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AGGLOMERATION: So soll der Verkehr künftig fliessen

Dank Bypass und Spange Nord könnte es neue Busspuren geben. Dafür wären aber zahlreiche Dosierungsampeln nötig – und die Autofahrer müssten sich an neue Wege gewöhnen.
Stefan Dähler
Dosierungsampeln wie hier an der Haldenstrasse soll es künftig auch an weiteren (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 9. Juni 2016))

Dosierungsampeln wie hier an der Haldenstrasse soll es künftig auch an weiteren (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 9. Juni 2016))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Es soll der grosse Befreiungsschlag für den Luzerner Strassenverkehr werden – das Grossprojekt Bypass inklusive Spange Nord (siehe Kasten). Eine massive Kapazitätserweiterung auf der Autobahn sowie der neue Zubringer Spange Nord sollen das Problem der verstopften Strassen in und um Luzern deutlich entschärfen.

Noch bis Januar läuft die Vernehmlassung zum Vorprojekt der Spange Nord. Für die Planung dieses Teilprojekts ist der Kanton Luzern zuständig. In den Dokumenten ist ersichtlich, wie die Strassenbauprojekte das Verkehrssystem in Luzern verändern sollen. Die Planer rechnen damit, dass deutlich mehr Autofahrer die Innenstadt umfahren werden. Auf den Knotenpunkten würde der Verkehr dadurch teilweise um fast die Hälfte abnehmen – vor allem auf der Achse Kriens-Bahnhof-Luzernerhof (siehe Tabelle). Laut Kanton werde es dadurch möglich, den ÖV deutlich zu bevorzugen. Dafür plant er mehrere neue Busspuren. Gemäss einer ersten groben Schätzung belaufen sich die Kosten dafür auf rund 15 Millionen Franken. Der Betrag ist in den 200 Millionen für den Bau der Spange Nord einkalkuliert. Die Umsetzung erfolge unmittelbar nach Inbetriebnahme des Bypasses sowie der Spange Nord.

Durchgehende Busspur von Kriens bis zum Luzernerhof

Auf Abschnitten mit zwei Fahrspuren pro Richtung soll jeweils eine der Spuren für den ÖV reserviert werden. Dadurch entstünde beidseitig eine durchgehende Busspur zwischen Kriens-Kupferhammer und Luzernerhof. Zudem sind weitere durchgehende Busspuren in einer Fahrrichtung geplant: auf der Haldenstrasse in Richtung Luzernerhof, im Hirschengraben in Richtung Pilatusplatz, auf der Baselstrasse in Richtung Kasernenplatz sowie in Richtung Kreuzstutz und wechselseitig auf der Hauptstrasse zwischen Reussbühl und Kreuzstutz (siehe Grafik). In einigen Fällen ist vorgesehen, Parkplätze entlang der Strassen aufzuheben, um Platz für eine Busspur zu schaffen. Wo das genau der Fall sein wird, ist noch nicht bekannt. «Detaillierte Ausführungen diesbezüglich erfolgen im Rahmen des Bauprojekts», sagt Daniel Ender, Projektleiter Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Weiter müssten einige Busspuren abschnittweise auch mit einem Rechtsabbieger kombiniert werden – beispielsweise jene auf der Haldenstrasse.

Stichwort Haldenstrasse: Die Dosierungsampel auf der Höhe der ehemaligen Dietschibergbahn dürfte allen Luzerner Autofahrern bestens bekannt sein. Dort wird der Verkehr stadteinwärts zurückgehalten, es entstehen Wartezeiten von mehreren Minuten. Diese Ampel ist mit jener am Luzernerhof gekoppelt. Sobald der Rückstau am Luzernerhof eine kritische Grenze erreicht, werden die Grünphasen am Dietschiberg verkürzt. Auch beim Kreisel Schachenweid in Ebikon ist kürzlich eine Dosierungsampel aufgeschaltet worden. Diese ist mit dem Schlossberg gekoppelt (Ausgabe vom 21. Oktober). Solche Dosierungssysteme soll es künftig an weiteren Standorten geben – etwa rund um die Knotenpunkte Bahnhofplatz, Luzernerhof, Pilatusplatz, Paulusplatz, Kreuzstutz und Eichhof. Weiter auch bei den Zufahrten zur Spange Nord oder zur Haldenstrasse.

Zeitersparnis von mehr als einer Minute

Dies entspricht auch der Stossrichtung des Gesamtverkehrskonzepts Stadt Luzern, welches der Kanton gemeinsam mit der Stadt, dem Verkehrsverbund sowie Luzern Plus erarbeitet hat (wir berichteten). Der Verkehr soll in Nebenstrassen oder bei Parkhausausfahrten zurückgehalten werden, um die Hauptverkehrsachsen zu entlasten, damit auf diesen überhaupt Busspuren realisiert werden können. Andererseits werde so der Verkehr auf die Spange Nord beziehungsweise die Stadtautobahn gelenkt.

Was bringt das dem ÖV konkret? Der Kanton rechnet mit folgender Zeitersparnis für die Busse:

Vom Gütsch zum Paulusplatz (Linie 5) wird der Bus rund 70 Sekunden schneller unterwegs sein. In umgekehrter Richtung um 100 Sekunden.

Vom Bahnhof zum Paulusplatz (Linien 1, 14 und 20) beträgt die Zeitersparnis rund eine Minute.

Zwischen Bahnhof und Luzernerhof (Linien 1, 6, 8, 19, 22, 23) reduziert sich die Fahrzeit um 80 Sekunden, in umgekehrter Richtung um 35 Sekunden.

Zwischen Paulusplatz und Pilatusplatz (Linien 1, 5, 14, 20) ist die Zeitersparnis rund 20 Sekunden.

Die neuen Wege rund um das Stadtzentrum

Damit es zu einer Entlastung des Zentrums kommt, müssen möglichst viele Autofahrer die Innenstadt meiden – auch bei Fahrten innerhalb der Agglomeration. Es stellt sich aber die Frage, ob die prognostizierte Abnahme (siehe Tabelle) realistisch ist.

Zahlen, wie viele Autofahrer heute zwischen den Agglomerationsgemeinden unterwegs sind, gibt es nicht. Bekannt ist aber, dass der Anteil des Durchgangsverkehrs in der Stadt nur 8 Prozent beträgt. Der übrige Verkehr hat Quelle oder Ziel in der Stadt (50 Prozent) oder ist rein innerstädtischer Verkehr (42 Prozent). «Aber auch dieser Verkehr kann so weit auf die Spange Nord und die Stadtautobahn verlagert werden, um die nötigen Verkehrsentlastungen zu Gunsten des ÖV zu erzielen», sagt Daniel Ender, Projektleiter Dienststelle Verkehr und Infrastruktur Kanton Luzern.

Gemäss Kanton sind folgende neue Umfahrungen möglich:

Wer von Kriens nach Littau fahren will, nutzt in Zukunft die Stadtautobahn (also die bestehende A 2). Diese kann man bei der Fluhmühlebrücke verlassen.

Vom Gebiet Fluhmühle ins Stadtzentrum gelangt man durch den neuen Autobahnanschluss Lochhof, der auch mit der Spange Nord verknüpft wird, und den Reussporttunnel.

Von Ebikon/Maihof nach Kriens/Horw gehts neu über die Spange Nord, den Anschluss Lochhof und die Stadtautobahn.

Von Meggen/rechtes Seeufer nach Littau/Fluhmühle fährt man neu über die Spange Nord, den Anschluss Lochhof und die Fluhmühlebrücke.

Von Meggen/rechtes Seeufer nach Kriens/Horw führt der Weg neu über die Spange Nord, den Anschluss Lochhof und die Stadtautobahn.

Die heutige A 2 wird zur reinen Stadtautobahn für den regionalen Verkehr umfunktioniert, während der neue Bypass ausschliesslich dem Transitverkehr dient. Damit die Autofahrer die Stadtautobahn tatsächlich nutzen, sind weitere Massnahmen geplant. «So werden zum Teil auch die bestehenden Autobahnanschlüsse optimiert», sagt Daniel Ender. Die Einfahrt beim Anschluss Kriens wird etwa stark vereinfacht.

Von Meggen und dem rechten Seeufer aus die Spange Nord zu benutzen, bedeutet einen längeren Umweg über den Löwenplatz und den Schlossberg. Um diesen den Autofahrern schmackhaft zu machen, wird auf der Haldenstrasse der Rechtsabbieger Richtung Löwenplatz bei der Ampel stark bevorzugt. So kann der Verkehr besser fliessen. (std)

Bild: Grafik Martin Ludwig

Bild: Grafik Martin Ludwig

Bild: Tabelle LZ

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