Agrarinitiativen
Keine Parole, aber klare Haltung: Vogelwarte Sempach fordert weniger Pestizideinsätze

Am 13. Juni entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Pestizid- und Trinkwasserinitiative. Auch wenn sich die Vogelwarte Sempach zu den Vorlagen nicht positioniert, will sie «eine markante Reduktion des Dünger- und Pestizideinsatzes».

Pascal Studer
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Auch für die Vogelwarte Sempach sind die Pestizid- und Trinkwasserinitiative von grosser Relevanz. Immerhin sind viele Vögel wegen der Pestizideinsätze täglich mit einem Überlebenskampf konfrontiert. Insbesondere die Population von insektenfressenden Brutvögeln – immerhin 40 Prozent der Schweizer Brutvogelarten – ist deutlich abnehmend. Der Grund: Die Verwendung von Pestiziden und die modernen Landnutzungstechniken gehören zu den Hauptursachen des Insektensterbens. Studien aus Deutschland belegen einen Rückgang von 75 Prozent innerhalb der letzten drei Jahrzehnte, die Datenlage in der Schweiz ist dürftig.

Vielen Vögeln geht also wegen der Pestizide die Nahrung aus – und die Folgen sind gravierend. Livio Rey, Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit der Vogelwarte Sempach, sagt: «Die Bestände reiner Insektenfresser des Kulturlands nehmen deutlich ab.» Gemäss Brutvogelatlas 2013–2016 der Vogelwarte Sempach hat sich die Population seit 1990 mehr als halbiert. Die Situation sei «bedenklich», betont Rey.

Forderung nach weniger Pestiziden ist nicht neu

Auch wenn die Vogelwarte Sempach sich nicht an der Unterschriftensammlung beteiligt und keine Abstimmungsparole gefasst hat, ist für sie klar: Die Verwendung von Pestiziden muss stark eingeschränkt werden. «Zudem dürfen diese nicht präventiv eingesetzt werden», sagt Rey.

Diese Voten sind nicht neu: Bereits im Brutvogelatlas 2013–2016 forderte die Vogelwarte «eine markante Reduktion des Dünger- und Pestizideinsatzes». Unabhängig von den beiden Initiativen müsse zudem «die Bereitschaft der Konsumierenden, pestizidarm produzierte Nahrungsmittel zu kaufen, durch Informationstätigkeit weiter gesteigert werden», fordert Rey.