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Altishofen und Ebersecken feiern Fusion

Viel Freude in der Altishofer Mehrzweckhalle: Dabei beschenkt der alte den neuen Gemeindepräsidenten auf besondere Weise.

Ernesto Piazza
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Thomas Roos (links) und Urs Kaufmann halten einen geschichtsträchtigen Moment fest.
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Urs Kaufmann, der abtretende Gemeindepräsident Altishofens verlässt die Bühne nach seiner Rede. Daneben Musiker der Musikgesellschaft Altishofen.
Blick in die Mehrzweckhalle in Altishofen. Rund 500 Bürgerinnen und Bürger von Altishofen und Ebersecken trafen sich zum «zäme cho», dem Motto der Organisatoren.
«Es ist der perfekte Tag für einen tollen Anfang» betonte Thomas Roos (CVP) nicht nur wegen des strahlenden Sonnenscheins. Die Freude war dem ehemaligen Ebersecker und jetzt neuen Altishofer Gemeindepräsidenten ins Gesicht gezeichnet.
Regierungsrat Paul Winiker (SVP) wies in seinen Worten darauf hin, dass Altishofen nun mit den Seilziehern aus Ebersecken auch Weltmeister bekommen habe. Und weiter erklärte der Justiz- und Sicherheitsdirektor, mit der Fusion erhalte die Gemeinde ein weiteres Restaurant.
«Der Prozess des Zusammenwachsens dauert zwar einige Jahre, er ist jedoch auf einem guten Weg», so Winiker. Allerdings brauche es auch Durchhaltewillen. links im Bild: Standesweibelin Anita Imfeld.
Thomas Roos, neuer Gemeindepräsident Altishofen (links) und der abtretende Urs Kaufmann.
Roos zeigte sich dankbar dafür, dass ein über 50-seitiges Fusionsdokument zu «einem erfolgreichen Ende» geführt werden konnte.
Regierungsrat Paul Winiker

Thomas Roos (links) und Urs Kaufmann halten einen geschichtsträchtigen Moment fest.

Bild: Patrick Hürlimann (Altishofen, 12. Januar 2020)

Wer momentan ins Dorf Altishofen reinfährt, kommt an den bunten Fahnen, die an den Strassenbeleuchtungsmasten hängen, visuell kaum vorbei. Die fünfte Jahreszeit hat die ländliche Fasnachtshochburg bereits fest im Griff. Gestern allerdings musste sie zurückstehen. Altishofen hatte zum Fusionsfest geladen. Und wie: Die Mehrzweckhalle war «ausverkauft». Rund 500 Bürgerinnen und Bürger von Altishofen und Ebersecken trafen sich zum «zäme cho», dem Motto der Organisatoren. Und für das von der Gemeinde offerierte Mittagsbuffet mussten sogar noch im Foyer und auf der Bühne spontan zusätzliche Sitzgelegenheiten organisiert werden.

«Es ist der perfekte Tag für einen tollen Anfang» betonte Thomas Roos (CVP) nicht nur wegen des strahlenden Sonnenscheins. Die Freude war dem ehemaligen Ebersecker und jetzt neuen Altishofer Gemeindepräsidenten ins Gesicht gezeichnet. «Es ist schön, mit der Bevölkerung von beiden Ortsteilen nach rund zwei Jahren dauernden Fusionsabklärungen gemeinsam den Zusammenschluss zu feiern. Dass wir das geschafft haben, macht mich stolz.» Im selben Zuge wies er darauf hin, dass die Gespräche und Diskussionen zwischen den beiden ehemaligen Kommunen immer fair und auf Augenhöhe verlaufen seien.

Thomas Roos, neuer Gemeindepräsident Altishofen (links) und Urs Kaufmann, der abtretende Gemeindepräsident.

Thomas Roos, neuer Gemeindepräsident Altishofen (links) und Urs Kaufmann, der abtretende Gemeindepräsident.

Patrick Huerlimann

Kaufmann erlebt «weiteres Highlight zum Abschluss»

Für den abtretenden Gemeindepräsidenten von Altishofen, Urs Kaufmann (CVP), war es nach über 19 Jahren in dieser Funktion «ein weiteres Highlight zum Abschluss». Er erlebte gestern nochmals ein positives Politerlebnis. Eines von vielen zwar, und dennoch «einen ganz speziellen Moment». Spielte er an seiner letzten Gemeindeversammlung den Ball symbolisch an Roos weiter, überraschte er ihn diesmal mit den Worten: «Jetzt musst du in die Hosen.»

Der neue Gemeindepräsident nahm den Faden auf, mit Respekt und wohlwissend, dass er sich daran gewöhnen müsse, künftig nicht mehr einer Kommune mit 400 Einwohnern vorzustehen, sondern von deren rund 2000. Roos zeigte sich dankbar dafür, dass ein über 50-seitiges Fusionsdokument zu «einem erfolgreichen Ende» geführt werden konnte. «Freude herrscht», betonte er. «Ich bin bereit, mit euch diesen Weg zu gehen.» Altishofen könne selbstbewusst in die Zukunft schauen. Dennoch würde die Gemeinde immer wieder vor Herausforderungen gestellt, ist sich Roos bewusst. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir sie positiv bewältigen werden.» Roos will auch selbstkritisch sein. Und:

«Wir werden uns nicht verbiegen lassen, Altishofen bleiben.»

Urs Kaufmann beschenkte seinen Nachfolger auf spezielle Weise. Er hielt den geschichtsträchtigen Moment auf der Bühne mit einem Selfie fest. Er sei zwar weder auf Instagram noch auf Facebook, betonte der abtretende Altishofer Gemeindepräsident.

«Doch ich werde das Bild weiterschicken, und vielleicht lädt es jemand hoch.»

Regierungsrat Paul Winiker (SVP) wies in seinen Worten darauf hin, dass Altishofen nun mit den Seilziehern aus Ebersecken auch Weltmeister bekommen habe. Und weiter erklärte der Justiz- und Sicherheitsdirektor, mit der Fusion erhalte die Gemeinde ein weiteres Restaurant. «Der Prozess des Zusammenwachsens dauert zwar einige Jahre, er ist jedoch auf einem guten Weg», so Winiker. Allerdings brauche es auch Durchhaltewillen.

SVP-Regierungsrat Paul Winiker bei seiner Rede. Links Anita Imfeld, Standesweibelin des Kantons Luzern.

SVP-Regierungsrat Paul Winiker bei seiner Rede. Links Anita Imfeld, Standesweibelin des Kantons Luzern.

Ende März stimmen weitere Gemeinden über Fusion ab

Der Zusammenschluss von Altishofen und Ebersecken ist im Kanton Luzern der erste seit sieben Jahren. Die Regierung hat hierfür einen Fusionsbeitrag von 4.6 Millionen Franken beschlossen. Aktuell hat der Kanton 82 Gemeinden. Am 29. März stimmen Willisau und Gettnau sowie Hitzkirch und Altwis über einen Zusammenschluss ab.

Neben dem Männerchor Ebersecken umrahmten die Steelband-Chaconia und die Musikgesellschaft, beide aus Altishofen, den Anlass. Einen musikalischen Schlusspunkt setzte die Guggenmusik Ricke-Grunzer Ebersecken. Damit haben die Fasnächtler – zumindest temporär – das Zepter wieder übernommen.

Urs Kaufmann, der abtretende Gemeindepräsident Altishofens verlässt die Bühne nach seiner Rede. Daneben Musiker der Musikgesellschaft Altishofen.

Urs Kaufmann, der abtretende Gemeindepräsident Altishofens verlässt die Bühne nach seiner Rede. Daneben Musiker der Musikgesellschaft Altishofen.

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