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Dornröschenschlaf geht weiter: Altes Krematorium in der Stadt Luzern bleibt unbenutzt

Im alten Krematorium im Luzerner Friedental kehrt vorerst kein neues Leben ein. Zwar gingen auf eine Ausschreibung der Stadt Luzern für eine Umnutzung des Areals fünf Bewerbungen ein, doch verfehlten sie allesamt die geforderten Kriterien.
Sandra Monika Ziegler
Das alte Krematorium mit zweistöckigem Kuppelbau und Gräberhallen im Luzerner Friedental. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)

Das alte Krematorium mit zweistöckigem Kuppelbau und Gräberhallen im Luzerner Friedental. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)

Das alte Krematorium im Friedental ist seit Inbetriebnahme der neuen Anlage 2005 ungenutzt. Grundeigentümerin ist die Stadt Luzern. Das Gebäude gehört der Stiftung Luzerner Feuerbestattung. Für den Unterhalt kommen Stadt und Stiftung gemeinsam auf. Deshalb haben sie dieses Frühjahr für eine Neunutzung eine Ausschreibung lanciert. Gesucht wurde damit auch eine neue Trägerschaft.

Es wurden diverse Ideen eingebracht. So etwa für die Nutzung der ganzen rund acht Hektaren grossen Garten- und Parkanlage oder für den Kuppelbau des Architekten Albert Froelich. Eingegangen sind total fünf Projekte. Realisierbar ist aber keines, wie die Stadt mitteilt. Damit bleibt alles beim Alten, das Krematorium weiterhin ungenutzt.

Finanzierung als Knacknuss

«Keines der fünf Projekte erfüllt die Erwartungen und deshalb gibt es keine weiteren Verhandlungen mit den Bewerbenden», sagt Cornel Suter, Leiter Stadtgärtnerei. «Die eingereichten Projekte waren zuwenig ausgereift. Insbesondere die Finanzierung und zukünftige Organisation wurden zuwenig durchdacht», so Suter weiter.

Die Vorgaben seien in der Ausschreibung klar formuliert worden, doch die vorgelegten Projekte hätten diese nicht erfüllt, damit sei die Ausschreibung formell abgeschlossen. Die Stadt und die Stiftung seien jedoch offen für neue Ideen und Gespräche.

Suter macht ein Beispiel für die mangelhaften Finanzierungskonzepte: «Wer dort einen eigenständigen Gastronomiebetrieb führen will, müsste eine neue Küche einbauen, denn dort hat es keine. Auch kann der Kuppelraum nicht einfach umgebaut werden. Oder die Oblichter durch grössere Fenster ersetzen geht auch nicht. Denn die Anlage und die Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Damit sind baulich klare Grenzen gesetzt. So wird es schnell mal teuer oder gar nicht realisierbar.»

Wie hoch die Mieten dereinst gewesen wären, ist nicht errechnet worden: «Wäre ein Projekt bestimmt worden, dann hätten wir diesbezüglich die Verhandlungen aufgenommen, doch so weit ist es gar nicht gekommen», sagt Suter. Bereits im Vorfeld wurde betont, dass bei einer gemeinnützigen Nutzung die Miete eher tief sein oder das Areal in Gebrauchsleihe abgegeben würde. Würden das Gelände und die Bauten aber kommerziell genutzt, wäre es teurer. Doch unter den Projekten war keines dabei, um dort einen Firmensitz einzurichten.

Kein Terrain für Hundefreilaufzone

Dass trotz Ausschreibung kein passendes Projekt eingereicht wurde, sei unter all den genannten «Einschränkungen» nicht weiter erstaunlich, sagt Suter und bemerkt: «Es ist wohl noch nicht der richtige Zeitpunkt für eine neue Nutzung.» Da das Gebäude und die Anlage eine gute Bausubstanz aufweisen, sei kein rasches Handeln angezeigt.

Auf die Frage, ob dort nicht eine Freilaufzone für Hunde eingerichtet werden könnte, lacht Suter: «Das bin ich natürlich auch schon gefragt worden. Doch weil sich die Fläche innerhalb des Friedhofs Friedental befindet und vor Ort immer noch einzelne Beisetzungen stattfinden, ist das natürlich nicht das Terrain dafür. Für mich war das eher ein Scherz.»

Blick ins alte Krematorium:

Das alte Krematorium in Form eines Kuppelbaus vom Architekten Albert Froelich mit der Malerei zwischen den Oblichtern von Eduard Renggli. (Bilder: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)Das alte Krematorium in Form eines Kuppelbaus vom Architekten Albert Froelich mit der Malerei zwischen den Oblichtern von Eduard Renggli. (Bilder: Pius Amrein, Luzern, 15. April 2019)
Sechzehn Trauernde, gemalt von Eduard Renggli, schmücken die Oblichter.Sechzehn Trauernde, gemalt von Eduard Renggli, schmücken die Oblichter.
Das alte Krematorium in Luzern soll samt Aussenflächen umgenutzt werden. Die terrassenförmig angelegten Grünflächen erstrecken sich über 8 Hektaren.Das alte Krematorium in Luzern soll samt Aussenflächen umgenutzt werden. Die terrassenförmig angelegten Grünflächen erstrecken sich über 8 Hektaren.
Im Aussenbereich hat es Kieswege und Sitzbänke.Im Aussenbereich hat es Kieswege und Sitzbänke.
Wenn immer möglich sollten die alten Öfen auch bei neuer Nutzung erhalten bleiben.Wenn immer möglich sollten die alten Öfen auch bei neuer Nutzung erhalten bleiben.
Für die Umnutzung machen sich (von links) Markus Ehrenberg Präsident Stiftung Luzerner Feuerbestattung, Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) und Projektleiter Cornel Suter Stadtgärtnerei Luzern stark.Für die Umnutzung machen sich (von links) Markus Ehrenberg Präsident Stiftung Luzerner Feuerbestattung, Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) und Projektleiter Cornel Suter Stadtgärtnerei Luzern stark.
Kieswege führen zu den Gräberhallen. Kieswege führen zu den Gräberhallen.
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