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Sanierte Peterskapelle: Luzerns älteste Kirche erfindet sich neu

Die Peterskapelle steht an prominentester Lage und findet trotzdem kaum Beachtung. Das soll sich ab sofort ändern: Das Gebäude wurde komplett saniert und umgestaltet – aber auch inhaltlich will man sich neu erfinden.
Ismail Osman
In der Peterskapelle trifft neu auf alt. So sind Altar, Boden und Kirchbänke komplett neu gefertigt worden. (Bilder: Philipp Schmidli, Luzern, 7. Dezember 2018)

In der Peterskapelle trifft neu auf alt. So sind Altar, Boden und Kirchbänke komplett neu gefertigt worden. (Bilder: Philipp Schmidli, Luzern, 7. Dezember 2018)

Was ist mit der Peterskapelle geschehen? Kirchenrat Herbert Mäder bringt es so auf den Punkt: «Es ist immer noch alles gleich, aber ganz anders.» Sobald man die frisch sanierte Kirche betritt, wird klar, was Mäder damit meint. Während rund einem Jahr wurde die Peterskapelle umgestaltet. Wobei der Begriff «umgestaltet» irreführend ist. Es ist zweifelsfrei noch dieselbe Kirche – nur ist sie um ein Vielfaches heller und fühlt sich geräumiger an als zuvor. «Aufgeräumt» trifft es deshalb wohl besser. «Die Verstaubtheit des Gebäudes ist definitiv weg», bilanziert Mäder.

Die Umgestaltung der Kirche ist definitiv subtil ausgefallen. Und dennoch sind die Veränderungen augenscheinlich. Da ist zunächst einmal der komplett neue Boden. «Eine Mischung aus Carrara- und Bardolinomarmor», wie Reto Durrer von Durrer Architekten erklärt, die das Projekt realisierten. Unübersehbar sind auch die neuen, minimalistischen und aus hellem Ulmenholz geschaffenen Kirchbänke. Diese sind falt- und stapelbar und somit mobil. Und dann sind dann noch die neuen, ebenfalls aus Holz gefertigten Einbauten: ein «Besprechungs- und Besinnungsraum», ein Beichtstuhl, eine «Nischenkapelle» und ein Arbeitsplatz. Dort befindet sich neu auch ein tiefes Fenster, durch das man von aussen direkt auf den Altar blickt.

Unbekanntes Bild kommt zum Vorschein

Rund 4,5 Millionen Franken kostete das Umbauprojekt. Getragen wurde es zur Hauptsache von der Kirchgemeinde. Je hälftig steuern Bund und Kanton 400 000 Franken bei. Von der Kantonsseite erfolgt dies via Denkmalpflege, die von Beginn weg in das Projekt einbezogen war. Mit gutem Grund, wie die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder erklärt: «Als ältester in Luzern erhaltener Kirchenbau, kann die Peterskapelle als Keimzelle für die entstehende Stadt Luzern bezeichnet werden.» Schriftlich erwähnt wird die Kirche erstmals im Jahr 1178. «Sie ist vor diesem Hintergrund ein Kulturdenkmal von ausserordentlich grosser historischer Bedeutung», so Grünenfelder. Im Laufe der Sanierungsarbeiten kam über der Sakristei sogar ein bis dato unbekanntes Wandbild zum Vorschein.

Tatsache ist aber auch, dass die Kirche schon längst sanierungsfällig war. Die letzten Massnahmen gehen auf das Jahr 1965 zurück. Vor rund 10 Jahren begannen erste konkrete Überlegungen, wie die Kirche zu sanieren sei und wie man die Kirche neu positionieren könnte. Denn obwohl sie an prominentester Lage – direkt zwischen der weltbekannten und nach ihr benannten Kapellbrücke und dem Fasnachts-Hotspot Fritschibrunnen liegt, fand die Kirche zuletzt kaum Beachtung. «Eine Kommission der Kirchgemeinde wurde damit beauftragt, die künftige Nutzung der Kirche zu definieren», erklärt Hansruedi Kleiber, leitender Priester der Peterskapelle. Man einigte sich auf eine Kirchenform, die als «City-Pastoral» beschrieben wird. Die Idee: einen möglichst niederschwelligen Zugang zur Kirche zu schaffen. Zwar bleibt man im Kern eine Stadtkirche und führt Liturgien durch, daneben soll das Gebäude aber möglichst für alle geöffnet werden. «Die Peterskapelle eignet sich allein schon von ihrem Standort her – mitten im Zentrum der Stadt – hervorragend für ein solches Projekt», ist Kleiber überzeugt. «Ob fromm oder weniger fromm, ob religiös oder zweifelnd bis agnostisch: möglichst viele Luzernerinnen und Luzerner, Pendler und Reisende sollen die Kapelle als ihren Ort im Herzen der Stadt schätzen und nutzen», ergänzt Florian Flohr, der als Teamleiter der Peterskapelle, neues Leben in die Kirche bringen soll. So könne man sich vorstellen, dass die Kapelle für Sitzungen, Workshops, Musik oder zum Arbeiten genutzt wird – inklusive Laptops: «Man darf sich einen ‹Spiritual Co-Workspace› vorstellen», so Flohr schmunzelnd.

Bischof Gmür weiht neuen Altar ein

Am Samstag nun fand die offizielle Wiedereröffnung statt. Auch diese widerspiegelte den neuen «dualen» Weg der Peterskapelle: Im Rahmen eines Festgottesdienstes weihte Bischof Felix Gmür am Morgen den neuen Altar ein. Am Nachmittag wurden dann erstmals die Tore für eine breitere Bevölkerung geöffnet: Nebst Führungen durch die Kapelle, wurden Kinder zum Sterne basteln eingeladen. Auch die Original Lozärner Schäller ond Trychler hatten einen Auftritt und verkündeten lautstark, dass die graue Maus unter den Luzerner Kirchbauten nun wieder von sich reden machen will.

Blick in die renovierte Peterskapelle Luzern beim Kapellplatz. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Die neuen Kirchbänke sind falt- und stapelbar und somit mobil. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Die Kirche soll wieder mehr Besucher anlocken. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Im Innern wurden mehrere Holzeinbauten installiert, so auch dieses Büro mit Fenster. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Hansruedi Kleiber, leitender Priester Peterskapelle, in der renovierten Peterskapelle. Er trägt ein Bild von der Kirche vor ihrer Sanierung. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Auch der Altar wurde neu gestaltet. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
So sah die Peterskapelle vor ihrer Sanierung aus. (Bild: PD)
Verstaubt: Die Peterskapelle geriet in den vergangenen zunehmend in Vergessenheit. (Bild: PD)
Bei den Renovationsarbeiten wurde dieses Wandbild entdeckt. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Auch über im Dachgebälke musste die Kirche saniert werden. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Einblick in das Obergeschoss der Sakristei. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Auch dieser Besprechungsraum ist neu. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Neuer Ambo, neuer Altar. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Alte Elemente erhalten in der Kirche neue Plätze. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
Der Taufstein wurde an zentraler Stell in der Kirche platziert. (Bild: Philipp Schmidli, 7. Dezember 2018)
15 Bilder

Impressionen aus der neuen Peterskapelle

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