Kommentar
Vor den Krienser Stadtratswahlen: Alle sollen ins Boot

Die CVP verzichtet auf einen Sitz und die Grünen geben der SP-Kandidatin einen Korb. Der Wille zum Konsens steht in Kriens über Parteipolitik.

Robert Knobel
Merken
Drucken
Teilen

Die Überraschungen in Kriens hören nicht auf: Die Grünen verweigern der bisherigen SP-Stadträtin Judith Luthiger ihre Unterstützung für den 2. Wahlgang. Nur der andere SP-Kandidat Cla Büchi (neu) wird zur Wahl empfohlen. Damit schmälern die Grünen die Aussichten auf eine linksgrüne Mehrheit im Stadtrat – und erhöhen die Wahlchancen des SVP-Kandidaten Marco Frauenknecht. Eine linksgrüne Mehrheit ist gemäss Grünen auch gar nicht das Ziel. Wichtiger sei, dass der Stadtrat unbelastet in die Legislatur starten könne. Luthiger als einzige Bisherige passt da schlecht ins Konzept.

Schon beim ersten Wahlgang weibelten grüne Exponenten zusammen mit der SVP unter dem Slogan «Frischer Wind» für einen Neustart im Stadtrat. Die ungewöhnliche Allianz mochte taktisch Sinn machen. Doch diesmal bieten die Grünen einfach Hand zu einem deutlichen Rechtsrutsch im Stadtrat– notabene ohne Gegenleistung. Denn der grüne Kandidat fürs Stadtpräsidium, wird kaum auf bürgerliche Hilfe zählen können. Die grünen Wahlsieger sehen wohl die Gefahr, dass eine linksgrüne Exekutive und ein bürgerliches Parlament sich blockieren könnten. Da ist ein ausgewogener Stadtrat wohl die konstruktivere Alternative. Das sieht auch die CVP so, die nach der Wahlschlappe freiwillig einen Sitz abgibt, wohl zugunsten der SVP. Den Willen zum Ausgleich haben die Krienser Parteien bereits mit ihrer Allianz gegen das Bypass-Projekt demonstriert. Wie lange dieser Konsens nach dem «Neustart» anhält, ist eine andere Frage.