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ALTERSPOLITIK: Stadt Luzern wird zur Pionierin

Luzern will ein Gutscheinsystem für Betagte einführen, damit diese länger in der eigenen Wohnung bleiben können. Das kostet Geld, soll letztendlich die Stadtkasse aber entlasten.
Betagte, die über nur wenig Geld verfügen, sollen finanziell vom Kanton Luzern mit Gutscheinen unterstützt werden. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Betagte, die über nur wenig Geld verfügen, sollen finanziell vom Kanton Luzern mit Gutscheinen unterstützt werden. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Rund die Hälfte der über 90-Jährigen wohnen in der Stadt Luzern noch zu Hause. Hier will die Alterspolitik der Stadt ansetzen. Dabei will sie verstärkt auf die Selbstbestimmung älterer Menschen setzen und ihnen das Leben in den eigenen vier Wänden möglichst lange ermöglichen.
Die Stadt plant darum eine Anlaufstelle für Altersfragen und das Pilotprojekt «Gutscheine für selbstbestimmtes Wohnen», wie sie gestern an einer Medienkonferenz bekanntgab. Es handle sich dabei um ein schweizweit einzigartiges Projekt.

Einsparungen von 500'000 Franken pro Jahr

Bei der externen Kinderbetreuung hat Luzern mit Gutscheinen bereits neue Wege beschritten. Mit den neuen Gutscheinen im Altersbereich sollen nun Betagte mit knappen finanziellen Ressourcen gezielt unterstützt werden, wie Sozialdirektor Martin Merki (FDP) anlässlich der Medienorientierung sagte: «Wir wollen damit dort helfen, wo die bisherigen Hilfssysteme und Betreuungsangebote nicht greifen.» Denn bleiben Betagte länger zu Hause, entlasten sie damit auch die Stadtkasse. Laut Merki könnte etwa ein Drittel der Personen, die in ein Heim eintreten – rund 200 Personen pro Jahr – bei entsprechender Hilfe länger zu Hause leben. «Damit könnten laut einer Modellrechnung allein bei den Ergänzungsleistungen Kosten von knapp 500000 Franken eingespart werden.» Für den Einzelnen ist beim Gutscheinsystem ein maximaler Betrag von 3000 Franken pro Jahr vorgesehen. Davon profitieren könnten nicht nur Betagte ohne Ergänzungsleistungen, sondern auch pflegende Angehörige, die mit diesem «Zustupf» entlastet werden würden. So könnten die Gutscheine bei einer kurzzeitigen Ersatzbetreuung, bei der Unterstützung im Haushalt oder beim Einkaufen eingesetzt werden. Die Idee der Gutscheine findet auch bei Pro Senectute Anklang, wie der Geschäftsleiter Ruedi Fahrni sagt: «Auch mit solchen Hilfeleistungen können die Lebensqualität gesteigert und das Länger-zu-Hause-Bleiben ermöglicht werden. Das ist ganz klar auch in unserem Sinn.»

Anlaufstelle bietet Orientierung

Mit der eingangs erwähnten Anlaufstelle will die Stadt Luzern das selbstbestimmte Wohnen im Alter weiter fördern. Es handle sich um ein unkompliziertes Angebot mit dem Fokus auf Prävention, wie Merki sagt: «Hier sollen allgemeine Fragen betreffend Alter und Wohnen im Alter beantwortet werden.» Entsteht so keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten? «Nein, wir setzen hier bewusst auf Prävention, auf die selbstständige Alltagsbewältigung. Menschen, die sich etwa bei der Spitex melden, sind meist bereits pflegebedürftig», sagt Merki. Bei der Vielzahl an Angeboten wüssten viele nicht, an wen sie sich wenden sollen. Hier setze die Anlaufstelle an und biete Orientierung, wie Merki sagt: «Wir gehen auf die spezifischen Lebenssituationen ein, raten und beraten und stärken damit die Selbstbestimmung. Zudem erfahren wir so direkt, was die Leute brauchen.» Die Kosten für die städtische Anlaufstelle betragen pro Jahr rund 210000 Franken (siehe Box). Die Stadt zieht das Angebot ohne finanzielle Unterstützung von Dritten auf. Darin sieht Merki auch Vorteile: «Wir sind nicht interessengebunden, müssen keine Leistungen verkaufen.» Über die Anlaufstelle und die Gutscheine wird der Grosse Stadtrat am 1. Juni beraten.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

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