Alle Emmer Gemeinderäte treten im März voraussichtlich zur Wiederwahl an

Die Gesamterneuerungswahlen werden dennoch spannend – wegen der SVP. Ob diese einen bestimmten Sitz angreift, entscheidet die Partei am diesen Mittwoch.  

Roman Hodel
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Der aktuelle Gemeinderat in corpore auf dem Dach der Gemeindeverwaltung (von links): Gemeindeschreiber Patrick Vogel, Bildungsdirektor Brahim Aakti, Baudirektor Josef Schmidli, Gemeindepräsidentin Ramona Gut-Rogger, Finanzdirektor Patrick Schnellmann, Sozialdirektor Thomas Lehmann und der stellvertretende Gemeindeschreiber Michael Kost.

Der aktuelle Gemeinderat in corpore auf dem Dach der Gemeindeverwaltung (von links): Gemeindeschreiber Patrick Vogel, Bildungsdirektor Brahim Aakti, Baudirektor Josef Schmidli, Gemeindepräsidentin Ramona Gut-Rogger, Finanzdirektor Patrick Schnellmann, Sozialdirektor Thomas Lehmann und der stellvertretende Gemeindeschreiber Michael Kost.

(Bild: PD)

Bei den Gesamterneuerungswahlen am 29. März treten voraussichtlich alle amtierenden Emmer Gemeinderäte zur Wiederwahl an. Die FDP-Parteileitung wird ihren Mitgliedern am 13. Januar die Bisherigen – Gemeindepräsidentin Ramona Gut-Rogger (seit 2019) und Sozialdirektor Thomas Lehmann (seit 2012) – zur Nomination vorschlagen, wie Präsident Martin Birrer sagt. Ähnlich äussert sich SP-Co-Präsidentin Judith Suppiger: Demnach wird ihre Partei den Mitgliedern am 16. Januar den amtierenden Bildungsdirektor Brahim Aakti (seit 2018) zur Nomination vorschlagen.

Bereits am Sonntag hat die CVP laut Präsident Christian Meister entschieden, dass ihr Baudirektor Josef Schmidli (seit 2008) eine vierte Legislatur anhängen und Finanzdirektor Patrick Schnellmann weitermachen will – er ist seit 2018 im Amt.

Die CVP angelte sich Schnellmanns Sitz im Herbst vor einem Jahr auf Kosten der SVP. Diese will ihn bekanntlich zurückerobern – mit Ibolyka Lütolf und/oder Maximilian Holzer (wir berichteten). Auf die Frage, warum sie Gemeinderat werden wollen, sagen beide auf Anfrage: «Weil die SVP als wählerstärkste Partei Emmens wieder in die Exekutive gehört.» Ob die SVP mit einem Einer- oder Zweierticket antritt, entscheidet die Nominationsversammlung am 16. Januar. Bereits vorher – diesen Mittwoch – befindet die Parteileitung darüber, ob sie einen bestimmten Sitz ins Visier nehmen wird oder nicht, wie Präsident Marco Paternoster sagt: «Grundsätzlich haben wir uns immer für die Konkordanz ausgesprochen.» Klar ist: Mit der Nomination von Ibolyka Lütolf würde die Partei auf den Sitz von Schmidli zielen.

Ibolyka Lütolf

Ibolyka Lütolf

(Bild: PD)

Die 55-Jährige sagt zwar, sie sei offen für jedes Departement, «aber die Direktion Bau und Umwelt läge mir am nächsten.» Denn Lütolf präsidiert die Bau- und Verkehrskommission des Einwohnerrats und arbeitet seit 15 Jahren auf Behördenseite im Verkehrsbereich. «Ich kenne die Abläufe in der öffentlichen Verwaltung», sagt sie. Seit acht Jahren ist sie stellvertretende Leiterin Verkehrstechnik/Signalisation bei der Stadt Luzern. «Verkehr und Sicherheit sind daher auch meine politischen Schwerpunkte», sagt sie und fügt an:

«So setze ich mich dafür ein, dass es auch künftig für alle Verkehrsteilnehmer Platz hat – das Auto wird momentan zu stark zurückgedrängt.»

Erstmals in den Einwohnerrat nachgerutscht ist Lütolf im März 2016. Doch nur zwei Monate später verpasste sie die Wiederwahl. «Um 30 Stimmen, das war enttäuschend», sagt sie. Im April 2017 rückte die Mutter von vier erwachsenen Kindern erneut ins Parlament nach – und ist seither geblieben.

Maximilian Holzer.

Maximilian Holzer.

(Bild: PD)

Ebenfalls noch nicht so lange im Einwohnerrat dabei ist der zweite SVP-Kandidat Maximilian Holzer, konkret seit August 2018. Der 58-Jährige arbeitet seit 30 Jahren im Aussendienst, aktuell als Regionalverkaufsleiter bei Proinfo. «Ich bringe Führungserfahrung mit und bin in der Gemeinde engagiert», sagt er. So ist der Vater von drei erwachsenen Kindern unter anderem aktiv beim Emmer Fasnachtskomitee und Ehrenmitglied des Quartiervereins Bösfeld-Kapf, den er von 1996 bis 2004 präsidiert hat. Mit Blick auf sein Vorbild, alt Bundesrat Dölf Ogi, sagt Holzer:

«Ich wäre ein umgänglicher Gemeinderat, der offen kommuniziert.»

Als seine politischen Schwerpunkte nennt er Soziales und Bildung. «Da setze ich mich für mehr Qualität ein.» Zudem sei er grundsätzlich offen für gute Ideen, auch aus anderen Parteien, «wenn sie finanzierbar sind», wie er sagt.

Noch unklar ist, ob die Grünen mit einer Kandidatur kommen. Die Parteileitung trifft sich zwecks weiterem Vorgehen diese Woche, wie Präsidentin Monique Frey sagt: «Wir führen Gespräche mit mehreren möglichen Kandidierenden.» Dazu gehört auch sie selber.

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