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ALTSTADT: Kurzzeitig parkieren bald passé

Die Parkplätze vor dem Zurgilgenhaus müssen Veloabstellplätzen weichen. Das sorgt für Unmut.
Die neun Parkplätze vor dem Zurgilgenhaus auf dem Schwanenplatz werden in den nächsten zwei Jahren aufgehoben. (Bild Pius Amrein)

Die neun Parkplätze vor dem Zurgilgenhaus auf dem Schwanenplatz werden in den nächsten zwei Jahren aufgehoben. (Bild Pius Amrein)

Robert Knobel

Der Luzerner Stadtrat plant, in den nächsten zwei Jahren 850 neue Veloparkplätze in der Innenstadt zu errichten. Bis in fünf Jahren soll die Zahl der Plätze sogar um 2000 steigen (Ausgabe vom 12. Dezember). Eine Art Velo-Grossparkplatz soll dabei am Schwanenplatz vor dem Zurgilgenhaus entstehen. Dort gibt es heute gerade mal 20 Abstellplätze. Künftig sollen es knapp 190 sein. «Das ist eine massive Verbesserung», freut sich Nico van der Heiden, SP-Fraktionschef und Co-Präsident von Pro Velo. Für Velofahrer entsteht so eine attraktive Möglichkeit, ihr Fahrrad direkt am Eingang zur Altstadt abzustellen. Allerdings müssen für die zusätzlichen Veloplätze neun Autoparkplätze weichen. Und für die Autofahrer, die dort parkieren, gilt dasselbe wie für die Velofahrer: Die Parkplätze beim Zurgilgenhaus sind extrem praktisch, wenn man rasch in die Altstadt muss und nicht weit laufen will.

«Wir brauchen Kurzzeitparkplätze»

Mit den Parkplätzen vor dem Zurgilgenhaus verschwinden praktisch die letzten oberirdischen Parkfelder an den Toren der Altstadt. Einzig im Löwengraben gibt es noch drei Parkplätze. Für Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt, ist der Abbau denn auch ein grosser Verlust. «Es ist völlig klar: Wer länger in der Altstadt bleibt, parkiert im Parkhaus. Doch was wir auch brauchen, sind Kurzzeitparkplätze, wenn man nur schnell etwas einkaufen oder abholen will.» Franz Stalder, Präsident der City-Vereinigung, sieht das ähnlich. Die Innenstadt brauche nicht in erster Linie klassische Parkplätze, sondern «Umschlagsplätze». Das bedeutet, dass man in unmittelbarer Nähe der Geschäfte rasch anhalten kann, um einen kurzen Einkauf zu erledigen. «Es ist um jeden Parkplatz schade, den die Stadt verliert», sagt Stalder weiter. Vor allem habe er den Eindruck, dass nur abgebaut, aber nicht anderswo kompensiert werde. So wurden etwa im Hirschmattquartier im Zuge der Gesamterneuerung 76 Parkplätze abgebaut. Der Stadtrat betonte zwar immer, dass diese im Parkhaus Hirzenmatt kompensiert werden. Ob die Erweiterung des Parkhauses zu Stande kommt, ist aber unklar. «Mit der autofreien Bahnhofstrasse werden weitere Kurzzeitparkplätze wegfallen», sagt Franz Stalder. «Dabei wird die Erreichbarkeit immer mehr zu einem entscheidenden Kriterium für die Attraktivität der Innenstädte. Es zählt eben nicht nur die Ambiance.»

Zufahrt ist gefährlich

«Ein gewisses Verständnis» für den Abbau der Autoplätze vor dem Zurgilgenhaus hat Andreas Gantenbein von der IG Kapellplatz. Denn die Zufahrt sei alles andere als optimal. Die Autos müssen jeweils über den stark frequentierten Fussgängerbereich fahren. Der Stadtrat argumentiert denn auch mit der Sicherheit. Gantenbein wirft allerdings ein, dass die Geschäfte am Kapellplatz auf Kurzzeitparkplätze angewiesen seien. Balthasar Schmid, Inhaber der See-Apotheke am Kapellplatz sagt, dass seine Kunden «gelegentlich» die Parkplätze vor dem Zurgilgenhaus benutzen. Die Anrainer haben aber noch weitere Bedenken bezüglich einer Vergrösserung des Veloparkings. Bereits heute würden viele Velofahrer, die den Abstellplatz Zurgilgenhaus benutzen, durch die Fussgängerzone dorthin gelangen – weil die offizielle Veloroute über Grendel/Löwengraben oder über den Schweizerhofquai zu umständlich ist. Dieses Problem werde sich deutlich verschärfen, befürchtet Balthasar Schmid. Nico van der Heiden hat keine solchen Bedenken. Die offizielle Zufahrt sei genügend attraktiv. So gebe es etwa aus Richtung Bahnhof bereits heute eine separate Abbiegespur für Velos Richtung Kapellplatz. Eine weitere Idee, die vom Stadtrat aber nicht aufgegriffen wurde, wäre ein Veloparkplatz entlang des Quais. Dort, zwischen den Bäumen neben dem Veloweg, hätte es genügend Platz, um mehrere hundert Velos abzustellen. Die Idee scheiterte bisher vor allem aus ästhetischen Gründen. Für Nico van der Heiden wäre es aber durchaus eine prüfenswerte Option.

Eine Kompromisslösung

Das jetzt vorgesehene Veloparking beim Zurgilgenhaus ist ein Kompromiss, den der Stadtrat mit den Anwohnern ausgehandelt hat. Ursprünglich bestand nämlich auch die Idee, die heutigen inoffiziellen Veloabstellplätze auf dem Kapellplatz in offizielle umzuwandeln. Dazu hätte allerdings das Velofahrverbot auf dem Kapellplatz aufgehoben werden müssen. Das wiederum wollten die Anwohner nicht.

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