ALTISHOFEN: Fasnachtsnachwuchs ist in Sicht

Im Pfyfferdorf gabs eine Palette an originellen Sujets zu sehen. Bei der Hitparade der schönsten Darbietungen mischten die Kleinsten weit vorne mit.

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Sie hatten den Überblick: Die «Wätterschmöcker» der Fasnachtsfrönde Bochs in Aktion. (Bild: Theres Bühlmann (Altishofen, 26. Februar 2017))

Sie hatten den Überblick: Die «Wätterschmöcker» der Fasnachtsfrönde Bochs in Aktion. (Bild: Theres Bühlmann (Altishofen, 26. Februar 2017))

Erst gab es für die Kleinsten etwas auf die Ohren – in Form eines Gehörschutzes. Dann schoben Papa und Mama die Kids im Zwillingswagen ganz nach vorne und harrten der Dinge, die da kommen würden. Und diese kamen in geballter Ladung. 60 Nummern mit 2000 Mitwirkenden umfasste der Umzug in Altishofen, ein Monstercorso also, um bei der fasnächtlichen Sprache zu bleiben.

Angeführt vom Wagen der einheimischen Pfyfferzunft mit dem Zunftmeisterpaar Ruedi und Rosmarie Waser bekamen die Zuschauer eine breite fasnächtliche Palette zu sehen, jede Menge Fussgruppen, noch mehr Guuggenmusigen und originelle Wagen. So erfuhren die Fasnächtler am Strassenrand: Wätterschmöcker gibt es nicht nur im Muotatal, sondern auch im Hürntal, dargestellt von den Fasnachtsfrönde Bochs, auf einem sehr schönen und aufwendig gearbeiteten Wagen und mit viel «Action». Die Hürnbach Schnüüzer sorgten sich um den Schneemangel in der Schweiz, transferierten den Schneemann flugs nach Afrika, weil es ihm dort an der Wärme wohl besser gefällt. Sorgen machte sich auch die Gruppe Eclunawaba Zofige – die Abkürzung steht für «Erste Clique unabhängiger Wagenbauer» – nämlich um die Überfischung der Meere und schlängelte sich mit einem überdimensionierten Walfisch durch die Menge.

Ein Gauner kriegt sein Fett ab

In Uffikon ging man einem Mann Namens Francesco ganz schön auf den Leim. Die Besitzerin wollte das ehemalige Postgebäude neu streichen, beauftragte eben diesen Francesco, der nach einer erhaltenen Anzahlung von 2000 Franken auf Nimmerwiedersehen verschwand. Fazit: Ein wenig Farbe an der Fassade, Geld weg – und Francesco unauffindbar, all dies liess die St. Niklausgesellschaft die Zuschauer wissen.

Ins Zeug gelegt haben sich auch die Altishofer Schulkinder, die vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse in den Umzug involviert waren – und wie. Die Kindergärtler lernten den Frosch­könig kennen, einige machten die Strassen als Tiger und Bären unsicher, die Dritt- und Viertklässler waren als Touris in Manhattan unterwegs, überdimensionale Fotokameras inklusive. Der Augenschein vor Ort zeigte klar: Um den fasnächtlichen Nachwuchs muss man sich in Altishofen also keine Sorgen machen.

Und wie war er nun, der Umzug in Altishofen? «Rüüdig schön», sagte eine Zuschauerin, «einfach rüüdig schön.»

Umzug in Kürze

Anzahl Nummern: 60
Anzahl Zuschauer: zirka 6000
Stimmung: herzerwärmend
Dauer: 1 Stunde 40 Minuten
Highlight: Wätterschmöcker

 

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch