Denkmalgeschütztes Gebäude in der Luzerner Altstadt steht zum Verkauf

Für das Sonnenberghaus im Zöpfli an der Reuss wird via Bieterverfahren ein Käufer gesucht. Der Richtpreis liegt bei 3,6 Millionen Franken.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen
Das Sonnenberghaus im Zöpfli (hier links im Bild) soll verkauft werden.

Das Sonnenberghaus im Zöpfli (hier links im Bild) soll verkauft werden.

Bilder: Stefan Dähler (Luzern, 21. Juli 2020)

«Als Brückenkopfbau am nördlichen Reussufer ist der Bau von ausserordentlicher städtebaulicher Bedeutung.» So wird das Sonnenberghaus im Zöpfli an der Luzerner Kramgasse 1 im kantonalen Denkmalverzeichnis und Bauinventar beschrieben. Es besteche durch «ausgezeichnete bauzeitliche Grisaille-Malereien» und «ein reiches Eingangsportal Richtung Kramgasse», wie auf diesem Bild zu sehen ist:

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude steht nun zum Verkauf, wie einem Promotionsartikel auf dem Webportal unserer Zeitung zu entnehmen ist. Der neue Eigentümer soll in einem zweistufigen Bieterverfahren ermittelt werden. Der Richtpreis liegt bei 3,6 Millionen Franken, wie der Verkaufsdokumentation zu entnehmen ist. Derzeit gehört das Gebäude mehreren Erbgemeinschaften und Privatpersonen, darunter auch einige, die im Ausland registriert sind, etwa in den USA oder Grossbritannien. Vertreten werden sie durch die Gewerbe-Treuhand AG mit Sitz in Luzern. Diese gibt auf Anfrage keine weiteren Details zum Verkaufsgeschäft bekannt und verweist auf die Dokumentation.

Noch bis am 6. August können Interessenten ein Angebot abgeben. Danach folgt ein Aufgebot für die fünf Meistbietenden für die zweite Runde. Dafür benötigt man einen Finanzierungsnachweis einer schweizerischen Bank. Wer den Zuschlag erhält, soll dann ungefähr Mitte September entschieden werden.

Erstellt im 18. Jahrhundert

Erstellt wurde das Sonnenberghaus im Zöpfli um das Jahr 1787. Marschall Jakob Anton Thüring von Sonnenberg habe das Vorgängergebäude damals für seinen Sohn erworben und einen Neubau erstellen lassen, wie der Verkaufsdokumentation zu entnehmen ist. Seit 1968 ist das Haus als schützenswert im kantonalen Denkmalverzeichnis eingetragen. 1978 sei es unter Auflagen der Denkmalpflege einer Gesamtsanierung unterzogen worden. Seither wurden bei Bedarf Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Im Parterre gibt es zwei kleine Ladenlokale, eine Bäckerei und einen Goldschmied. In den Obergeschossen befinden sich zwei Drei-Zimmer-Wohnungen und eine Vier-Zimmer-Maisonette-Wohnung. Die Mietzinseinnahmen betragen gemäss Dokumentation 129'120 Franken pro Jahr.

Das Gebäude steht teilweise in der Reuss:

... der Hauptbaukörper liegt «auf drei Seiten auf einem Quader-Mauerwerk auf», heisst es in der Dokumentation. Der kleinere Treppenhausanbau (links) liegt flussabwärts auf zwei Holzschwellen, die von Pfeilern aus Quaderstein gehalten werden.