Alpabfahrt in Schüpfheim als Publikumsmagnet

Der Einmarsch der Sennen wurde zum Volksfest: In Schüpfheim lockte die Alpabfahrt am Samstag rund 7000 Zuschauer an.

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Das blumengeschmückte Vieh beim Umzug durch Schüpfheim. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Das blumengeschmückte Vieh beim Umzug durch Schüpfheim. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Kuhherden, behangen mit mächtigen, sauber polierten Trycheln schritten am Samstag, geführt von Älplern und ihren Familien, über die Hauptstrasse von Schüpfheim. Der Einmarsch der Sennen in die Talschaft wurde untermalt von Jodler-Formationen und Alphornbläsern. Die Zuschauer begrüssten und beklatschten die Heimkehrer aus den Bergen. Anlässlich der achten Alpabfahrt verwandelte sich das Entlebucher Dorf in eine einzige Festhütte.

Die Sennen und ihre Begleiter führten insgesamt 250 Kühe und Rinder durchs Dorf. Im Mai bestiessen sie ihre Alpen, gestern kehrten sie ihrem Sommerdomizil den Rücken zu. Jost Bieri, Besitzer einer Alp in Finsterwald, sagte: «Es ist immer schön heimzukehren. Ebenso freue ich mich dann im nächsten Frühling, wenn es wieder los geht in die Berge.» Eine ziemlich gute Alpzeit seis gewesen, so Bieri. Der verregnete Juli sei durch das gute Wetter im August und September kompensiert worden.

Bild: Corinne Glanzmann
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Unter den Zuschauern befand sich auch Shuji Ikeda, Filmproduzent aus Tokio, der in diesen Tagen mit seinem Team für den Sender TBS einen Beitrag über die Schweiz dreht. Der Japaner war begeistert vom Gebotenen. Mehr geballtes, traditionelles Schweizertum ist ja kaum vorstellbar.

Das Älplertum geht aber weit über das Folkloristische hinaus. Zu erwähnen ist dabei sicher auch der wirtschaftliche Aspekt. Im Kanton Luzern gibt es acht Alpkäsereien. Diese befinden sich allesamt im Entlebuch. Im Verlaufe der abgelaufenen Sommersaison produzierten die Kühe auf den Alpen rund 700'000 Liter Milch. Etwas mehr als die Hälfte wurde an die Industrie abgegeben. Den Rest, zirka 300'000 Liter, verarbeiteten die Entlebucher Sennen zu Bergkäse, 35 Tonnen insgesamt. Unter dem Label «Echt Entlebuch» wird die Delikatesse vertrieben. Ein Markenzeichen, das sich laut Toni Hurni, OK-Präsident der Alpabfahrt, im Markt gut etabliert habe.

eer.