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ALBERSWIL: In diesem Bijou wird bald gewohnt

Nach dreijähriger Restaurierung präsentiert sich das Waschhaus Castelen in neuem Glanz. Der Besitzer hat Tausende von Arbeitsstunden in das Gebäude investiert.
Ernesto Piazza
Das 1820 erbaute Waschhaus Castelen nach der Renovation – und davor (unten). (Bilder: Pius Amrein (Alberswil, 6. April))

Das 1820 erbaute Waschhaus Castelen nach der Renovation – und davor (unten). (Bilder: Pius Amrein (Alberswil, 6. April))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Landschaftlich exponiert, thront das Waschhaus Castelen auf einer kleinen Anhöhe zwischen Ettiswil und Gettnau. Nach einer fast dreijährigen Restaurierungszeit erstrahlt das Gebäude jetzt im neuen Kleid. Das denkmal­geschützte Nebengebäude der historischen Schlossanlage Kastelen in Alberswil ist 1996 aus dem Fideikommiss von Sonnenberg in den Besitz von Kaspar Tschümperlin Meyer übergegangen. Seit dem 1. April 1998 bewirtschaftet er dort rund 35 Hektaren Landwirtschaftsland. Dazu gehört auch ein Weingut.

Das Waschhaus ist die letzte Baute der historischen Schlossanlage, welche restauriert und gleichzeitig modernisiert wurde. Das Gebäude ist zweistöckig. Dazu gehört ebenfalls ein Keller. Dieser ist unterteilt in einen historischen und einen im Rahmen der ausgeführten Arbeiten neu erstellten Teil. Das würfelförmige Gebäude hat ein pyramiden- ähnliches, leicht geknicktes Walmdach. Dieses mündet in der Spitze in einen Kamin.

800 000 Franken in die Renovation gesteckt

Die ganze Aussenhülle des Wohnhauses wurde neu gestaltet. Dabei ist die Holzriegelkonstruktion mit einem glatten Kalkputz versehen worden. Der Innenausbau, welcher auch eine Innenisolation beinhaltet, ist neuzeitlich. Kaspar und Pierrette Tschümperlin Meyer möchten die 4?-Zimmer-Wohnung künftig vermieten. «Wir werden die rund 130 Quadratmeter ausschreiben», sagt Tschümperlin.

Neben der jetzt abgeschlossenen Renovation standen ursprünglich noch zwei weitere Varianten zur Diskussion. Zum einen war ein kompletter Abbruch, verbunden mit einer Rekonstruktion, ein Thema. Zum anderen befassten sich die Besitzer mit einer modernen Lösung am gleichen Standort. Doch diese beiden Lösungsansätze wurden von der kantonalen Denkmalpflege nicht akzeptiert, erklärt Kaspar Tschümperlin.

Die Kosten für die Renovation betragen rund 800 000 Franken. Davon sind rund die Hälfte externe Kosten. Die Arbeiten erfolgten in Kooperation mit der kantonalen Denkmalpflege. Diese beteiligte sich genauso an den Aufwänden wie die eidgenössische Denkmalpflege, die Sophie-und-Karl Binding-Stiftung und die Stiftung Pro Patria. «Ohne Eigenleistung wäre das aber nicht möglich gewesen», erklärt der Besitzer. Er schätzt die Arbeiten auf rund 4000 Stunden.

Vorwiegend in den Wintermonaten investierte Tschümperlin viel Zeit ins Projekt. Beispielsweise habe er die Holzarbeiten im Wald zurückgestellt oder beim Grasen nicht jeden Baum ausgemäht. Die grösste Herausforderung sieht der Besitzer aber darin, dass «wir die Kosten im Griff halten konnten». Entstanden ist ein modernen Wohnansprüchen genügendes Gebäude. Das Waschhaus habe zusehends auch einen emotionalen Wert bekommen, betont Tschümperlin.

Die Schlossanlage und das ehemalige Waschhaus stehen im Zentrum der Kulturlandschaft Kastelen. Gemäss dem Bundesinventar über die schützenswerten Ortsbilder haben diese Objekte eine nationale Bedeutung. Das ehemalige Waschhaus dürfe als besonders schutzwürdiges Kulturdenkmal von erheblichem künstlerischem, historischem, heimatkundlichem und wissenschaftlichem Wert gelten, betont die Denkmalkommission des Kantons in ihrer Würdigung.

Schon 1762 war von einem «Wöschhaus» die Rede

Rund drei Viertel der Bausubstanz konnten bei der Renovation erhalten werden. Das Objekt hat einen wichtigen Stellenwert beim Ensemble, das aus Schloss, Burg, Landschaftsbetrieb und Waschhaus besteht. Früher gehörte dieses zur Aufrechterhaltung der Schloss-Infrastruktur. Man kann es deshalb auch als Dienstbau bezeichnen. Bereits in einem Plan von 1762 steht ein «Wöschhaus» an der Stelle des heutigen Gebäudes. Diesen liess, gemäss Inschrift im Türstutz, 1820 der damalige Kommissar des Fideikommisses von Sonnenberg, Joseph Anton, neu errichten.

Das Waschhaus vor der Renovation. (Bild: PD)

Das Waschhaus vor der Renovation. (Bild: PD)

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