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AIRBNB: Luzern strebt Zuger Lösung an

Der Wohnungsvermittler Airbnb erhebt im Kanton Zug die Kurtaxe künftig automatisch. Die Stadt Luzern interessiert sich nun ebenfalls für die Abmachung. Noch abwarten will hingegen der Kanton.
Gabriela Jordan und Christian Glaus

Gabriela Jordan und Christian Glaus
stadt@luzernerzeitung.ch

Diskussion, Kritik und politische Vorstösse: Die Beherbergungsabgabe im Zusammenhang mit Airbnb wird in der Stadt Luzern heiss diskutiert. Hoteliers zum Beispiel bemängeln, dass private Wohnungsanbieter diese häufig nicht bezahlen und in der Branche dadurch ungleich lange Spiesse gelten würden. Das städtische Steueramt durchsucht das Portal deshalb seit geraumer Zeit nach neuen Anbietern und fordert von ihnen die Abgabe ein – ein recht aufwendiges Verfahren, das aber bald durch die jüngst publik gewordene Zuger Lösung ersetzt werden könnte: Wie die Stadt Luzern auf Anfrage erklärt, strebt sie eine solche Abmachung mit Airbnb nun ebenfalls an. Dies fordert auch die GLP mit einem Postulat, wie sie gestern mitteilte.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Airbnb im Kanton Zug ab dem 1. Juli die Beherbergungsabgabe automatisch über seine Internetplattform einziehen und direkt an Zug Tourismus zahlen wird (Ausgabe vom Montag). Für die Gastgeber und die Verwaltung soll so kein Mehraufwand entstehen. Airbnb erhebt über die Postleitzahl zudem, in welcher Gemeinde die Abgabe anfällt. Zug ist damit der erste Kanton, in dem die Taxen konsequent eingezogen werden. Das amerikanische Unternehmen kündigte weitere solche Abkommen an.

Stadt will mit Airbnb Kontakt aufnehmen

Mit dieser Abmachung ist der Kanton Zug der Stadt Luzern nun zuvorgekommen. Diese wartete laut David Schär, Leiter des städtischen Steueramtes, noch eine hängige Motion auf Bundesebene ab. «Wir hatten das ohnehin auf unserer Traktandenliste», sagt er und zeigt sich über die Entwicklung in Zug sehr erfreut: «Gegenüber allem, was die Abläufe vereinfacht, sind wir sehr offen. Wir gehen davon aus, dass diese Regelung auch bei uns möglich ist und werden mit Airbnb Kontakt aufnehmen.» Die Absicht sei somit «auf jeden Fall da», es stelle sich einzig die Frage, ob es spezifische Anpassungen für Luzern brauche.

Erfreut über die jüngste Entwicklung ist auch der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren. «Für alle Anbieter sollten die gleichen Regeln gelten, unabhängig davon, ob es sich um einen Campingplatz, ein Hotel oder einen Wohnungsbesitzer handelt.» Airbnb führe solche Vereinbarungen, wie sie mit Zug getroffen wurde, aber «nicht ganz freiwillig» ein, sagt Perren. «Das ist eine Folge des grossen internationalen Drucks.» Weltweit habe Airbnb etwa 270 individuelle Vereinbarungen abgeschlossen. «Die Betreiber der Plattform mussten Hand bieten, um den gesetzlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden.» Nun schwappt die Praxis, diese Taxen bei der Buchung automatisch einzuziehen, also einfach in die Schweiz über.

Automatische Abrechnung bringt Mehreinnahmen

Im Kanton Luzern werden über Airbnb rund 690 Objekte mit gut 1600 Betten angeboten (Stand Januar). Rund die Hälfte davon befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Luzern. Perren schätzt, dass Luzern Tourismus jährlich rund 20 000 bis 30 000 Franken mehr an Übernachtungsabgaben einnimmt, wenn diese von Airbnb automatisch erhoben werden. Es sei davon auszugehen, dass heute nicht alle privaten Anbieter eine Abgabe zahlen – bewusst oder unbewusst.

Obwohl Perren eine Vereinbarung zwischen der Stadt und Airbnb begrüsst, sagt er: «Es stellt sich die Frage, auf welcher Ebene eine solche Vereinbarung idealerweise abgeschlossen werden müsste.» Er ist der Meinung, dass sich dies mit einem etwas grösseren Initialaufwand auch kantonal oder national regeln liesse. Ähnlich klingt es beim Kanton. «Auf nationaler Ebene gibt es verschiedene Aktivitäten zu diesem Thema», sagt Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche beim Wirtschaftsdepartement. Diese wolle der Kanton abwarten, bevor er selbst aktiv wird. «Längerfristig strebt der Kanton Luzern eine kantonale oder nationale Regelung an.»

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