Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Bildstrecke

Als die FCL-Fans das Stadion nach Hause trugen

Vor 10 Jahren wurde das alte Allmend-Stadion dem Erdboden gleichgemacht. Rasenstücke, Eckfahnen und Sitze waren begehrte Erinnerungsstücke.
Hugo Bischof
Abbrucharbeiten beim alten Allmend-Stadion. Bagger reissen die letzten Reste der Tribüne ab. Links ein Trümmerhaufen aus den Resten des Stadions. (Bild: Manuela Jans, 26. August 2009)

Abbrucharbeiten beim alten Allmend-Stadion. Bagger reissen die letzten Reste der Tribüne ab. Links ein Trümmerhaufen aus den Resten des Stadions. (Bild: Manuela Jans, 26. August 2009)

Im August 2009 war es soweit: Im alten Allmend-Fussballstadion begannen die Abriss-Arbeiten. Weil das Stadion seit 2007 den reglementarischen Anforderungen der Schweizer Fussball-Liga nicht mehr genügte, wurde ein Neubau an gleicher Stelle geplant – die Swissporarena, in welcher der FC Luzern heute seine Heimspiele austrägt.

Souvenirjäger im Stadion Allmend nach dem letzten Spiel des FCL im alten Allmend-Stadion am 13. Juni 2009. Junge Fans tragen als Andenken Sitzmöbel nach Hause. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Souvenirjäger im Stadion Allmend nach dem letzten Spiel des FCL im alten Allmend-Stadion am 13. Juni 2009. Junge Fans tragen als Andenken Sitzmöbel nach Hause. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Am 13. Juni 2009 fand das denkwürdige letzte Spiel auf der alten «Allmend» statt. Der FC Luzern besiegte den FC Lugano mit 5:0 und sicherte sich damit in der Barrage den Verbleib in der höchsten Liga. Doch das erfreuliche Resultat war letztlich Nebensache. Im Zentrum standen Emotionen und Nostalgie. Um Erinnerungen wachzuhalten, nahmen nach dem Schlusspfiff Tausende FCL-Fans ein Souvenir aus dem Stadion mit nach Hause – ein Stück Rasen, Sitze, Anzeigetafeln, Torstangen. Besonders begehrt würden sicher die Eckfahnen sein, sagte ein FCL-Verantwortlicher schon im Vorfeld des Spiels.

Auch die Torstangen waren ein beliebtes Souvenir. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Auch die Torstangen waren ein beliebtes Souvenir. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Auch die Eckfahnen wurden von begeisterten FCL-Fans vom Spielfeld entfernt und nach Hause getragen. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Auch die Eckfahnen wurden von begeisterten FCL-Fans vom Spielfeld entfernt und nach Hause getragen. (Bild: Pius Amrein, 13. Juni 2009)

Ein Pokal ging vergessen

Drei Tage nach dem Abschiedsspiel, am 16. Juni, begannen die Vorarbeiten für den Abriss des Stadions. Die Gebäude wurden ausgeräumt; was noch irgendwie zu gebrauchen war, wurde abtransportiert. Einiges ging vergessen, so etwa ein Pokal. «Der FCL hatte ihn einst für einen achten Platz gewonnen», erzählte Toni Bucher von der für die Abbruch- und Neubauarbeiten verantwortlichen Bauunternehmung Eberli und Partner. «Der FCL wollte ihn offenbar nicht mehr.»

Am 10. August fuhren die Abrissbagger auf und zerkleinerten die Stahl- und Betonbauten. Schon am 26. August waren vom alten Stadion nur noch die Einzelteile übrig. In einer aktuellen Reportage der Luzerner Zeitung während der Abrissarbeiten hiess es:

«Von der Haupttribüne, wo einst die Fussballfans sassen, sind nur noch wenige Meter übrig. Und auch diesen rückt der gierige ‹Betonbeisser› nun zu Leibe.»

Die beim Abbruch entstandenen Trümmerhaufen wurden nach Materialien getrennt in verschiedene Deponien gebracht. Einzig Beton und Backsteine des alten Stadions wurden für die neue Swissporarena wiederverwendet. Als Letztes wurden die vier Lichtmasten mit einem speziellen Pneukran stückweise abmontiert.

Bilder von den Abrissarbeiten und dem Tag nach dem letzten Spiel:

Ein kleiner Teil der Haupttribühne steht noch. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009) Ein kleiner Teil der Haupttribühne steht noch. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Viel ist von der Haupttribühne nicht mehr übrig. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Viel ist von der Haupttribühne nicht mehr übrig. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Die Stehrampe der treuen FCL-Fans musste daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Die Stehrampe der treuen FCL-Fans musste daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Die Stehrampe der treuen FCL-Fans musste daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Die Stehrampe der treuen FCL-Fans musste daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Die Bagger machen das Stadion Allmend dem Erdboden gleich. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Die Bagger machen das Stadion Allmend dem Erdboden gleich. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Absperrgitter und Plastiksitze mussten ebenfalls daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Absperrgitter und Plastiksitze mussten ebenfalls daran glauben. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Blick auf die ehrwürdige «Lumag»-Tribüne, die heute noch steht. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Blick auf die ehrwürdige «Lumag»-Tribüne, die heute noch steht. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Der Rasen ist weg, nur noch braun und grau zu sehen auf der Allmend. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Der Rasen ist weg, nur noch braun und grau zu sehen auf der Allmend. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Der Rasen ist weg, nur noch braun und grau zu sehen auf der Allmend. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Der Rasen ist weg, nur noch braun und grau zu sehen auf der Allmend. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Achtung: Bagger bei der Arbeit. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Achtung: Bagger bei der Arbeit. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Bald geht's wohl auch der Werbung «Luzerner Zeitung» an den Kragen. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Bald geht's wohl auch der Werbung «Luzerner Zeitung» an den Kragen. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Blick von der Haupttribüne aus auf die Stehrampe, von wo aus die FCL-Fans ihre Mannschaft anfeuerten. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)Blick von der Haupttribüne aus auf die Stehrampe, von wo aus die FCL-Fans ihre Mannschaft anfeuerten. (Bild: Manuela Jans-Koch, 26. August 2009)
Im September 2009, das Stadion Allmend war schon fast komplett abgerissen. (Bild: Boris Bürgisser)Im September 2009, das Stadion Allmend war schon fast komplett abgerissen. (Bild: Boris Bürgisser)
Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel - die Fans transportieren ihre Erinnerungsstücke ab. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel - die Fans transportieren ihre Erinnerungsstücke ab. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion, hier die "ausgeweidete" Trainerbank, am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion, hier die "ausgeweidete" Trainerbank, am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion, hier die Stehtribüne der Fans, am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion, hier die Stehtribüne der Fans, am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)Das Allmend Stadion am Morgen nach dem letzten Spiel. (Bild: Jérôme Martinu)
20 Bilder

Tschüss, Stadion Allmend! Vor 10 Jahren begannen rund um die FCL-Spielstätte die Abrissarbeiten

Altes Allmend-Stadion wurde 1934 eröffnet

Das alte Stadion, umgangssprachlich «Allmend» genannt, war 1934 mit einer Holztribüne und mehreren Fussballfeldern ringsherum eröffnet worden. Mit den Jahren gab es einige Umbauarbeiten. 1957 wurde die Tribüne auf 2 500 Plätze ausgebaut. Zwischen 1981 und 1983 wurden die Haupt- und die überdachte Stehplatztribüne der FCL-Fans erneuert. Im Jahr 1995 kam der überdachte Nordrang mit dem Namen Lumag-Tribüne hinzu. Zuletzt besass die Spielstätte vier Tribünen; wobei drei gedeckt und ein Hintertorrang ungedeckt waren. Die «Allmend» bot ein theoretisches Fassungsvermögen von 25 000 Zuschauern. Aus Sicherheitsgründen liess der Schweizerische Fussballverband (SFV) zuletzt nur noch 13 000 Zuschauer zu: 4500 gedeckte sowie 1400 ungedeckte Sitzplätze sowie 7 100 Stehplätze.

Der Rekord mit 26 000 Zuschauern datiert aus dem Jahre 1993 und wurde bei einem Auf-/Abstiegsrundenspiel gegen den FC Basel aufgestellt (4:1-Sieg für Luzern). Besonders in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren galt die Allmend bei gegnerischen Teams als «uneinnehmbare Festung». Das Publikum trieb die Mannschaft zu Siegen und zum Meistertitel 1989.

Neueröffnung im Juli 2011

Kurz nach dem Abriss der alten «Allmend», Mitte September 2009, erfolgte der Spatenstich für die heutige Swissporarena mit 17 000 Sitzplätzen. Während der Bauarbeiten trug der FCL seine Heimspiele im Gersag-Stadion in Emmenbrücke aus. Für die Architektur der Swissporarena verantwortlich zeichneten die Luzerner Architekten Daniele Marques und Iwan Bühler. Ausgeführt wurde der Bau durch die Zürcher Firma Halter Unternehmungen und die Eberli Generalunternehmung. Am 28. Juli 2011 überreichte die ARGE Halter/Eberli den Stadionschlüssel symbolisch an Bernhard Alpstaeg, Verwaltungsrat der Stadion Luzern AG. Das erste Pflichtspiel im neuen Stadion fand am 31. Juli 2011 statt und ging gegen den FC Thun torlos aus. Das offizielle Eröffnungsspiel am 3. September 2011 gegen den Hamburger SV endete 2:2.

Neben dem neuen Stadion entstanden zwei 77 und 88 Meter hohe Wohnhochhäuser mit 283 Mietwohnungen. Es sind die höchsten Wohngebäude der Innerschweiz. Dazu kamen ein Sportgebäude mit Hallenbad, Fitnesscenter, Büros, Restaurant, Migros-Filiale und Doppelturnhalle für den Universitätssport sowie neue Anlagen für den Schiess- und Tennissport, ein Bocciodromo und Kunstrasenfelder. Die Kosten für das Gesamtprojekt beliefen sich auf rund 250 Millionen Franken (davon rund 80 Millionen für das Stadion allein). Die Stadt Luzern trug 103,7 Millionen Franken bei. Private Investoren übernahmen den grossen Teil der übrigen Kosten. Auch der Bund und der Kanton Luzern beteiligten sich am PPP-Projekt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.