ALPENQUAI: FDP-Idee wurde nie geprüft

Die Salle Modulable auf einer Landzunge beim Alpenquai? Für die Initianten war dies nie eine Option – zumindest bis jetzt.

Hugo Bischof
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Die Landzunge beim Alpenquai ist eine weitere Standortvariante für die Salle Modulable. (Bild: Google Maps)

Die Landzunge beim Alpenquai ist eine weitere Standortvariante für die Salle Modulable. (Bild: Google Maps)

Hugo Bischof

Die städtische FDP hat mit den beiden Luzerner Architekten Frieder Hess und Markus Heggli eine neue Idee in die Standort-Debatte für die Salle Modulable gebracht (gestrige Ausgabe). Sie könnten sich vorstellen, das geplante Theatergebäude auf dem Areal des so genannten technischen Sporns beim Alpenquai zu realisieren.

Ganz zuvorderst auf der weit in den See ausragenden Landzunge neben dem Motorboothafen mit bester Sicht aufs Luzerner Seebecken befindet sich das Haus der Seepolizei. Aber auch andere, grössere Gebäude stehen hier, etwa jenes der SNG (Sankt-Niklausen-Schiffgesellschaft), von Lake Lucerne oder der Bucher+Schmid Bootswerft AG. Diese müssten bei einem Bau der Salle Modulable weichen – und könnten auf dem benachbarten Schotterplatz ein neues Zuhause erhalten. Auf dem Schotterplatz notabene, der bisher als einer von drei offiziellen Standorten für die Salle Modulable evaluiert wurde.

SNG-Geschäftsführer Beat Plüss würde nur ungern vom heutigen Standort auf den Schotterplatz ziehen: «Auf dem Schotterplatz gibts viel zu wenig Platz, um hier einen Neubau für unsere Anlagen zu realisieren. Wir haben zwei Einwasserungkräne und eine Rampe – wo soll das dort Platz haben?» Sollte die Salle Modulable je auf der Landzunge Alpenquai realisiert werden, wäre für Plüss klar: «Für uns darf es keinen Flächenverlust geben.»

Eine Chance für die Werft?

Maximilian Schmid, Geschäftsführer der Bucher+Schmid Bootswerft AG, sieht es etwas anders. «Wir könnten uns damit anfreunden», sagt er. «Ich habe in dieser Sache zwei Herzen in meiner Brust: Einerseits würde eine Verlegung viele Umtriebe mit sich bringen. Andererseits dürfen wir nicht kleinlich denken.» Schmid: «Wir haben an unserem heutigen Standort zwar eine Traumlage, aber unsere jetzigen Anlagen sind nicht praktisch.» Die Kräne seien zu wenig hoch, und auch sonst sei vieles nicht mehr zweckmässig. Ein Neubau auf dem benachbarten Schotterplatz könne deshalb auch eine Chance für eine «effizientere Anlage» sein.

«Geniale Idee»

Schmid könnte sich den Bau der Salle Modulable auf der Landzunge Alpenquai vorstellen: «Im Prinzip ist es eine geniale Idee.» Bedingung für ihn ist aber, «dass wir einen guten Realersatz erhalten». Ob das auf dem Schotterplatz sei oder gar weiter südlich am Seeufer, etwa im Bereich des Kanuclubs, darüber könne man diskutieren. Gemäss Schmid tauchte im Rahmen der Salle-Modulable-Standortdebatte vor vier Jahren eine ähnliche Idee auf. Sie ging allerdings wesentlich weiter; die Idee damals war, das neue Theater als Brückenbau über den Motorboothafen zu errichten.

Nur Schotterplatz ist im Rennen

Doch wie realistisch ist die Idee einer Salle Modulable auf der Landzunge Alpenquai überhaupt? Mathis Meyer, der ab März als Gesamtleiter für das Projekt Neue Theater-Infrastruktur (NTI) für die Salle Modulable zuständig ist, dämpft die Erwartungen. «Die Landzunge neben dem Motorboothafen ist nicht Teil des Perimeters am Alpenquai, der für die Salle Modulable evaluiert wurde.» Geprüft worden seien wie bereits vor längerer Zeit kommuniziert die drei offiziellen Standorte Theaterplatz, Inseli-Carparkplatz und Alpenquai-Schotterplatz. Meyer betont aber: «Es ist positiv, dass neue Ideen diskutiert werden. Das zeigt, dass die Leute sich für ein neues Theater interessieren.»

SP: «Idee kommt zu spät»

Die FDP reichte die neue Standort-Variante als Dringliche Interpellation beim Stadtrat ein. Die FDP wollte, dass auch andere Parteien, insbesondere die CVP und die SVP, mitunterschreiben – erfolglos. «Die anderen Parteien warten die offiziellen Ergebnisse der Standort-Evaluation ab», sagt Fabian Reinhard, Grossstadtrat und Präsident der städtischen FDP. SP-Fraktionschef Nico van der Heiden sagt zudem: «Jetzt eine neue Variante in die Diskussion zu bringen, dafür ist es zu spät, auch wenn es vielleicht eine gute Idee ist.» Wenn schon, hätte man diese schon vor einem Jahr präsentieren müssen, findet van der Heiden. «Denn die Standort-Evaluation ist jetzt abgeschlossen.» Einen Standort-Favoriten hat die SP nicht. Am meisten Sympathie hätten die SP-Fraktionsmitglieder an einer informellen Tagung 2015 dem Theaterplatz entgegengebracht. «Aber offiziell dazu äussern werden wir uns erst, wenn die Ergebnisse der Standort-Evaluation vorliegen werden.»

Standortstudie wird öffentlich

hb. Zwei Studien zur Salle Modulable liegen vor. Die Stadt Luzern beauftragte die Firma Ernst Basler + Partner mit der Standort-Evaluation. Die Stiftung Salle Modulable liess die Machbarkeit von der US-Firma Arup abklären. Die beiden Studien sind fertiggestellt. Anfang April werden die Projektverantwortlichen deren Ergebnisse vorlegen. «Die Standortstudie wird der Öffentlichkeit dann in ihrem ganzen Umfang zugänglich gemacht werden», sagt Mathis Meyer, ab 1. März Gesamtprojektleiter NTI (Neue Theater-Infrastruktur) von Stadt und Kanton Luzern.

Empfehlung folgt im April

«Bei der Machbarkeitsstudie sind wir noch am Abklären, welche Teile daraus auch hier veröffentlicht werden können.» Für Meyer ist klar: «Anfang April werden wir eine klare Standortempfehlung abgeben, die mit der Stiftung Salle Modulable abgesprochen sein wird.»