Am Fasnachtsmäärt bleibt es eng

Die Stadt bleibt hart: Auch dieses Jahr wird der Luzerner Fasnachtsmäärt nicht auf den Kornmarkt ausgeweitet. Die Organisatoren haben aber einen Plan B für 2013.

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Die Rotsee Husaren aus Ebikon spielen am Fasnachtsmäärt 2010 unter der Egg in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Rotsee Husaren aus Ebikon spielen am Fasnachtsmäärt 2010 unter der Egg in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Er ist einer der unverzichtbaren Termine vor der Fasnacht: Am Samstag vor dem Schmutzigen Donnerstag trifft man sich am Fasnachtsmäärt unter der Egg. Bei Barbetrieb und Guuggenmusig herrschen beste Bedingungen, um sich so richtig in Fasnachtslaune zu bringen. Ein Stelldichein der Fasnachtsgewaltigen gehört ebenso dazu wie heitere Volksfeststimmung bei dichtem Gedränge.

Marktstände auf dem Platz

Das mit dem Gedränge wird sich vorläufig auch nicht ändern. Denn ein zweites Mal ist das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) beim Versuch gescheitert, den Anlass räumlich auf den Kornmarkt auszudehnen. Die Stadt erteilt keine Bewilligung. «Wir sind über den Entscheid enttäuscht», sagt Määrtchef Andreas Arpagaus. In keiner Art und Weise gehe es darum, das Fest auszuweiten. «Wir wollten den Marktcharakter zurückbringen, der in den letzten Jahren unter der Egg aus Platzgründen etwas verloren gegangen ist.» Geplant gewesen sei eine Art Flohmarkt auf dem Kornmarkt, bei dem Fasnachtsartikel und Kleider hätten verkauft werden können.

Stadt: Vorfasnachtszeit ist tabu

Letztes Jahr hatte die Stadt eine Absage erteilt, weil auf dem Kornmarkt ein grosser Kran aufgebaut war für die Renovation eines Gebäudes. Die diesjährige Anfrage hat eine Arbeitsgruppe der Dienststelle Stadtraum und Veranstaltungen bearbeitet. «Sie ist zum Schluss gekommen, dass es keine Ausweitung bestehender Outdoor-Anlässe wie auch keine neuen Anlässe an dieser Lage geben soll während der Vorfasnachtszeit», erklärt Dienststellenleiter Rico De Bona auf Anfrage. «Heute gibt es am Wochenende zwischen dem Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag bereits durchgehend Aktivitäten – das hat sich in den letzten Jahren so entwickelt.» Am Samstag sei es inzwischen fast noch intensiver als an den Fasnachtstagen. Die Stadt will deshalb die Anwohner wenigstens in der Vorfasnachtszeit schonen. Zwar hatte das Konzept des LFK auch Guuggenmusigen auf dem Kornmarkt nicht ausgeschlossen. «Dies hätte die Stadt ja auch ablehnen können», so Arpagaus. «Die Luzerner Fasnacht gehört bald zum Unesco-Weltkulturerbe, doch hat man nicht immer das Gefühl, dass dieser Anlass mit der entsprechenden Sorgfalt behandelt wird.»

Parlamentsentscheid ändert nichts

Die Absage hat das LFK bereits Anfang Dezember erhalten. Hoffnung für ein Umschwenken der Stadt keimte nochmals auf, als Mitte Dezember der Grosse Stadtrat eine Motion von Altstadtbewohnern ablehnte, die verlangte, die Anzahl Anlässe auf den Stand von 1999 zu begrenzen. De Bona: «Dabei wurde aber auch ausdrücklich festgehalten, dass wir die bisherige Praxis, Anlässe vor einer allfälligen Bewilligung sehr genau zu prüfen, beibehalten.» Als Kriterium gelte auch die Situation für die Anwohner. Arpagaus gibt derweil nicht auf. «Für nächstes Jahr haben wir bereits einen Plan B.» Demnach sollen die Marktstände mit Fasnachtsartikeln in der Kornschütte aufgestellt werden. «Wir werden frühzeitig mit der Planung beginnen», so Arpagaus. Denn letztes Jahr war nach der Absage der Stadt eine kurzfristige Buchung der Kornschütte nicht möglich, weil dort bereits eine Fasnachtsausstellung stattfand.

Guy Studer