddeln ist Siri Schuberts grosse Leidenschaft. (Bild: PD)

«Auf dem Hallwilersee zu paddeln, ist einfach unglaublich schön», sagt Siri Schubert (48). Fast jeden Tag ist sie auf dem Stand-up-Paddleboard auf dem Wasser – bei Sonne, Regen, Wind, Nebel oder Schnee. «Das macht den Wassersport so besonders; die Bedingungen sind jedes Mal anders. Langweilig wird es nie.»

Für Schubert ist Stand-up-Paddeln (SUP) mehr als nur ein Hobby. Sie nimmt an Wettkämpfen im In- und Ausland teil. Die Saisonhöhepunkte: Vor wenigen Wochen erreichte sie bei der 11-City-Tour in den Niederlanden – einem Etappenrennen, bei dem an fünf Tagen insgesamt 220 Kilometer zurückzulegen waren – gegen internationale Konkurrenz den vierten Rang. «Das war ein sehr hartes, aber auch sehr schönes Rennen», zieht sie Bilanz. Dass es an jedem Tag regnete und teilweise sehr starker Gegenwind herrschte, habe die Herausforderung umso grösser gemacht.

Will die Begeisterung mit andern teilen

Ende Juli feierte Schubert bei den Open-Ocean-Weltmeisterschaften auf Hawaii einen weiteren Erfolg: In der Kategorie 14 Fuss – das heisst mit einem 4,26 Meter langen Board – sicherte sie sich den ersten Platz. Beim Rennen von der Insel Molokai nach Oahu gilt es knapp 52 Kilometer auf dem offenen Meer zurückzulegen und dabei die Kraft des Windes und der Wellen zu nutzen.

In diesem Jahr hatte sie zum vierten Mal an dem Wettkampf teilgenommen. Inzwischen kennt sie viele internationale Paddler. «Auf Hawaii trifft man sich jedes Jahr wieder. Es ist ein richtig schönes Erlebnis, Freunde zu sehen, sich gemeinsam der Herausforderung des Rennens zu stellen.»

Im Schwarzwald geboren, lebte und arbeitete die Journalistin und Autorin unter anderem während 15 Jahren als Auslandkorrespondentin in New York und San Francisco. Seit drei Jahren wohnt sie mit ihrem Lebenspartner Stefan Munsch in Aesch. Ihn lernte sie in Basel beim Kanusport kennen. Im unteren Seetal führen sie zusammen ein Consulting-Unternehmen. «Die Menschen, der nahe gelegene Hallwilersee, die ländliche Gegend – die uns aber trotzdem schnellen Zugang zu Städten wie Luzern, Basel oder Zürich bietet – gefallen uns sehr», schwärmt die ehemalige Dozentin an der University of California at Berkeley. «Hier haben wir neue Wurzeln geschlagen.»

Da Schubert ihre Begeisterung für den Paddelsport mit anderen teilen möchte, bietet die zertifizierte SUP-Instruktorin im Sommer in Aesch Kurse und ­einen kleinen Verleih an. «Es macht viel Spass, anderen den Sport nahezubringen.» SUP trainiert Balance, Ausdauer, Koordination und – je nach Einsatz – auch die Kraft. Dennoch beruhigt sie mögliche Neueinsteiger. «Das Paddeln ist leicht lernbar.» Für sie ist es auch eine Quelle der Energie. «Acht Stunden ruhig am Schreibtisch zu sitzen, erfordert für mich viel mehr Disziplin, als jeden Tag zu paddeln.»

In elf Stunden den Genfersee durchquert

Die Neugier, das Ausloten eigener Grenzen treiben sie immer wieder an. «Ich will mir nichts beweisen. Ich bin einfach immer wieder gespannt, ob ich bestimmte Herausforderungen meistern kann.» Ein Experiment war die Längsdurchquerung des Genfersees. Nach etwa 40 Kilometern hatte sie einen Tiefpunkt, wollte eigentlich aufgeben. Aber Siri Schubert hatte gerade von ihrem Partner, der sie vom Ufer aus unterstützte, Energieriegel bekommen. «Da wäre es mir peinlich gewesen, aufzuhören.» Sie nahm sich vor, wenigstens noch zehn Minuten weiterzupaddeln. «Danach war die Krise vorbei, und es ging wieder gut weiter.» Die gesamten 70 Kilometer schaffte sie in 11 Stunden.

Auch die Ausrüstung spielt eine grosse Rolle. 2016 bauten Stefan Munsch und sie gemeinsam ein Raceboard aus Karbon. In diesem Jahr entwickelten sie eine neue Form, die noch schlanker und schneller durch das Wasser schneidet. Das in Aesch entworfene Board wird inzwischen international angeboten.

So gerne Siri Schubert auch auf dem Meer paddelt, sie freut sich bei jedem Abenteuer bereits wieder darauf, ins Seetal zurückzukehren. Schon nächste Woche verlässt sie dieses aber wieder und fliegt nach Portugal. In der Nähe von Faro möchte sie noch ein besseres Gefühl fürs Wellenreiten bekommen. Kombinieren wird sie den Trip mit Yoga-Stunden. Bevor ihr Weg dann wieder zurück in die Hallwilersee-Gegend führt. Dorthin, wo sie ihre neuen Wurzeln geschlagen hat.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.