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ALLMEND: Salzmagazin wird Teil einer Wohnsiedlung

Das Magazin an der Eichwaldstrasse wird unter Schutz gestellt. Das hat Folgen für die Baugenossenschaften, die dort eine Überbauung realisieren wollen.
Robert Knobel
Neu im kantonalen Denkmalverzeichnis: das Salzmagazin an der Eichwaldstrasse. (Bild Roger Grütter)

Neu im kantonalen Denkmalverzeichnis: das Salzmagazin an der Eichwaldstrasse. (Bild Roger Grütter)

Die Genossenschafts-Offensive der Stadt geht weiter. Nachdem kürzlich der Baurechtsvertrag für die Genossenschafts-Überbauung Industriestrasse abgeschlossen wurde, steht als Nächstes die Überbauung Eichwald an. Dort, zwischen Eichhof und Allmend besitzt die Stadt ein 4700 Quadratmeter grosses Grundstück, das sie einer Baugenossenschaft zur Verfügung stellen will. Das Areal bietet Platz für rund 50 Wohnungen. Zurzeit läuft das Bewerbungsverfahren – im Sommer soll der Zuschlag an eine Baugenossenschaft erfolgen. Allerdings dürfen die Genossenschaften nicht das ganze Areal überbauen. Mittendrin steht nämlich das ehemalige Salzmagazin. Und dieses ist seit neustem im kantonalen Denkmalverzeichnis eingetragen. Der Eintrag wurde im aktuellen Kantonsblatt publiziert.

Verschieben verboten

Was die Unterschutzstellung konkret bedeutet, erklärt die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder: «Das Gebäude ist so zu erhalten, dass sein Bestand dauernd gesichert ist.» Damit komme weder ein Abriss noch eine Verschiebung des Gebäudes in Frage. Noch im vergangenen Dezember sagte Ruedi Meier, Präsident der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL), dass eine Umplatzierung des Salzmagazins wünschenswert wäre (Ausgabe vom 10. Dezember 2015). Inzwischen hat die ABL allerdings ihr Interesse am Eichwald-Projekt verloren. Beworben hat sich hingegen die Wohnbaugenossenschaft Geissenstein (EBG). Deren Präsident Daniel Käslin sagt, man sei sich immer bewusst gewesen, dass das Salzmagazin in die Überbauung integriert werden müsse. So könne man sich vorstellen, es als Servicegebäude zu nutzen, mit einer Velostation mit Velowerkstatt, einem Gemeinschaftsraum, der Heizzentrale sowie Atelier- und Nebenräumen. Die EBG sei sehr interessiert, im Eichwald zu bauen. «Wir haben viel mehr Genossenschafter als Wohnungen. Deshalb ist eine Expansion nun angezeigt.» Die EBG besitzt zurzeit 430 Wohnungen im «Eisenbahnerdörfli» im Sternmatt-Geissenstein-Quartier. Eine weitere Bewerberin ist die SBL-Wohnbaugenossenschaft, die unter anderem im Sternmattquartier und in der Hochhüsliweid Wohnungen besitzt. Auch die SBL hat Pläne für das Salzmagazin, wie Präsident Markus Mächler sagt. So sei vorgesehen, die gewerbliche Nutzung, die aufgrund der Zonenordnung vorgeschrieben ist, im Salzmagazin unterzubringen. Das bedeutet: Im Holzgebäude könnten sich dereinst Büros, Ateliers oder Läden befinden.

Dass das Salzmagazin für die Bedürfnisse der künftigen Eichwald-Bewohner umfunktioniert wird, ist aus Sicht des Denkmalschutzes kein Problem, wie Cony Grünenfelder sagt. Es seien «verschiedenste Umnutzungsvarianten» denkbar. Grünenfelder glaubt zudem, dass das alte Gebäude für die neue Überbauung eine Bereicherung sein werde. Dieser Meinung ist auch die städtische Baudirektorin Manuela Jost (GLP). «Es ist ein Zeichen der qualitätsvollen Stadtentwicklung, wenn alte und neue Bausubstanz ein neues Ganzes ergeben.» Der Stadtrat habe sich daher schon früh für den Erhalt des Salzmagazins ausgesprochen.

Salz und Getreide fürs Spital

Dass das Gebäude nicht verschoben werden darf, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie. Denn das Salzmagazin stand ursprünglich an einem anderen Ort. Erbaut wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts an der Obergrundstrasse, und zwar als Magazin für Salz, Getreide und Früchte, welches das Luzerner Bürgerspital versorgte. Das Spital befand sich damals ebenfalls an der Obergrundstrasse. Als die Strasse 1883 erweitert wurde, musste das Salzmagazin weichen. Es wurde zerlegt und an der Eichwaldstrasse wieder aufgebaut. Bis 1980 wurde es dann vom Militär genutzt. Doch was macht das Gebäude so speziell, dass es geschützt werden muss? Cony Grünenfelder erklärt, es handle sich um den «einzigen obrigkeitlichen Magazinbau, der als Holzfachwerk erstellt wurde». Zudem sei das Holzgebäude eines der letzten Zeugnisse der militärischen Nutzung der Luzerner Allmend.

Robert Knobel

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