Alt Bundesrat Christoph Blocher gibt Luzerner Jugendlichen Polit-Tipps

Christoph Blocher sprach an der kantonalen Jugendsession zu den rund 100 Teilnehmenden und machte dabei einen Bogen ums Lieblingsthema der Jungen. Dafür erzählte er von seinem Werdegang.

Fabienne Mühlemann
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Christoph Blocher im Gespräch mit Jugendlichen. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Christoph Blocher im Gespräch mit Jugendlichen. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Alle Blicke waren am Freitag um 13.45 Uhr gebannt auf den Mann am Rednerpult gerichtet. Alt Bundesrat Christoph Blocher, der politisiert wie kein anderer und dessen Name sogar noch die Jungen kennen, stand an der sechsten Session des kantonalen Jugendparlaments vor den Teilnehmenden im Luzerner Regierungsgebäude.

Einen Spickzettel brauchte der 79-Jährige nicht. Wild gestikulierend, wie man es von ihm kennt, forderte er die Jugendlichen mit lauter Stimme auf, sich für ihre Anliegen einzusetzen:

«Ich höre immer wieder, dass man ja nichts bewegen könne. Aber man muss sich einfach wehren, was nicht immer dankbar ist.»
Wild gestikulierend: Blocher bei seiner Rede. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Wild gestikulierend: Blocher bei seiner Rede. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Mit seiner direkten Art sorgt er für Schmunzeln

Bewusst oder unbewusst ging der SVP-Mann nicht auf die Klimaproteste der Jugendlichen ein. Er erzählte in der 14-minütigen Rede von seinem Weg in die Politik und sorgte mit seiner direkten Art immer wieder für Schmunzeln. Von Jungparteien hält Blocher offenbar wenig. Sie sollten sich direkt der Mutterpartei anschliessen, fand er. Die Rede schloss er mit den Worten seines alten Lehrmeisters ab:

«Steh weit oben, dann sieht man dich, rede laut, dann hört man dich, und setz dich schnell wieder hin, dann schätzt man dich.»

Der Applaus im jungen Publikum war gross. «Ich hatte vorher kein spezifisches Bild von ihm, die Rede fand ich sympathisch», so Teilnehmerin Olivia Nagel (20). Dieser Meinung war auch Phillip Zenger (17). Er fand es interessant, dass Blocher weniger politisierte, sondern mehr über seinen Werdegang sprach. In der Pause hielt Blocher für Fotos her. Zu grossen Streitgesprächen kam es nicht.

Die Einladung des alt Bundesrats sei überraschend zu Stande gekommen, sagte Kim Rast, Co-Präsidentin des Jugendparlaments Kanton Luzern. «Als Blocher schnell zusagte, waren wir Organisatoren erfreut.» Und sein Name habe dem Anlass daraufhin auch die gewünschte Werbung gebracht.

Blocher mit dem Vorstand des JuKaLu 2019. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Blocher mit dem Vorstand des JuKaLu 2019. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Forderung an Kantonsrat überwiesen

Bei der alljährlichen Jugendsession können Interessierte unter 25 Jahren mitmachen. In diesem Jahr haben sich 100 Jugendliche angemeldet, letztes Jahr waren es in der Nachmittagssession 60. «Mit der Anzahl sind wir sehr zufrieden. Bei einigen Punkten in Bezug auf den Anlass gibt es noch Luft nach oben», sagt Rast.

In der Jugendsession erarbeiten die Teilnehmenden in Gruppen eine Forderung zu bestimmten Themen und diskutieren am Nachmittag im Plenum darüber. Beraten werden sie dabei von Experten und Kantonsräten. Am Ende der diesjährigen Session überwiesen die Jugendlichen eine Forderung nach Verzicht auf Heizanlagen mit fossilen Energieträgern an den Kantonsrat.

Die Jugendsession im Luzerner Regierungsgebäude (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)

Die Jugendsession im Luzerner Regierungsgebäude (Bild: Roger Grütter, Luzern, 15. November 2019)