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ALPENQUAI: Maturandin mit viel Herzblut für Menschen in Not

Nur vier Tage bleiben Nathalie Bartens zwischen Matura-Abschluss und Arbeitsbeginn. Dann tauscht sie die Schulbücher gegen Spitalkleidung.
Sandra Monika Ziegler
Nathalie Bartens (18) im Hirtenhof. Die Maturandin will im Herbst die Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen. (Bild Jakob Ineichen)

Nathalie Bartens (18) im Hirtenhof. Die Maturandin will im Herbst die Ausbildung zur Pflegefachfrau beginnen. (Bild Jakob Ineichen)

Wir treffen uns an der Endstation der Buslinie 8 im Hirtenhof. Nathalie Bar­tens (18) kennt das Quartier, aufgewachsen ist sie ganz in der Nähe im Hirtenhofring. Sie schätzt am Quartier die Nähe zur Natur und hat im Bireggwald ihren Lieblingsplatz.

«Eine Lichtung mit freier Sicht auf See und Berge», schwärmt Bartens. Hier führe auch ihre Jogging-Route vorbei. «Dann halte ich immer inne und geniesse die Aussicht.» Als Maturaarbeit liess sie sich von bunten Knicklichtern inspirieren und wählte daher eine Arbeit im Fach Chemie. So entdeckte sie, dass je nach Zugabe von Lösungsmitteln sich das abgegebene Licht verändert.

Enger Zeitplan für die Zukunft

Sie hat genau vier Tage frei nach der letzten Prüfung, dann geht es wieder los. Bartens will diplomierte Pflegefachfrau HF werden. Und um diese Ausbildung zu starten, brauche es vorgängig ein Praktikum. «Das dauert drei Monate. Fang ich jetzt gleich mit dem Praktikum an, dann kann ich am 20. September mit der Ausbildung starten», sagt die Maturandin.

«Direkt am Menschen»

Dass die Berufswahl auf Pflegefachfrau und nicht etwa auf Medizinerin fiel, erklärt Bartens so: «Ein Arzt stellt fest, was man hat, und ein Chirurg ist eher ein Mechaniker. Die Pflegefachfrau ist jedoch direkt am Menschen. Und das nicht nur für eine kurze Zeit: Sie hilft über eine längere Zeit und kann so auch die Entwicklung mitverfolgen. Das gefällt mir und hat meine Entscheidung beeinflusst.»

Es scheint sie nicht im Geringsten zu stressen, dass statt Ferien gleich die nächste Aufgabe auf sie wartet. «Wenn mich etwas interessiert, dann mach ich es sehr gerne und habe auch die nötige Energie dazu.» Fehlt das Interesse, dann «beisse» sie sich trotzdem durch. Ausser wenn es um Kunstgeschichte geht, da fehle ihr der Zugang.

Coole Klasse – guter Zusammenhalt

An die Gymi-Zeit erinnert sie sich gerne. «Es war zwar streng, aber wir hatten eine coole Klasse.» Vor zwei Jahren machte sie ein Austauschjahr und weilte in Kanada. So ein Jahr empfiehlt sie allen. «Es ist sehr bereichernd, andere Kulturen und Menschen kennen zu lernen. Da gibt es viel Neues zu entdecken, damit muss man dann umgehen. Das bringt einen in der persönlichen Entwicklung weiter», so Nathalie Bartens. Sich selber bezeichnet sie als einen zufriedenen, fröhlichen und offenen Menschen. Punkto Politik gehe sie zwar wählen und abstimmen, doch in einer Partei sei sie nicht und an einer Demonstration habe sie noch nie teilgenommen.

Bald tauscht sie also ihre Schulkleidung gegen Spitalkleidung ein. Mode ist ihr aber sowieso nicht wichtig. «Ich finde, jeder sollte die Kleidung tragen, in der er sich wohl fühlt, solange sie angemessen ist», sagt sie.

Helfen ist ihr zentrales Thema

Ihre Berufswahl kommt nicht von ungefähr. Helfen ist ein zentrales Thema in ihrem Leben und erfüllt sie mit Zufriedenheit. Dabei haben die biblischen Worte «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» ihren festen Platz in ihrem Leben. «Das gilt doch für alle und bedarf nicht mal einer Religion», findet Bartens.

Hautnah konnte sie das kürzlich bei einem Einsatz für das Rote Kreuz erleben. Sie war im letzten Dezember und Januar in Buchs in einer Notunterkunft tätig. Obwohl sich die Kommunikation mangels gemeinsamer Sprache eher schwierig gestaltet habe, sei ihre Arbeit spannend gewesen. Durch diesen Einsatz konnte sie sich ein eigenes Bild der Flüchtlinge machen, war nicht auf Fernsehbeiträge und Zeitungsartikel angewiesen. «Die Flüchtlinge bekamen durch diesen Einsatz ein Gesicht», erklärt Nathalie Bartens. «Für mich ist es wichtig, Menschen in Not zu helfen. Wir müssen zueinander Sorge tragen.»

Sandra Monika Ziegler

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