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ALTBÜRON: Schon 70 Jahre lang ein Team

Maria und Fritz Pfister sind heute seit 70 Jahren verheiratet und freuen sich noch immer über und miteinander. «Zusammen zufrieden» lautet ihr Devise.
Sandra Monika Ziegler
Vor genau 70 Jahren heirateten Maria und Fritz Pfister (Bild: PD)

Vor genau 70 Jahren heirateten Maria und Fritz Pfister (Bild: PD)

Heute leben die beiden 91-Jährigen in Altbüron. (Bild: PD)

Heute leben die beiden 91-Jährigen in Altbüron. (Bild: PD)

Kennen gelernt haben sich die beiden 1943 im Restaurant Turm in Langnau im Emmental. Da arbeitete Maria, genannt Miggi, im Service. Fritz war Gast, kam immer nach dem Fussballtraining und war ein ausgesprochener Spassvogel. Das gefiel Maria. Einmal habe er erzählt, dass im Emmental die grünen Männchen gelandet seien. Das sei so überzeugend gewesen, dass einer der Gäste mit ihm losziehen wollte, um sie zu sehen. Während Maria Pfister das erzählt, blickt sie Fritz schmunzelnd an, und er blickt schelmisch zurück. «Damals waren wir jung und hübsch, heute sind wir nur noch warm angezogen», sagt Fritz Pfister mit seinem Emmentaler Charme. Er stammt aus Trub. Beide lachen.

Stolz auf die Urenkelinnen

Sie heirateten am 27. Mai 1944 zivil und bezogen bald schon ihre erste kleine Wohnung. Als ihre Tochter Monika zur Welt kam, war ihr Glück komplett, und Fritz Pfister überglücklich, dass es ein Mädchen war, denn das hatte er sich gewünscht. Dass er jetzt auch noch vier Urenkelinnen hat, macht ihn geradezu stolz.

Der Ehestart fiel in eine schwierige Zeit, alles war in den Kriegsjahren rationalisiert, die Arbeit knapp bezahlt. Doch sie hatten sich gern, das gab ihnen Kraft und Mut. «Wir hatten nie das Gefühl, das schaffen wir nicht. Wir waren mit dem zufrieden, was wir hatten. Es gab damals auch nicht viel Zeit für Träume. Es musste angepackt werden, und es musste vorwärts gehen.» Mit der heutigen Zeit sei dies nicht vergleichbar, damals waren alle so getrimmt.

Ihr Weg führte sie zur Firma Lenco in Burgdorf. Dass sie trotz Kind beide arbeiten konnten, hatten sie der Frau des Hausbesitzers zu verdanken. Sie war damals Monikas Tagesmutter. Nach 25 Jahren war Schluss bei der Lenco, sie mussten sich eine neue Stelle suchen. Beide arbeiteten in der Psychiatrischen Klinik in St. Urban. Fritz Pfister wollte eigentlich einmal Metzger werden, doch dazu kam es nicht. «Wir mussten die ‹Büez› annehmen, die es gab.»

Gab es bei so viel Nähe nicht auch Streit? «Klar», sagt Miggi Pfister und mahnt mit dem Finger, «die, die sagen sie hätten nie Streit, sind Fabelwesen». Lange gestritten wurde jedoch nie. Nach dem Streiten wurde bald wieder gelacht. Und heute? Miggi Pfister ist ein totaler Federer-Fan, das macht den Fritz manchmal etwas eifersüchtig. Ist ein Match angesagt, wird schon mal morgens um vier der Fernseher angestellt. Sie nimmts gelassen. Von verblasster Liebe kann keine Rede sein.

Eine gemeinsame Leidenschaft war für sie das Campen. Mit Heimarbeit wurde tüchtig dazu verdient. Als die ersten 1000 Franken auf der hohen Kante waren, kauften sie sich einen Volvo samt kleinem Anhänger. Zuerst fuhren sie in Marias Heimat, in den Kanton Fribourg, später an den Sempachersee. «Das war immer ein Gaudi, wir liebten es, bis wir 80 Jahre alt waren.»

In Altbüron wohnen sie seit 40 Jahren. Auch der Grossteil der Familie samt Urenkelinnen lebt hier. Und die, die nicht hier wohnen, kommen oft und gerne zu Besuch. Denn die Pfisters waren immer schon Familienmenschen. Maria war das siebte von 14 Kindern und Fritz hatte sechs Geschwister.

Keine fremde Hilfe

Jetzt, da Miggi im Oktober 92 Jahre alt wird und Fritz seinen 91. Geburtstag im März feierte, geniessen sie am liebsten ihr Zuhause. Den Alltag meistern sie als eingespieltes Team. Sie kommen bislang ohne fremde Hilfe aus. Ein Blick in die Küche verrät, da gibt es keine Abwaschmaschine. «Das brauch ich doch nicht, ich habe ja den Fritz!», erklärt Miggi Pfister und strahlt ihn an. Er erwidert das Lächeln und sagt: «Ich helfe, wo ich kann, das war immer schon so.»

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