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Als Frau bei der Luzerner Kripo: Noëlle Bürlimann jagt fürs Leben gern Verbrecher

Noëlle Bürlimann (38) ist als Frau bei der Luzerner Kripo in der Minderheit. Sie findet, es braucht beide Geschlechter.
Alexander von Däniken
Noëlle Bürlimann, Dienstchefin bei der Luzerner Kriminalpolizei. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 26. August 2019)

Noëlle Bürlimann, Dienstchefin bei der Luzerner Kriminalpolizei. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 26. August 2019)

Frauen bei der Polizei – eine Herausforderung? Der etwas provokante Titel des Referats am Montagabend im Militärcampus Luzern liegt in den Zahlen begründet: Nur gerade 26,9 Prozent aller Angestellten der Luzerner Polizei sind Frauen, wie dem Jahresbericht 2018 zu entnehmen ist.

Organisiert wurde der Anlass vom Sicherheitspolitischen Forum Zentralschweiz. Dieses will allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, sich über sicherheitspolitische Fragen zu informieren. Dazu lädt es vier Mal im Jahr Referenten zu einem bestimmten Thema ein. Das Forum feiert heuer sein 25-Jahr-Jubiläum. Am 25. November findet eine kleine öffentliche Feier statt.

Gleiche Ausbildung und Ausrüstung

Referentin am Montag war Noëlle Bürlimann (38). Als erste stellvertretende Dienstchefin bei der Luzerner Kriminalpolizei ist sie in der Statistik also die Ausnahme, vor allem bei der Kripo, wo der Frauenanteil noch etwas tiefer ist. Doch woran liegt das? Verdienst, Uniform und Ausbildung sind schliesslich bei Männern wie Frauen gleich, wie Bürlimann vor rund 50 Interessierten erklärte.

Auch die Wege nach der Polizeischule und den obligatorischen Jahren Patrouillendienst stünden Polizisten wie Polizistinnen offen: von der Personenschützerin über den Hundeführer bis zur Sondereinheit Luchs oder eben der Kriminalpolizei. Je nach Funktion kommen aber die Frauen an ihre körperlichen Grenzen. «Beim Ordnungsdienst zum Beispiel, wo die Ausrüstung 30 Kilo wiegt», sagte Bürlimann:

«Da muss auch Frau ihren Mann stehen.»

Auch in anderen Bereichen gebe es Herausforderungen. Zum Beispiel die «Kulturproblematik», wie es Bürlimann formulierte. Männer aus anderen Kulturen hätten ein anderes Verständnis von Frauen, «da wird man auch mal bespuckt». Beschimpfungen gebe es auch öfters. Dazu komme eine Gratwanderung zwischen «Frau sein» und Polizist verkörpern: Sind farbige Fingernägel und Schminke in Ordnung?

Der letzte Punkt gilt auch für andere Berufe: die Vereinbarkeit von Job, Kind und Haushalt. «Dafür gibt es auch viele Punkte, die für den Beruf der Polizistin, des Polizisten sprechen. Zum Beispiel kann man den Gerechtigkeitssinn ausleben und hat keinen 08/15-Job.»

«Der glücklichste Tag meiner Karriere»

Bürlimann gab auch Einblicke, was eine Frau können muss, wenn sie Kriminalpolizistin werden will. Von Vorteil sollte sie Erfahrungen bei den Sexualdelikten mitbringen, «aber es sind Kenntnisse von vielen Delikten gefragt». Dazu kommen Erfahrungen in der Befragung und die Bereitschaft zu Pikettdiensten.

Wie wertvoll Frauen bei der Kripo sein können, illustrierte Bürlimann anhand eines Falls, den sie «von A bis Z» bearbeitete. Es ging um sexuellen Missbrauch an mehreren Mädchen. Diese liessen sich für Befragungen eher auf Frauen ein. Die Befragungen wurden auf Video aufgenommen und «alle Mädchen sagten das gleiche». Nach drei Jahren wurde der Täter dank eines DNA-Treffers gefasst, «der glücklichste Tag meiner Karriere», fügte Bürlimann an.

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