Am Samstag und vor Feiertagen länger shoppen

Im Kanton Luzern sollen die Läden an Samstagen neu erst um 17 Uhr und nicht schon um 16 Uhr schliessen müssen. Dafür hat sich am Montag das Parlament ausgesprochen. Linke Kreise kündigen das Referendum an.

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Das Volk stimmt am 9. Juni über längere Ladenöffnungszeiten ab. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Das Volk stimmt am 9. Juni über längere Ladenöffnungszeiten ab. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Kantonsrat hiess das revidierte Ruhetags- und Ladenschlussgesetz nach erster Lesung grossmehrheitlich gut. Er hofft, dass mit der Lockerung weniger Luzernerinnen und Luzerner in einen anderen Kanton zum Einkaufen gehen.

Eine zweite Neuerung betrifft den Vorabend von Feiertagen. Neu müssen die Läden wie auch sonst unter der Woche erst um 18.30 Uhr und nicht schon um 17 Uhr schliessen. Davon ausgenommen sind die Feiertage, die immer auf einen Sonntag fallen (Ostern, Pfingsten, Bettag) sowie Weihnachten und Neujahr. Am Vorabend dieser Feiertage dürfen ab 17 Uhr keine Kunden mehr bedient werden.

Spezialregelung Abendverkauf

Noch nicht definitiv beschlossen hat der Kantonsrat eine Spezialregelung für den Abendverkauf in Fusionsgemeinden. Hierüber will die vorberatende Kommission nochmals die Details beraten. Es geht darum, dass die Abendverkäufe in den verschiedenen Ortsteilen an unterschiedlichen Tagen angesetzt werden dürfen.

Referendum angekündigt

Es sei ökologisch ein Unsinn, wenn ausserkantonal eingekauft werde, begründete Franz Wüest (CVP) seine Unterstützung der längeren Öffnungszeiten. Markus Gehrig (CVP) warnte vor übertriebenen Erwartungen an längere Öffnungszeiten. Der kleine Laden im Dorf werde davon nicht profitieren.

Für die Grünliberalen und die FDP ist die Vorlage erst ein Schritt in die «richtige Richtung». Ruedi Burkard (FDP) sagte, er hätte eine weitergehende Liberalisierung begrüsst. Der Spatz in der Hand sei aber besser als die Taube auf dem Dach.

Liberalisierung einschränken

Die SP kündigte ein Referendum an. David Roth (SP) sagte, die Liberalisierung nütze nur den Grossisten und den Einkaufszentren. Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten schaffe prekäre, aber keine guten Arbeitsplätze.

Katharina Meile (Grüne) sagte, die Konsumenten hätten schon heute genügend Zeit zum Einkaufen. Ihr Antrag auf Nichteintreten wurde aber grossmehrheitlich abgelehnt. Auch alle anderen Anträge der Linken, die Liberalisierung einzuschränken, scheiterten.

Die SVP unterstützte die Liberalisierung mit nur wenig Überzeugung, dies weil die Neuerung vor dem Volk kaum eine Chance habe. Armin Hartmann (SVP) sagte, dass zwei Drittel der Bevölkerung keine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten wünsche.

sda/rem

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