ALLMEND: Der Billard Club Luzern verliert sein Lokal

Weil der künftige Pächter des «Schützenhaus» alle Räume beansprucht, muss der Billard Club Luzern nach 47 Jahren sein Clublokal aufgeben. Einen Ersatz hat dieser zwar in Aussicht – allerdings ausserhalb der Stadt.
Roman Hodel
Jean-François Barbey, Präsident des Billard Club Luzern, in seinem Clublokal. Dieses befindet sich im Restaurant Schützenhaus auf der Luzerner Allmend. (Bild: Nadia Schärli (14. Februar 2018))

Jean-François Barbey, Präsident des Billard Club Luzern, in seinem Clublokal. Dieses befindet sich im Restaurant Schützenhaus auf der Luzerner Allmend. (Bild: Nadia Schärli (14. Februar 2018))

Dass auf der Allmend Fussball gespielt wird, weiss jeder. Die Kegelbahn ist auch vielen ein Begriff. Aber Billard? Dabei logiert der Billard Club Luzern seit 47 Jahren in einem Anbau auf der Rückseite des Restaurants Schützenhaus. Nun aber sind die Tage des Clublokals gezählt: Ende März soll Schluss sein. Grund dafür ist der Wechsel des Pächters im Restaurant (Artikel vom 25. Januar).

Die Hiobsbotschaft erreichte den Billard Club kurz vor Weihnachten. «Natürlich sind wir traurig über die Kündigung, das Schützenhaus ist unsere Heimat», sagt Präsident Jean-François Barbey. Das Damoklesschwert schwebe jedoch schon länger über ihnen. «Seit mit dem Stadionneubau etwa der benachbarte Boccia-Club weichen musste, fragten wir uns öfter, wer wohl als nächstes gehen müsste.» Erst recht, als sie von der Hausbesitzerin, der Stadtluzerner Schützengesellschaft, vor ein paar Jahren bereits vorgewarnt worden seien.

Immerhin: Ein Ersatzlokal hat der Billard Club bereits in Aussicht. Es befindet sich allerdings nicht mehr in der Stadt Luzern, sondern im Wichlern-Quartier in Kriens. «Ein schlichter Gewerberaum», sagt Barbey. «Halt nicht mehr so feudal – obwohl wir 30 Prozent mehr bezahlen als am bisherigen Ort.» Das Clublokal auf der Allmend mit seinem weinroten Teppich und den Holzbalken an der Decke hatte die Presse 1971 als «schönsten Billardsaal der Schweiz» bezeichnet.

Billardtisch ohne Löcher

Trotz Wehmut ist Barbey in erster Linie froh, dass sein Club wieder einen Platz für seine fünf Carambol-Tische gefunden hat. Denn im vor 110 Jahren gegründeten Verein wird ausschliesslich Carambol-Billard gespielt – eine Spielform mit nur drei Bällen und keinen Löchern im Tisch.

Gemäss dem Präsidenten der Schützengesellschaft der Stadt Luzern, Renato Steffen, ist der Billard Club seit vielen Jahren darüber informiert, dass bei einem Pächterwechsel das Gesamtobjekt ausgeschrieben und der Mietvertrag aufgelöst wird. Der künftige Pächter soll diesen Gebäudeteil und den Vorgarten ebenfalls nutzen können – und zwar für die Bewirtung der FCL-Fans. Wer den Zuschlag für die Pacht erhält, ist noch offen. «Wir stehen mit verschiedenen Interessenten in Kontakt.» Zum Billard Club sagt Steffen ausserdem: «Falls es mit dem Ersatz in Kriens doch nicht klappen sollte, kann ein neuer Pächter allenfalls den Schulungsraum im Schützenhaus anbieten, sofern das in sein Konzept passt.»

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

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