Allenwindenkuppe in Luzern: Stadtrat will mit Eigentümern verhandeln

Die Allenwindenkuppe ist eine der schönsten Grünflächen in der Stadt Luzern. Sie ist aber nicht öffentlich zugänglich. Falls das Stadtparlament einem Postulat der SP zustimmt, könnte sich das vielleicht ändern.

Hugo Bischof
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Die Allenwindenkuppe befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Die Allenwindenkuppe befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Archivbild von 1999 (Patrik Pauli / Neue Luzerner Zeitung)

Die Allenwindenkuppe in der Stadt Luzern solle zumindest teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Das forderte die SP mit einem Postulat im Stadtparlament. Jetzt liegt die Antwort des Stadtrats auf den Vorstoss vor. Er nehme das Postulat entgegen, schreibt der Stadtrat. Falls es im Parlament eine Mehrheit finde, werde er versuchen, mit den betroffenen Liegenschaftseigentümern «eine einvernehmliche Lösung zu finden – allenfalls mittels Mediation».

Die Allenwindenkuppe ist eine der schönsten Grünflächen in der Stadt Luzern. Sie erstreckt sich über eine Fläche von rund 50 000 Quadratmetern nördlich der Museggmauer zwischen Bramberg-Quartier, Bergstrasse und Friedental und bietet einen wunderbaren Blick auf die Altstadt und das entfernte Bergpanorama.

Die Grünfläche ist in Privatbesitz und wird landwirtschaftlich genutzt. Für Fussgänger ist sie gesperrt. Es gab seit den 1980er Jahren mehrere Versuche, sie für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – bisher erfolglos. Eigentümerin der Grünfläche ist die Familie Hauser, der unter anderem auch das Hotel Schweizerhof in Luzern gehört. Sie hat die Grünfläche auf der Allenwindenkuppe an einen Bauern verpachtet. Der Stadtrat hat gemäss eigenen Angaben bereits mehrere Gespräche mit den Grundeigentümern geführt. Diese Gespräche sollen nun – nach einer allfälligen Überweisung des SP-Postulats durch das Stadtparlament – weitergeführt werden.

Er setze auf Lösungen, «welche die bisherigen Nutzungen möglichst wenig tangieren», schreibt der Stadtrat. Er betont gleichzeitig:

«Bleiben die Verhandlungen ohne greifbares Ergebnis, lässt sich die Öffnung der Allenwindenkuppe für die Bevölkerung nur über ein Enteignungsverfahren bewerkstelligen.»

Dabei käme gemäss Stadtrat eine unter dem Titel der Enteignung laufende (zwangsweise) Eintragung von Dienstbarkeiten (Wegrechte) ins Grundbuch in Betracht.

Hingegen sieht der Stadtrat die Möglichkeit einer Landenteignung nicht. «Vielmehr soll das Eigentum an der Allenwindenkuppe bei den gegenwärtigen Eigentümern verbleiben», schreibt er. Vor Einleitung eines Enteignungsverfahrens betreffend Eintragung von Wegrechten wären auf jeden Fall die Voraussetzungen einer solchen Enteignung zu prüfen, hält der Stadtrat fest: «Gesetzliche Grundlage, öffentliches Interesse, Verhältnismässigkeit und volle Entschädigung».

Eigentümerfamilie ist gesprächsbereit

«Schweizerhof»-Hotelier Mike Hauser von der Eigentümerfamilie der Allenwindenkuppe sagte am Freitag vormittag auf Anfrage: «Es haben bereits verschiedene Gespräche mit dem Stadtrat von Luzern stattgefunden. Bisher ohne Ergebnis. Wir sind wie immer offen für weitere Gespräche.» Gleichzeitig betont Hauser:

«Die Allenwindenkuppe ist seit Generationen in unserem Besitz; daran soll sich nach unserer Meinung nichts ändern.»

Es gebe in der Stadt Luzern sehr schöne Naherholungszonen, welche für jedermann erreichbar seien, so Hauser: «Daher sehen wir keinen Bedarf für ein Wegnetz über die Allenwindenkuppe.» Hauser sagt zudem: «Wir haben dem Stadtrat vor vielen Jahren ein Gutachten vorgelegt, das unseren Standpunkt voll und ganz stützte.» Nach Erhalt dieses Gutachtens habe der Stadtrat die Sache auf sich beruhen lassen.

Da sich die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich des Zonenplans in der Zwischenzeit etwas geändert hätten, haben die Eigentümer gemäss Hauser inzwischen eine aktualisierte rechtliche Beurteilung in Auftrag gegeben: «Dieses Gutachten soll im Sommer vorliegen. Wir sind gespannt auf seinen Inhalt, ebenso wie das Stadtparlament damit umgehen wird.»

Wann das Stadtparlament über das SP-Postulat debattieren wird, steht noch nicht fest.