ALKOHOLSTUDIE: Junge Trinker: Der Kanton reagiert

Die jungen Luzernerinnen und Luzerner trinken oft und schon früh Alkohol. Jetzt will die Regierung handeln.

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(Symbolbild Martin Heimann/Neue ZZ)

(Symbolbild Martin Heimann/Neue ZZ)

Im Kanton Luzern trinken 37 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen mindestens einmal pro Monat Alcopops, die beliebten alkoholhaltigen Süssgetränke. Schweizweit sind es nur 27 Prozent. Diese Angaben stammen aus einer Antwort des Luzerner Regierungsrat auf ein Postulat von CVP-Kantonsrätin Irene Muff.

Auch die weiteren Fakten aus der Regierungsantwort lassen aufhorchen: Nur 34 Prozent der 15-jährigen männlichen Jugendlichen aus dem Kanton Luzern gaben an, sie hätten in den letzten 30 Tagen nie Alkohol getrunken. Auf nationaler Ebene sind es 41 Prozent, wie eine Befragung der Schweizer Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) zeigt.

Weniger Spitaleinlieferungen wegen zuviel Alkohol
In seiner Antwort kommt der Luzerner Regierungsrat zum Schluss, dass die 15-jährigen Luzerner im Quervergleich mit anderen Kantonen «relativ früh» Alkohol konsumieren. Dafür bringen sie sich eher selten in den Rauschzustand. Befragt wurden über 700 Jugendliche.

Richard Blättler, der kantonale Suchtbeauftragte, warnt aber vor Alarmismus: «Positiv ist, dass es in Luzern weniger Spitaleinlieferungen wegen Alkoholvergiftungen gibt.» Beim Konsum von Cocktails bewegen sich die Luzerner Jugendlichen im schweizerischen Mittelfeld: Schweizweit gaben 16 Prozent der 15-Jährigen an, mindestens einmal pro Monat Cocktails zu trinken. In Luzern sind es 17 Prozent.

Bewilligung und farbige Bändel sollen bei der Prävention helfen
Wieso die Luzerner Jugendlichen früher zum Glas greifen als in anderen Kantonen, das erklärt der Luzerner Suchtbeauftragte mit «Unterschieden in der lokalen Kultur». Blättler: «In Luzern ist möglicherweise die Verbotskultur weniger stark ausgeprägt.» Entscheidend sei auch die Haltung der Eltern und des Verkaufspersonals.

Die Luzerner Regierung plant nun Massnahmen. So soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die einen kantonalen Alkoholaktionsplan erstellt. Zudem soll die gesetzliche Grundlage für Testkäufe geschaffen werden, mit denen man die Verkaufsstellen überprüfen will. Als dritte Massnahme will der Regierungsrat die Alkoholabgabe an unter 16-Jährige unter Strafe stellen.

Gegenwärtig koordiniert die Fachstelle DFI das Programm «Luegsch – Jugendschutz in unserer Gemeinde». 33 Luzerner Gemeinden haben sich dem Jugendschutz verschrieben und arbeiten mit den Behörden zusammen. Will ein Veranstalter beispielsweise ein Konzert durchführen, so braucht er in diesen Gemeinden eine Zusatzbewilligung. Das Barpersonal muss vom Veranstalter instruiert werden. Je nach Alter erhält der Besucher einen verschiedenfarbigen Bändel ums Handgelenk. Anhand dessen wird den Jugendlichen dann Alkohol ausgeschenkt oder eben nicht.

Noémie Schafroth

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.