Kommentar

Aktenzeichen Brand ungelöst

Vieles zum Luzerner Kapellbrückenbrand von 1993 ist bis heute ungewiss. Und die dramatische Feuersbrunst ist jetzt wieder aktuell: Ein neuer Krimi mit Insiderwissen wird für Gesprächsstoff sorgen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Bild Luzerner Zeitung

Die gewaltige Feuersbrunst vom 18. August 1993 wurde weltweit gesehen. In Luzern und in der Zentralschweiz haben sich die Bilder vom Kapellbrückenbrand ins kol­lektive Gedächtnis gebrannt. Auch wenn die Holzbrücke in Rekordzeit wieder aufgebaut wurde, die Brandwunde ist nie ganz verheilt. So hat das Feuer den grössten Teil der historischen Bilder zerstört. Es gab Ungereimtheiten bei der Alarmierung. Und vor allem: Die genaue Brandursache ist offengeblieben. Im Ausschlussverfahren wurde eines der Boote unter der Brücke als «am ehesten» möglicher Brandherd identifiziert. 

Nach weniger als einem Jahr wurde die Untersuchung eingestellt. Auch dies hat Spekulationen und Gerüchte befördert, die bis heute nicht verhallt sind. Wurde der Bevölkerung alles gesagt, was man wusste? Was hatte es mit verschwundenen Videoaufnahmen auf sich? Was haben Wissensträger mit ins Grab genommen? Warum reagierten die Behörden nervös, als vor einigen Jahren ein Spekulationsartikel im «Anzeiger Luzern» erschien? 

Der neue Krimi «Narrenfeuer – Die Kapellbrücke brennt» des früheren Stadtluzerner Denkmalpflegers wird also für Gesprächsstoff sorgen. Denn Autor Ueli Habegger war Augenzeuge der Brandnacht. Und er hat als damaliger Verwaltungsangestellter vieles mitbekommen. Natürlich, sein Krimi ist fiktiv, wie er betont. Aber wer weiss, vielleicht gelangt ja eines Tages doch noch Licht in die dunklen Ecken des Brandereignisses.

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