ALBERSWIL: Ihre Pellets verkaufen sich wie warme Weggli

Josef und Peter Bürli stellen Pellets her – und zwar so viele, dass auch im Neubau der Platz knapp wird. Jetzt investieren sie massiv.

Ernesto Piazza
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Der Erfolg liegt im Familienzusammenhalt: Josef Bürli (rechts) mit Sohn Peter. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Der Erfolg liegt im Familienzusammenhalt: Josef Bürli (rechts) mit Sohn Peter. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Bei der Pellet-Herstellung darf Josef Bürli als «der eigentliche Pionier» bezeichnet werden. 1995 machte er die ersten Gehversuche, nachwachsende Rohstoffe aus Chinaschilf, Hobelspänen und Sägemehl für Heizzwecke zu pelletieren. Und 2005 – just in einer Zeit, als die Grossverteiler ebenfalls auf den Pellet-Zug aufsprangen – entschied sich die Firma für die Anschaffung einer neuen Presse und für den Direktverkauf. Damit setzte das Unternehmen ein deutliches Zeichen für die Zukunft.

800 000 Franken für Anlage

Bereits werden die Kapazitäten für die Firma Bürli mit dem im Jahre 2008 bezogenen Neubau in Alberswil knapp. Der Einbau eines Bandvortrockners – damit wird das Produkt vor dem Haupttrockner mit Abwärme aus dem Betrieb vorgetrocknet – soll zu einer Leistungsverbesserung führen. Die rund 800 000 Franken teure Investition wird im August installiert. Sie bringt dem in der Futtertrocknung und der Pelletproduktion tätigen Unternehmen einerseits 15 Prozent mehr Leistung, andererseits 10 Prozent weniger Energieverbrauch.

Erfolgreich auf zwei Standbeinen

Offen für Visionen – den Blick für die Realität aber trotz aller Weitsicht immer im Auge behaltend: Diese Qualitäten stellte Seniorchef und «Macher» Josef Bürli bereits vor 25 Jahren unter Beweis. 1988 erwarb er von einer einfachen Gesellschaft die damalige Trocknungsanlage in Willisau. 20 Jahre später zügelte die Firma nach Alberswil, weil die Expansionsmöglichkeiten am alten Standort erschöpft waren. Jetzt – beim Vierteljahrhundert-Jubiläum – bewegt sich das Unternehmen erfolgreich auf seinen beiden Standbeinen, sagt der 59-jährige Josef Bürli. Neben dem saisonalen Futtertrocknungsgeschäft produziert die Firma auch Holzpellets.

Rund 70 Prozent dieser Pellets stellen Bürlis selber her. Der Rest wird zugekauft. «Mit den 30 Prozent Fremdlieferungen gelingt es uns, die steigende Nachfrage am Markt abzudecken», erklärt der 32-jährige Juniorchef und Geschäftsleiter Peter Bürli.

Energie aus Holzschnitzeln

Die Firma Bürli legt grossen Wert auf einen ökologischen, in die Zukunft gerichteten Betrieb. Dies auch dadurch, dass die benötigte Energie aus Holzschnitzeln statt aus fossilen Elementen gewonnen wird. «Wir holen die Energie aus der Region und verwenden sie wieder für die Region», betont der Geschäftsleiter.

Bürlis versuchen, dem regionalen Bezug wann immer möglich gerecht zu werden. Dies ist mit ein Grund, weshalb der Betrieb den Landwirten für die Verarbeitung einen Abholservice von Gras ab Feld anbietet. Mit dem bei ihnen hergestellten Trockengras wie auch mit den Maisprodukten bekämen die Tiere dann wiederum Futter aus der Region vorgesetzt, weiss Peter Bürli. Zudem sei Trockengras ein Proteinfutter und ersetze entsprechendes Importfutter wie Soja oder Luzerne.

In all den Jahren war für Seniorchef Josef Bürli seine Ehefrau Annelies eine wichtige Stütze, hat sie doch zusammen mit ihm sämtliche Büroarbeiten erledigt. 2006, als die Alberswiler Firma immer grösser wurde, stiess Tochter Martina auch dazu. Mittlerweile beschäftigt das Familienunternehmen 20 Personen – davon 14 mit einem Vollzeitpensum und 6 als Teilzeitmitarbeiter. Während mehr als 5500 Stunden pro Jahr wird produziert.

Mehr Silolagerraum

Daran soll sich nichts ändern. Im Gegenteil: Die Firma blickt mit Optimismus in die Zukunft. Josef Bürli sagt: «Für einen Unternehmer ist Angst eh ein schlechter Ratgeber.» Vielmehr will der Familienbetrieb die eigene Produktion, die selber steuerbaren logistischen Abläufe und den Kundenservice als Vorteile weiter nutzen.

Steigende Umsätze führen dazu, dass in nächster Zeit zusätzliche 1000 Tonnen Silolagerraum für lose Pellets geschaffen werden. Ebenfalls plant die Firma in Alberswil eine zusätzliche Lagerhalle für Raufutter. Der Betrieb sei weiter ausbaufähig, weiss der Seniorchef. Deshalb wird der Einbau des neuen Bandvortrockners kaum die letzte Investition gewesen sein.