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ALPHONS EGLI: Das sagen seine Weggefährten: «Kantig, scharfsinnig und humorvoll»

Eine grosse Gemeinde hat gestern in der Hofkirche vom alt Bundesrat Abschied genommen. Weg­gefährten erinnern sich an den charismatischen Luzerner.
Gabriela Jordan
Mit Schalk in den Augen: Alphons Egli auf einer undatierten Aufnahme. (Bild privat)

Mit Schalk in den Augen: Alphons Egli auf einer undatierten Aufnahme. (Bild privat)

Gabriela Jordan

Franz Kurzmeyer, alt Stadtpräsident Luzern (FDP)

Ich habe Alphons Egli seinerzeit kennen gelernt, als ich frisch in den Grossrat – heute Kantonsrat – gekommen bin. Mir hat er von Anfang an imponiert. Mit welchem Scharfsinn und mit welcher Intelligenz er Probleme angegangen ist! Ich war nicht überrascht, als er schnell Karriere in der Politik gemacht hat. Im Umweltschutz hat er grosse Verdienste erworben, und ich habe es sehr bedauert, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgeben musste. In der Öffentlichkeit wurde er auch als steif und kantig wahrgenommen, aber ich habe ihn nicht so erlebt. Er war ein sehr aussergewöhnlicher Mensch – witzig und Sprüche klopfend. Über meinen Vater (alt Regierungsrat Werner Kurzmeyer, Anm. d. Red.), der gut Nekrologe schreiben konnte, hat er zum Beispiel einmal gesagt: «Auf dass ihn Gott erhalten möge, wer schriebe sonst die Nekrolöge.»

Pierre Peyer, Luzerner Anwalt und Schwiegersohn von Alphons Egli

Alphons Egli war mein Lehrmeister, bevor er mein Schwiegervater wurde. Als ich mein Anwaltspraktikum bei ihm machte, war er sehr streng. Dadurch, wie er Fälle anging und Klienten behandelte, wurde er schnell ein Vorbild für mich. Bis heute ist er es geblieben. In gewisser Weise blieb ich immer sein Lehrling. Das Letzte, was er zu mir gesagt hat, ist, dass ich zum Coiffeur gehen sollte – als Scherz vermute ich, denn ich bin ja kurzrasiert. Was mich mit Alphons stark verbunden hat, war ausserdem die Musik. Er war ein hochinteressierter Musikliebhaber, und Anton Bruckner war unser beider Lieblingskomponist. Auch in einem unserer letzten Gespräche sprachen wir über Musik.

Cyrill Egli, Alphons Eglis Sohn

Der Schalk in seinen Augen ist meine letzte Erinnerung an ihn. Mein Vater war ironisch, humorvoll, freidenkend, intelligent und scharfsinnig. Er interessierte sich für Sprachen, Reisen und andere Kulturen. Ab und zu trank er gerne ein Glas Wein. Das sind Sachen, die ich mit ihm teile.

Franziska Peyer-Egli, Alphons Eglis Tochter

Mein Vater war ein senkrechter Mensch, der nach innen und aussen nach seinen Grundsätzen gelebt hat. Als Vater war er nachsichtig, tolerant und uns zugewandt. Obwohl wir in unserer Familie die damals klassische Rollenteilung hatten, engagierte er sich auch bei unserer Erziehung und nahm sich immer Zeit für uns. Als wir Kinder waren, unternahm er gerne mehrtägige Wanderungen mit uns, die uns und ihm zeit seines Lebens unvergesslich waren. In seiner Zeit als Bundesrat waren wir bereits erwachsen, weshalb diese Zeit für meine Mutter einschneidender war. Ihr Tod vor drei Jahren war wiederum ein grosser Einschnitt für ihn, denn sie ist in seinen letzten Jahren infolge seiner Schwerhörigkeit sein Verbindungsglied nach aussen gewesen.

Arnold Koller, Nachfolger von Alphons Egli im Bundesrat

Alphons Egli war ein unabhängiger Kopf. Mit seinen politischen Entscheiden konnte er manchmal Freunde sowie «Feinde» überraschen. Auch als Bundesrat hat er seine Unabhängigkeit bewiesen. Denn Umweltthemen wurden ihm sicher nicht in die Wiege gelegt. Es war eindrücklich, wie er sich innert kürzester Zeit in die Themen eingearbeitet hat. Seinen Witz, den er als Ständerat oft an den Tag gelegt hat, hat er als Bundesrat leider etwas verloren. Dort wird aber nun mal jedes Wort viel stärker gewichtet. Sein treffender, sarkastischer Witz war immer erfrischend. Wehleidigere Menschen empfanden ihn manchmal vielleicht als etwas zu treffend. In einer Rede vor vielen Jahren habe wiederum ich einen Grabspruch über ihn gedichtet: «Hier ruht Alfons Egli Bundesrat, War nie verlegen mit gutem Rat, Verschrien als ein Rechter, Wurde er noch ein ganz Gerechter.»

Andrea Gmür-Schönenberger, Luzerner CVP-Nationalrätin

Persönlich kennen lernen durfte ich alt Bundesrat Alphons Egli erst, als er schon weit über 80 Jahre alt war. So, wie ich ihn früher aus den Medien wahrnahm, war er auch im Alter: ­kantig, scharfsinnig und äusserst humorvoll.

Jakob Schönenberger, Alt Ständerat (CVP) und Andrea Gmürs Vater

Ich sass als St. Galler Vertreter im Ständerat neben Alphons Egli und kannte ihn sehr gut. Er war ein grosser Geist, ein hochintelligenter und liebenswürdiger Mensch. Seine allbekannten Grabsprüche waren nie verletzend, sondern einfach nur witzig. Er schien ein Mann zu sein, der immer Zeit hatte. Zeit nahm er sich vor allem dafür, sehr gut zuzuhören.

Gerhard Pfister, Präsident CVP Schweiz

Ich habe Alphons Egli persönlich nicht gut gekannt. Aber schon bevor ich selber politisiert habe, wusste ich sehr wohl, wer er war. Als typischer wertkonservativer Ständerat konnte er wichtige Akzente setzen. Später auch als Bundesrat – obwohl er nur kurz regiert hat. Egli besass die Tugend, sich nach seinem Rücktritt bei den amtierenden Bundesräten nicht mehr einzumischen. Diese Tugend schwindet heute leider. Innerhalb der CVP engagierte er sich aber weiter und machte sich viele Gedanken über die Zukunft der Partei. Das habe ich sehr geschätzt.

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