AIDS-TRUCK: Katholische Kirche Luzern verteilt Kondome

Die Katholische Kirche Luzern macht auf die Aids-Problematik aufmerksam. Mit einem Aids-Truck sind Kirchenvertreter auf dem Luzerner Bahnhofplatz anwesend – und verteilen dabei Kondome.

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Grafik zum Slogan «Schütze Deinen nächsten wie dich selbst». (pd)

Grafik zum Slogan «Schütze Deinen nächsten wie dich selbst». (pd)

Von Montag bis Mittwoch, 25. bis 27. Oktober, ist die Katholische Kirche Luzern mit dem Aids-Truck des kirchlichen Hilfswerks «missio» auf dem Luzerner Bahnhofplatz präsent. Kirchliche Mitarbeiter und mitarbeiterinnen informieren über Aids in Afrika und in der Schweiz. Mit dem Slogan «Vergessen ist ansteckend. Schütze deinen Nächsten wie dich selbst», verteilen die Kirchenvertreter Kondome.

«Gefährliche Gleichgültigkeit überwinden
Der Aids-Truck lenkt den Blick zunächst nach Afrika, wo HIV und Aids das Leben unzähliger Menschen und Familien prägen, schreibt die Katholishe Kirche Luzern in einer Medienmitteilung. Mit dem Verteilen von Kondomen spricht die Kirche aber bewusst die Situation in der Schweiz an. Dazu meint Pfarreileiter Alois Metz: «Vor kurzem diskutierte ich mit einem 19-Jährigen der nicht wusste wie er sich vir HIV schützen kann.» Zwar habe er in der Schule davon gehört. Aber das reicht nicht, so Metz. «Nur Wiederholung und Denkanstösse – wie unser «Schütze deinen Nächsten»-Kondom – können die gefährliche Gleichgültigkeit überwinden.»

Kontroverse Diskussion
Metz ist sich durchaus bewusst, dass das Thema Kondome in der katholischen Kirche kontrovers diskutiert wird. Er beruft sich auf einen Weihbischof aus Hamburg, der gesagt hat: «Wer Aids hat und sexuell aktiv ist, wer wechselnde Partnerschaften sucht, muss andere und sich selber schützen.» Bewusst erinnert der Slogan deshalb an das christliche Grundgebot: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Der Gebrauch eines Kondoms kann in diesem Sinne zu einem verantwortlichen, das Gegenüber und den eigenen Körper respektierenden Umgang mit der Sexualität führen. Das gilt auch für Jugendliche, die den Weg zu einer integrierten, ganzheitlichen Sexualität suchen. «So ist es erfreulich, dass sich bereits 14 Oberstufenklassen zum Besuch des Aids-Trucks angemeldet haben», meint der Theologe.

pd/zim

HINWEIS
Der Aids-Truck ist geöffnet von Montag, 25. bis Mittwoch, 27. 0ktober, jeweils von 8 bis 17 Uhr, Dienstag bis 21 Uhr.