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Interview

Als die Feuerwehr zur Luzerner Schamanin kam

Die 62-jährige Luzernerin Beatrice Styger wurde durch persönliche Rückschläge in ihrem Leben zur Naturheilerin. Und noch zu viel mehr.
Turi Bucher
Naturheilpraktikerin Beatrice Styger mit ihrem Mops Renesmie. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 29. August 2019)

Naturheilpraktikerin Beatrice Styger mit ihrem Mops Renesmie. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 29. August 2019)

Sie sind Naturheilpraktikerin, Therapeutin, Homöopathin, Kinesiologin, Veterinärmedizinerin, Kneipp-­Gesundheitsberaterin, Schamanin, Gründerin der Medicus-Schule in Luzern. Was sind Sie jetzt eigentlich wirklich?

Beatrice Styger: Im Moment bin ich in erster Linie Chefin der Medicus-Schule, in der jährlich 150 bis 200 Schüler eingeschrieben sind. Ich bin auch noch Dozentin an der Schule. Ich habe 30 Jahre als Therapeutin gearbeitet, bin übrigens auch noch als medizinische Masseurin ausgebildet. Die ganze aufgezählte Palette ist übrigens seit April dieses Jahr in der Schweiz als Beruf zertifiziert. Insgesamt bin ich also eine eidgenössisch diplomierte Komplementärtherapeutin. Als Therapeutin arbeite ich noch einen Tag pro Woche.

Wann und warum haben Sie sich für diesen Berufszweig entschieden?

Mein Mann aus erster Ehe war schwer drogenabhängig. Am Platzspitz in Zürich hat er sich damals den «goldenen Schuss» gesetzt. Ich war 23-jährig und fiel selber in eine schwere Depression inklusive Selbstmordversuch. Das war 1986. Ich lag danach in einer Wohngemeinschaft für Mutter und Kind aus reiner Erschöpfung drei Tage lang im Koma. Eine Nonne, die als Soziarbeiterin tätig war, hat sich um mich gekümmert und gesagt: Diese Frau wird nicht in die Psychiatrie geschickt! Sie praktizierte Naturheilkunde. Nach drei Tagen war ich ein neuer Mensch. Diese Kraft ist zu mir gekommen und hat mich überwältigt.

Also wollten Sie mehr von der Naturheilkunde wissen…

… zuerst wurde ich vom Sozialmedizinischen Dienst in Rothenburg aufgefordert, aktiv zu werden, eine Arbeit zu suchen. Ich wurde Direktionssekretärin bei Schindler. Sie müssen sich vorstellen, dass ich damals auf zwei sozialen Ebenen gelebt habe. Tagsüber war ich die Direktionssekretärin, abends ging ich zurück in die Wohngemeinschaft.

Bei Schindler wird man nicht zur Naturheilerin, oder?

Ich war eigentlich sehr zufrieden mit meiner Arbeit, doch nach einiger Zeit schlich sich die Frage ein: Will ich die nächsten 30 Jahre wirklich im Büro arbeiten? Mit 33 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung als medizinische Masseurin. Das wurde dann bei mir zur Sucht: Ich habe immer mehr Ausbildungen angepackt, bis ich in Hitzkirch meine Massagepraxis «Liechthuus» eröffnete. Mit der Zeit gab ich selber Kurse, leitete Seminare.

Wir haben es eingangs erwähnt: Sie sind auch in der Kinesiologie ausgebildet. Das scheint mir, das Wort deutet es ja an, etwas Chinesisches zu sein.

Falsch, das Wort ist aus dem Griechischen abgeleitet. Kinesis ist die Lehre der Bewegung. Es ist die Lehre aller Bewegungsabläufe des Körpers im Zusammenhang mit dessen Energiebahnen, den sogenannten Me­ridianen, einem unsichtbaren Netz von elektrischen Strömen.

Speziell ist, dass Sie die Kinesiologie auch bei Tieren anwenden.

Wie der Mensch kann auch ein Tier unter Stress, emotionalen und physischen Dysfunktionen leiden. Wie jedes Lebewesen hat das Tier ein Meridiansystem. Ich spüre diese Funktionsstörungen auf und behandle sie. Ich behandle eigentlich alle Haustiere. Gut, eine Schülerin hat einmal eine Schlange mitgebracht, die wollte ich nicht unbedingt anfassen. Ich suche die Aurafelder, ich arbeite mit Farbtherapie, Bachblüten, überprüfe die Ernährung. Eine Behandlung merkt man dem Tier sofort an. Wichtig ist auch, wie der elektrische Strom zwischen Tier und Tierhalter läuft.

Sie erwähnen in Ihrem Lebenslauf, dass der amerikanische Professor Rupert Sheldrake sagt, Hunde und Katzen können Absichten und Gefühle von Menschen, die etliche Kilometer von ihnen entfernt sind, aufnehmen. Das ist nur schwer nachzuvollziehen.

Sheldrake spricht von den morphogenetischen Feldern. Alles, was je gedacht, gesagt und ­erlebt wird, ist in diesem Feld ­abgespeichert. Tiere haben die Fähigkeit, diesen Geist freizusetzen: Wenn ich jetzt denke, dass ich heimgehen will, dann weiss es mein Hund schon. Ein anderes Beispiel: Stellen Sie sich Energiefelder in einer Kirche oder in einem Gefängnis vor – dort werden sie ganz unterschiedliche Energiefelder vorfinden.

Als Schamanin praktizieren Sie auch noch. Muss man sich das so vorstellen, dass Sie in Ihrer Schule trommelnd im Rauch umher­tanzen?

Ja, genau so ist es. Ich habe in meiner Schule einen Schamanenraum. Wegen des vielen Rauchs ist schon zweimal die Feuerwehr gekommen. «Das nächste Mal kostet es was», hiess es. Deshalb müssen wir die Lektionen neuerdings auf der Terrasse durchführen.

Hinweis: Mehr über Beatrice Styger unter www.medicus-schule.ch

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