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Am «Schmudo» schliesst die Stadtluzerner Feinbäckerei Arnold

Nach Jahrzehnten ist Schluss mit dem Familienbetrieb an der Obergrundstrasse. Zeit etwas Neues zu wagen, lässt Bäcker Arnold ausrichten. In einer weiteren Bäckerei im Quartier kommt es zu einem Wechsel.
Sandra Monika Ziegler
Die Bäckerei Arnold am Paulusplatz schliesst bald ihre Türen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 8. Februar 2019)

Die Bäckerei Arnold am Paulusplatz schliesst bald ihre Türen. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 8. Februar 2019)

Die Feinbäckerei Arnold an der Obergrundstrasse 85 schliesst ihre Türen, und das ausgerechnet am Schmutzigen Donnerstag. Die letzten 22 Jahre führten Toni und Sabina Arnold den Laden samt Backstube. Zuvor hatten schon Toni Arnolds Eltern hier frische Brötchen gebacken.

«Die Arnolds waren sicher die letzten 50 Jahre hier», sagt eine Frau, die sich als Stammkundin bezeichnet. Sie hole hier täglich ihre Brötchen und am Samstag den Sonntagszopf. «Es ist traurig, dass sie aufhören. Der Entscheid ist ihnen sicher nicht leicht gefallen», meint die Frau. Den neugierigen Kunden der Bäckerei wird zur Schliessung nur gesagt, dass es jetzt Zeit sei, etwas Neues zu wagen.

Das Geschäft mit dem Brot ist hart

Was damit gemeint ist, wollen die Betreiber gegenüber unserer Zeitung nicht weiter kommentieren. Umso gesprächiger ist die Kundschaft. Auf die Frage, was sie nebst dem knusprigen Brot bei Arnolds besonders schätzen, kommt meist die gleiche Antwort: Die persönliche Bedienung. Das sagt auch ein Handwerker, der sein Znüni an diesem Morgen holt. Nachdem er ein paar Mal hier gewesen sei, sei er fortan mit seinem Vornamen angesprochen worden. «Das zeigt doch nur, wie willkommen man hier ist», lobt er und verschwindet um die Ecke.

Das mit der Freundlichkeit ist übrigens auch beim Onlineportal «Ronorp» nachzulesen. Als das Portal die Leser nach der Luzerner Lieblings-Beck befragte, gab eine Nutzerin Folgendes an: «Falls man freitagnachts beim Paulusplatz strandet, erblickt man, wie ein Leuchtturm strahlend, das warme Licht des Bäckerladens Arnold. Schon befindet man sich im sicheren Hafen.» Die Bäckerei Arnold kam bei dieser Umfrage auf den vierten Platz hinter der Bäckerei Brunner, der Bäckerei Odermatt und der erstplatzierten Bäckerei Macchi.

Ein Versuch zeigt: Wenn man die Bäckerei betritt, erlebt man die gelobte Freundlichkeit gleich live. Stammkunden werden mit dem Vornamen angesprochen, nach dem Befinden gefragt, bedient und mit den besten Wünschen wieder auf die Strasse entlassen, von Hektik keine Spur.

Im Gespräch mit den Verkäuferinnen zeigt sich aber einmal mehr, wie ungleich schwerer es Einzelbäcker mit eigener Backstube gegenüber einem Filialbetrieb haben. Für die beiden Verkäuferinnen werden auch in Zukunft Brot und Brötchen eine Rolle spielen. Sie haben eine neue Stelle gefunden und werden ihrem Metier treu bleiben – einfach bei einem anderen Bäcker.

Abschied mit Flohmarkt

Mit der Schliessung der Bäckerei Arnold verliert das Obergrund-Quartier eine weitere Bäckerei. In der näheren Umgebung habe es früher vier oder fünf Bäckereien mit eigener Backstube gegeben, erzählt ein Kunde. Jetzt sind es nur noch die Konditorei Confiserie Bebié und die Bäckerei Konditorei Odermatt. Bei «Odermatt» kommt es schon bald zu einem Chef-Wechsel mit einem Neustart.

Doch zurück zum «Arnold»: Solange die Backstube noch in Betrieb und der Laden offen ist, gibt es nebst Brot auch Inventarartikel zu kaufen. Was danach in die Lokalität an der Obergrundstrasse 85 kommt, ist hingegen noch offen.

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