Am Montag erfolgt der Baustart für die Hundewiese im Luzerner Tribschen – doch die Vorfreude bei Hündelern ist getrübt

Die neue Hundefreilaufzone am Tribschenhorn in der Stadt Luzern soll im Oktober eröffnet werden. Im Gegenzug wird ausserhalb der Fläche der Leinenzwang stärker durchgesetzt.

Nathan Keusch
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In diesem Bereich der Grünzone am Tribschenhorn entsteht die Hundefreilaufzone.

In diesem Bereich der Grünzone am Tribschenhorn entsteht die Hundefreilaufzone.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 7. September 2018)

Nach langem Hin und Her starten heute die Bauarbeiten für die neue Hundefreilaufzone am Luzerner Tribschenhorn. Bis Ende Oktober errichtet die Stadt unter anderem ein neues Wegnetz, Abgrenzungen und Informationstafeln. Wie bei der Hundewiese am Churchill-Quai ist zuerst eine zweijährige Pilotphase vorgesehen.

Geplant war die Eröffnung der rund 3300 Quadratmeter grossen Zone zwischen dem Richard-Wagner-Museum und dem Strandbad Tribschen bereits im Frühling 2018.

Gegen das Baugesuch hatten Mitglieder des Vereins Pro Hund Tribschen jedoch Beschwerde eingereicht. Mit dem Anliegen zog der Verein bis vors Bundesgericht (wir berichteten).

Bundesgericht stützte die Stadt

Die Hundehalter sehen in der Freilaufzone einen Nachteil, weil sie untrennbar mit der Durchsetzung des Leinenzwangs im übrigen Parkgebiet verbunden sei. Letztlich wurde die Beschwerde aber auch von der höchsten Instanz abgewiesen. Zwar räumte das Bundesgericht in seinem Urteil ein, dass die Errichtung der Zone dazu führen könnte, dass der Leinenzwang im angrenzenden Gebiet durchgesetzt werde. Rechtlich gesehen sei dies aber keine Folge der erteilten Baubewilligung. Ungeachtet davon könne jederzeit ein solcher Leinenzwang durchgesetzt oder aufgehoben werden. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass die Vereinsmitglieder gar nicht zu einer Einsprache legitimiert seien, da es ihnen an einem schutzwürdigen Interesse fehle.

Vereinspräsident Pius Mahnig hat die Niederlage vor Gericht akzeptiert. «Es ist aber schade, dass die Gerichte inhaltlich keine Stellung nahmen, sondern uns einfach das Beschwerderecht absprachen.» Grundsätzlich stören sich Mahnig und sein Verein nicht über die Hundefreilaufzone. «Unser Problem ist die Kopplung mit der Leinenpflicht auf dem übrigen Stadtgebiet.» In Mahnigs Augen versucht die Stadt, über einen Schleichweg die faktische Leinenpflicht auf dem Stadtgebiet ausserhalb der Hundefreilaufzonen durchzusetzen.

Unpräziser Begriff in der Verordnung

Wo Hunde an der Leine zu führen sind, ist in Luzern durch eine kantonale Verordnung geregelt. Diese sieht einen Leinenzwang in öffentlichen Lokalen, Naturschutzgebieten, Parkanlagen, im ÖV und auf verkehrsreichen Strassen vor. Hinzu kommt die kantonale Jagdverordnung, die eine Leinenpflicht während der Schonzeit von April bis Juli im Wald und Waldrandnähe beinhaltet. «Genau das ist der Knackpunkt», sagt Mahnig. «Begriffe wie Parkanlage sind schlecht definiert.»

Mahnig befürchtet, dass der schwammige Begriff der Stadt Tür und Tor öffne. Er verweist auf die Hundefreilaufzone Allmend, wo mit der Eröffnung der Hundezone das angrenzende Gebiet zu einer Naherholungszone deklariert und mit einer Leinenpflicht für Hunde versehen wurde. Anfang August war auch die Polizei auf der Allmend unterwegs, um die Leinenpflicht durchzusetzen. Mahnig:

«Man spürt, wie sich
die Schraube zudreht.»

Derzeit herrscht auf dem Tribschenhorn zwar eine nicht signalisierte Leinenpflicht für Hunde. Viele Hundehalter liessen ihre Vierbeiner in der Parkanlage weiterhin von der Leine, sagt Mahnig: «Bis jetzt ist es kaum je zu Problemen gekommen und die Polizei hat nur in einzelnen Fällen Bussen ausgesprochen.» Mit Blick auf die Ereignisse auf der Allmend fürchtet Mahnig aber: «In Zukunft wird ein strengeres Regime herrschen.»

Polizei wird Leinenpflicht kontrollieren

Die Stadt gibt auf Anfrage Folgendes bekannt: «Eine stärkere Kontrolle der Leinenpflicht beim Tribschenhorn wird eine begleitende Massnahme der neu geschaffenen Hundewiese sein», sagt Cornel Suter. Als Stadtgärtner ist er Bauherr der Freilaufzone. Vermehrte Präsenz im Rahmen der bestehenden Ressourcen durch die Polizei und Sicherheit Intervention Prävention (SIP) sowie eine klare Beschilderung sollen zur Durchsetzung der Leinenpflicht führen. «Ausserhalb der Hundewiese können sich dann die Leute aufhalten, die sich von frei laufenden Hunden gestört oder gar bedroht fühlen», erklärt er. Eine generelle Leinenpflicht auf städtischem Boden sei jedoch nicht in Planung.

Mahnig dagegen wünscht sich, dass die Stadt gerade bei Neuhundehaltern Kurse fördert und so die Sozialisierung der Hunde vorantreibt, statt diese durch die in seinen Augen übertriebene Leinenpflicht zu behindern.

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